Nach dem Schweiss kommen die Erkältungen. Wurde in den letzten Wochen überall, wo Menschen zusammenkommen, über die Hitze gestöhnt, wird bald wieder gehustet und geniest – es wird Herbst. Und damit steigt auch die Anfälligkeit, sich mit Krankheitserregern anzustecken.
Zwar zirkulieren auch im Sommer winzige Organismen und Partikel, die nur darauf aus sind, in den Körper einzudringen und Infektionen auszulösen. Stichwort Sommergrippe oder Norovirus. Ob Sommerhitze oder Herbstnebel, anstecken kann man sich mit einer Vielzahl von Erregern. Mit Viren, Bakterien, Pilzen oder Parasiten wie Zecken. Sie kommen durch die Luft, haften an Gegenständen und letztlich auch an den Händen, werden durch Körperkontakt, Nahrungsmittel, Tiere oder Wasser übertragen.
Eine grosse Gruppe der Erreger bilden die Viren. Sie sind die am häufigsten vorkommenden Mikroben und können, man denke nur an die Coronapandemie, grossen Schaden anrichten. Im Gegensatz zu Bakterien, die einzellige Lebewesen sind und sich mehrheitlich ausserhalb menschlicher Zellen entwickeln können, sind Viren biologische Einheiten und somit auf Wirtszellen angewiesen. Viren sind keine Lebewesen, haben weder einen eigenen Stoffwechsel, noch können sie sich selbstständig vermehren. Sie können aber in den Wirtszellen, in die sie eindringen, Krankheiten auslösen. Zudem können sie sich verändern, mutieren, und so bereits vorhandene Antikörper ausschalten.
Antibiotika helfen nicht
Wie gefährlich Viren sein können, hat uns die noch gar nicht so weit zurückliegende Pandemie bewiesen. Aber auch Grippeviren, Herpesviren, die in der Kindheit Windpocken und später schmerzhafte Gürtelrosen auslösen können und auch Aids sind ernstzunehmende Infektionen. Vom gefährlichsten, weil fast immer tödlichen Virus, das Menschen befallen kann, gar nicht zu reden, der Tollwut. Zudem besteht der Verdacht, dass auch Zöliakie auf einen Kontakt mit Reoviren, einem Erreger, der Atemwege und Darm befallen kann, zurückzuführen ist.
Eine Viruserkrankung kann Fieber auslösen. So schützt sich der Organismus gegen den Eindringling.
Wer nicht einsam in einem Elfenbeinturm sitzt, kann den Krankheitserregern nicht aus dem Weg gehen. Von den rund 3200 Arten, die Säugetiere befallen können, sind zwar nur etwas mehr als 200 für Menschen infektiös – aber immerhin. Die Auswahl ist auch so immer noch gross. Wie ansteckend ein Virus ist, gibt der R-Wert an. Ein R-Wert 4 heisst, dass eine infizierte Person das Virus im Durchschnitt an vier andere weitergeben wird.
Der Körper wehrt sich gegen den Eindringling mit Schutzbarrieren im angeborenen Immunsystem. Zum Beispiel mit Fieber, Erbrechen oder Durchfall. Gleichzeitig werden Antikörper gegen den Eindringling gebildet, die dem Körper helfen, solche Infekte künftig abzuwehren.
Viren können mutieren
Wenn, ja wenn das Virus sich nicht verändert und das eigene Immunsystem leistungsfähig ist. Antibiotika übrigens sind bei Viruserkrankungen wirkungslos. Deshalb heisst es, sich gegen die Erreger zu wappnen. Sei es durch Impfungen, der wirkungsvollsten Therapie, aber auch durch eine gesunde Lebensweise.
Impfungen bilden wirksame Schutzbarrieren gegen virale Infektionen. (Bilder pixabay)
Regelmässige Sporteinheiten oder Bewegung an der frischen Luft stärken die körpereigene Abwehr wie auch eine gesunde, vollwertige Ernährung. Wer darüber hinaus noch für eine ausreichende Vitamin D- Zufuhr achtet, macht schon vieles richtig. Ausreichend Schlaf kann die auf die Immunabwehr spezialisierten T-Zellen mobilisieren und Wasser und Seife zerstören die Eiweisshüllen des Virus und machen es so wirkungslos.
Natürlich gibt es auch Hausmittel: Ingwer ist immer gut und Meerrettich, fein gerieben und mit etwas Honig vermischt, soll bei erstens Anzeichen einer Virusattacke helfen. Dazu ausreichend trinken, sich inmitten vieler Menschen vielleicht mit einer Maske schützen und öfter die Hände waschen – so lassen sich die kommenden Herbst- und Wintertage weitgehend gesund geniessen.
