Moneyverse heisst die neuste Museumsattraktionen in der Bundesstadt. Die Ausstellung verbindet Wirtschaftsbildung mit modernem Museumsdesign und zeigt, dass das Thema Geld weit mehr umfasst als Banknoten und Münzen – nämlich Geschichte, Politik, Psychologie und den Alltag jedes Einzelnen.
Die Beziehung zwischen Geld und Hitze ist komplex und variiert je nach Kontext. Während finanzielle Mittel nicht unbedingt vor den Folgen extremer Hitze schützen, können sie jedoch die Anpassung an extremen Wetterbedingungen erleichtern. In Deutschland warnt der Kreditversicherer Allianz Trade vor wirtschaftlichen Verlusten von rund 112,5 Milliarden Euro bis 2030 aufgrund von Hitzewellen. Diese Verluste resultieren aus einer Kombination von sinkender Produktivität und steigenden Energiekosten.
Ich möchte mehr wissen und flüchte in die kühlen Räume der multimedialen «Geldwelten». Moneyverse ist das neue Besucherzentrum der Schweizerischen Nationalbank (SNB) im historischen Kaiserhaus. Es wurde im April 2026 eröffnet und versteht sich nicht als klassisches Geldmuseum mit Vitrinen voller Münzen, sondern als interaktive Erlebniswelt, in der Besucherinnen und Besucher die Geschichte, Bedeutung und Zukunft des Geldes entdecken können.
Die Schweizerische Nationalbank ist eine von Mythen umrankte Institution. Wie werden die sichersten Banknoten der Welt hergestellt? Und wo befindet sich das geheime Goldlager der Schweiz? Im Mythenlift wird zwischen Fakten und Fiktion getrennt.
Auf vier Stockwerken führen vier «Geldwelten» durch unterschiedliche Themen:
Die Geschichte des Geldes: Hier begegnet man ungewöhnlichen Zahlungsmitteln aus verschiedenen Kulturen und Epochen. Zu den eindrucksvollsten Exponaten gehören das riesige Steingeld der Yap-Inseln, Muschelgeld, historische Münzen sowie Gegenstände wie Nylonstrümpfe, die nach dem Zweiten Weltkrieg zeitweise als Ersatzwährung dienten.
Die Welt der Nationalbank: Besucher erfahren, weshalb die Schweiz eine Nationalbank braucht, wie Geld entsteht und welche Aufgaben die SNB erfüllt. Ein Höhepunkt ist der interaktive Leitzinssimulator, bei dem man selbst erleben kann, welche Auswirkungen Zinserhöhungen oder Zinssenkungen auf Inflation und Wirtschaft haben.
Was macht die Nationalbank? Warum ist die Schweiz reich? Macht Geld glücklich? An verschiedenen Audio-Stationen erkunden Besuchende die Themen.
Geld und Gesellschaft: Dieser Bereich stellt Fragen, die zum Nachdenken anregen: Macht Geld glücklich? Warum ist die Schweiz wohlhabend? Wie verändert Digitalisierung unser Bezahlen? An einem «Utopie-Telefon» können Besuchende Zukunftsszenarien rund ums Geld erkunden.
Geld im persönlichen Alltag: Hier geht es um den eigenen Umgang mit Geld, Konsum und finanzielle Entscheidungen. Interaktive Stationen laden dazu ein, die eigenen Vorstellungen und Gewohnheiten zu hinterfragen.
An der Station «Leitzinssimulator» können anhand verschiedener Szenarien die wirtschaftlichen Auswirkungen eines Leitzinsentscheids der Schweizerischen Nationalbank nachvollzogen werden.
Besonders gelungen ist die Verbindung von Information und Unterhaltung. Statt langer Schautafeln gibt es Hörstationen, Multimedia-Installationen und ein Spiel, bei dem kleine Gruppen gemeinsam Aufgaben lösen: etwa tonnenschweres Steingeld transportieren oder einen Geldschein sicher ans Ziel bringen. Ergänzt wird das Angebot durch 40minütige Audio-Walks mit Fachleuten aus Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft.
Auch die moderne Atmosphäre der Ausstellung ist ungewöhnlich: An einer Jukebox können Besucher Lieder wie Money von Pink Floyd oder Rich Girl von Gwen Stefani hören, während an der Money Bar Gespräche mit den Hosts über Geld, Wirtschaft und Gesellschaft möglich sind.
Wertvolle Informationen
Wie man mit Geld den Klimawandel bremsen oder sogar stoppen kann, habe ich in den gekühlten Räumen der Nationalbank nicht erfahren. Trotzdem hat sich der Besuch gelohnt. Während auf dem nahen Bundesplatz Kinder und Erwachsene die Fontänen des Wasserspiels genossen, konnte ich in dank des gut einstündigen Aufenthalts meinen Körper runterkühlen. Und Wissenswertes über unser Geldsystem erfahren.
Das kühlende Wasserspiel auf dem Bundesplatz. Foto Bern.ch
Der Eintritt ist kostenlos. Moneyverse richtet sich an Erwachsene ebenso wie an Familien sowie Schulklassen und ist in vier Sprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch) verfügbar. Geöffnet ist es von Dienstag bis Sonntag, jeweils von 10 bis 17 Uhr.
Finanziert wird Moneyverse von der Schweizerischen Nationalbank. In der inhaltlichen Erarbeitung brachten zwei bekannte Institutionen ihre spezifischen Stärken ein: das Bernische Historische Museum in den Bereichen Ausstellungskuration und Vermittlung; die Nationalbank bei fachlichen Fragen zu Wirtschafts- und Finanzthemen.
Titelbild: Im Kaiserhaus Bern dreht sich im Moneyverse alles um eine der bedeutendsten Erfindungen der Menschheit: das Geld. Der neue Lern- und Erlebnisort leistet einen Beitrag zum ökonomischen Allgemeinwissen, bietet Einblick in die Arbeit und das Mandat der SNB und greift relevante Themen rund um das Phänomen Geld auf. Fotos © Moneyverse: Marc Guerraz
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Weiterer Bericht: Berner Kaufhaus mit Überseegeschichte


Das ist ein absolut geniales Museum in einem sehr interessanten Bau. Ohne diesen Artikel hätte ich das Gebäude nie entdeckt, obwohl es sehr zentral gelegen ist. Zudem ist der Eintritt erst noch gratis.