Milliarden werden tagtäglich verbrannt, verschossen. Städte im Iran, im Libanon, in der Ukraine werden ausgebombt. Selbst in Israel, in den Golfstaaten fallen Bomben. Die Rüstungsindustrie frohlockt. Gigantische Summen fliessen zu den Erdölgesellschaften. Zivilisten sterben. Soldaten fallen. Ostern 2026. Welcher Irrsinn.
Es beschlich mich ein ungutes Gefühl, als sich sah, wie sie mit Sack und Pack im Kampfanzug, in Kampfstiefeln, ein Sturmgewehr in der Hand, in einer langen Reihe eine riesige Transportmaschine bestiegen, um in den Nahen Osten geflogen zu werden: Tausende US-Elite-Soldaten. Sie wussten und wissen eines bestimmt: Es könnte sehr ernst werden. Vor allem dann, wenn es Trump nicht gelingt, was er in seiner Rede zur Nation angekündigt hat: «Wir werden sie zurück in die Steinzeit bomben, wo sie hingehören, die Iraner» Ja, dann? Dann hat der US-Kriegsherr zwei Optionen: Er hisst die weisse Fahne und huldigt sich als wahrer Sieger, oder er wagt den nächsten, den risikoreichsten Schritt: Er erteilt den jetzt im Nahen Osten angekommenen, nun kampfbereiten, bereits eingeübten Eliteeinheiten unter dem Schutz eines massiven Bombardements den Sturm auf die Insel Charg oder an einem anderen, völlig überraschenden Ort mit dem Ziel, insbesondere die Revolutionsgarden Irans in die Knie zu zwingen.
Die Soldaten haben es zu richten unter Einsatz ihres Lebens. Und ich fragte mich, als sie die Transportmaschine bestiegen: War es ihnen bewusst, was auf sie zukam, dass sie auf Befehl Trumps ihr Leben zu riskieren haben oder ist es der Schwur, den sie mit der Hand an das Sternenbanner der USA für ihr Land geleistet hatten, der sie zum Kämpfen motiviert? Wir wissen es nicht, weil sie in den Medien kaum vorkommen. Im Gegensatz zu Donald Trump (79), der auf allen Kanälen das grosse Wort führt, oder Pete Hegseth (46), der Kriegsminister, der gar versucht haben soll, sein Insiderwissen über den bevorstehenden Irankrieg zu Geld zu machen. Und sich dennoch unverzagt täglich in den Medien präsentiert.
Ganz anders Soldaten aus der Ukraine, die in der Club-Sendung «Die Schweiz im Schatten der Kriege» den einfühlenden Fragen von Barbara Lüthi sich wie selbstverständlich stellten. Sie sassen im Kampfanzug, vermummt, aufgereiht auf improvisierten Bänken in einem deutschen Wald, wo sie von Bundeswehr-Soldaten weitergebildet werden, um noch kampfstärker ihrer Mission nachkommen zu können. Ihre Sätze benötigen keinen Kommentar, keine Einordnung. Sie sprechen für sich: »Es ist sehr schwer, ein Land zu verteidigen. Du musst es erleben, sonst hast du keine Ahnung, was Krieg bedeutet. Du hast immer Angst. Plötzlich verlierst Du im Kampf einen Kameraden, der dich bis jetzt beschützt und geschützt hat. Das ist sehr schwer. Dein Herz fühlt sich dabei sehr einsam an. Die Felder sind durchtränkt von Blut. Wir wollen nicht umsonst gekämpft haben. Deshalb wollen wir die Ukraine nicht aufgeben. Wir sind es den Gefallenen, unseren Kameraden schuldig, die Russen zu stoppen, einen gerechten Frieden zu erkämpfen. Wir sind wie eine Familie im Krieg. Jeder steht für den andern ein.»
Die Sätze erinnern mich an einen düsteren frühen Morgen in der Rekrutenschule 1964. Die ganze Kompanie war versammelt im ebenso düsteren Speisesaal der Kaserne Luzern zu einer der wenigen Theorie-Stunden. Vor uns stand ein Oberstleutnant im Generalstab in einer eleganten enggeschnittenen Uniform. Sein Thema: «Was bedeutet Krieg?», so ungefähr. Ein Satz trieb und treibt mich immer wieder um und habe ich ihn ganz verstanden: «In einem Krieg werdet ihr nicht zuerst für das Land kämpfen, sondern für das Überleben der Kameraden links und rechts an eurer Seite.» Stimmt dieser Satz? Setzt der Wehrwille eines Soldaten bei uns nicht voraus, dass er überzeugt ist, im Ernstfall für Freiheit, Unabhängigkeit, Sicherheit und auch Wohlstand zu kämpfen? Wohl auch. Aber: Wie ist es aktuell mit dem Wehrwillen in der Schweiz bestellt? Bei einer Armee, die nicht kampfbereit ist, bei einer Politik, die weder willens noch fähig ist, die Armee zeitgerecht auszurüsten?
Putins internationale Truppe für seinen Angriffskrieg. KI generiert.
Aus Putins Armee dringt durch, dass gegen eine Million Soldaten auf dem Schlachtfeld ihr Leben liessen. Der Wehrwille der Russen sinkt tatsächlich. Kriminelle Russen, Nordkoreaner, junge Männer aus aller Welt, insbesondere aus Afrika haben die Lücken zu füllen, entgegen ihrem Willen. Afrikaner werden von kriminellen Banden, im Auftrag von Putins Armee unter falschen Versprechen, angeworben und landen an der Front statt an der erhofften Arbeitsstelle.
Von der US-Army wissen wir, dass sie hervorragend ausgerüstet, bestens ausgebildet ist. Wie weit ihre Soldaten für den Iran-Krieg motiviert sind, wird sich noch weisen müssen. Bei der ukrainischen Armee wissen wir, dass die Soldaten hoch motiviert sind, ihr Land gegen ein sehr aggressives Putin-Russland zu verteidigen. Der Wehrwille ist erstaunlicherweise auch im 5. Kriegsjahr ungebrochen. Jeder steht für den andern ein. Und die Mächtigen: Wann finden sie zur Vernunft?

Und die Mächtigen: Wann finden sie zur Vernunft?
Noch nie haben die Mächtigen den Frieden gebracht. Sie lassen bombardieren und töten. Sie ziehen sich wieder zurück und lügen, sie hatten gewonnen. Sie hinterlassen Chaos und Elend. Der Frieden kann nie von oben verordnet kommen. Frieden kann nur in dir, in deinem eigen Herzen werden. Wenn sich Nächstenliebe ausbreitet, hat Frieden in unseren Familien, in unserer Mitwelt eine Chance.
Herr von Rohr meint das Richtige. Doch wie soll sich Nächstenliebe und Frieden unter den Menschen ausbreiten, solange sich Männlichkeit über Macht, Gewalt, Unterdrückung und Reichtum definiert? All das unermessliche Elend und die unglaubliche Zerstörung, die Kriege seit Jahrtausenden über die Menschheit bringen, sollten die Verantwortlichen zum Umdenken bringen. Wann fangen die Männer weltweit endlich an ihre Ideologien und ihr Handeln zu hinterfragen? Wie sähe unsere Welt heute aus ohne die vielen Wunden, die zahllose und unnötige brutale Kriege in den Seelen der Menschen und in der Natur geschlagen haben? Haben sie kein Gewissen angesichts der vielen Toten und des Grauens, das sie in die Welt bringen? Frieden ist machbar, man muss ihn einfach nur WOLLEN.
Militarismus, Faschismus und der Wahnsinn, immer noch treffsicherere und zerstörerische Waffen zu erfinden und zu bauen, waren immer schon Attribute männlicher Ideologien. Diese Denkweise führt niemals zum Frieden, im Gegenteil. Die neuen Techgiganten und Multimilliardäre dieser Welt schliessen sich zusammen und finden unisono Demokratie und Empathie hätten ausgedient. Die Vernunft hat bei den Mächtigen dieser Welt längst keinen Wert mehr. Wir sollten gewarnt sein und uns endlich mit klaren Worten und nachhaltigen Taten für unsere Werte einsetzen, bevor es zu spät ist.
Die Bitte um Frieden ist einer der ältesten Wünsche und Gebete der Menschen in aller Welt. Trotzdem gelingt es den Mächtigen immer wieder die Menschen gegeneinander aufzuhetzen und in Kriege zu treiben. Mittel sind ideologische Erziehung, aggressive, verleumderische Propaganda und Angst / Terror. Durch dieses geistige Gift wird eine Wagenburg-Mentalität geschaffen «alle sind gegen uns, wir müssen uns verteidigen». Bei entsprechender Intensität der Propaganda und weitgehender Abschottung von anderen Informationen gelingt die Aufwiegelung gro0er Teile der Bevölkerung. Leider!
Statt mit passender Gegenpropaganda = Friedenspropaganda zu reagieren, wird auch auf westlicher Seite nur mit materieller Aufrüstung reagiert. Es sollte (auch) der Versuch gewagt werden, mit Worten die Unsinnigkeit der gegnerische Propaganda zu verdeutlichen (Gift und Gegengift). Nicht die eigene Bevölkerung kriegstüchtig machen, sondern die «gegnerische» Bevölkerung durch Aufklärung kriegsuntüchtig / unwillig zu machen. Den Menschen muss klar werden, dass sie und die Soldaten nicht für ihr Land und die Bevölkerung kämpfen, sondern nur für die größenwahnsinnigen Ideen des herrschenden Regimes.