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24.02.2017 - Levato

Das Spionauge der Kriminellen

Facebook-Chef Mark Zuckerberg tut es, der FBI-Chef in den USA tut es auch. Sie kleben ihre Webcam auf dem Laptop mit Klebeband ab. Sollten wir das also nun auch tun?

Jeder Laptop hat heutzutage eine Webcam installiert, eine kleine Kamera im Rahmen des Bildschirms. Die Angst ist nun, dass Cyberkriminelle Zugriff auf den Computer erlangen und die Kamera aktivieren, von uns Nutzern unbemerkt. Dadurch würde der Kriminelle uns durch die Kamera sehen und beobachten können. Das ist ein gruseliges Gefühl und bereits die Idee verursacht vermutlich bei jedem eine durchaus begründete Angst.

Technische Machbarkeit

Grundsätzlich ist diese Befürchtung berechtigt, technisch ist es möglich, Zugriff auf die Kamera eines fremden Computers zu erlangen. Ein solcher Zugriff gelingt durch einen Trojaner, der auf einem fremden Computer installiert ist. Mit einem Trojaner ist die komplette Übernahme eines Rechners möglich, unbemerkt vom Eigentümer. Über diesen illegalen Zugriff kann der Kriminelle alles tun, was wir als Besitzer eines Computers auch tun können: die Festplatte durchsuchen, Dateien anschauen, kopieren oder löschen, E-Mails lesen, Passwörter betrachten und ändern, das Mikrofon aktiveren und lauschen oder die Kamera aktivieren und spionieren.

Voraussetzung für all dies ist natürlich erst einmal, dass ein Trojaner überhaupt den Weg auf den Computer schafft, vorbei am Virenscanner. Die Wahrscheinlichkeit ist hierfür nahezu gleich null, wenn ein moderner Virenscanner installiert ist, der auf dem aktuellen Stand ist, also täglich Updates erhält. Zwar gibt es Geheimdienstorganisationen, die entsprechend ausgerüstet sind, um auch dies umgehen zu können, doch muss man sich hier die Frage stellen, warum man selbst Ziel eines so kostenintensiven und aufwändigen Angriffs sein sollte.

Was gibt’s zu sehen?

Mit all diesen Möglichkeiten, die ein solcher Trojanerzugriff im schlimmsten Fall bietet, erscheint die Spionage durch die Kamera als wenig interessant für einen Kriminellen. Zu sehen gibt es über die Kamera nicht viel, bis auf ein Gesicht, das auf den Bildschirm und die Tastatur schaut. Denken Sie daran zurück, als Sie das letzte Mal Skype oder eine anderes Videotelefonie-Programm genutzt haben.

Der Gesprächspartner ist nur mit einem kleinen Ausschnitt zu sehen und besonders viele Einblicke oder gewinnbringende Einsichten hätte der auf Profitsuche befindliche Kriminelle hierdurch vermutlich nicht. Und wenn wir gerade nicht am Computer sitzen, zielt die Kamera starr auf einen Punkt jenseits des Computers, in den meisten Fällen ist dann vermutlich nur eine Wand zu sehen.

Was hätte der Kriminelle hiervon? Wenn er doch zur selben Zeit durch den Trojaner so viel andere, für ihn interessantere Möglichkeiten hat, seinen digitalen Einbruch finanziell lohnenswert zu machen. Er könnte jederzeit alle Dateien unseres Computers, alle Passwörter, E-Mails und Fotos in seinen Besitz bringen. Aus der Perspektive eines Kriminellen macht die Spionage durch die Kamera recht wenig Sinn. Somit ist die Gefahr zwar real, wahrscheinlicher sind im Extremfall eines tatsächlichen Trojaner-Zugriffs andere Szenarien, wie der Datenklau oder der Diebstahl von Passwörtern.

Es ist Ihre Wahl

Wir möchten keine Handlungsanleitungen geben, weder das Abkleben der Kamera empfehlen noch es für unnötig erklären.

Das Abkleben der Webcam liegt zurzeit nämlich sehr im “Trend”, nicht zuletzt weil es solch bekannte Persönlichkeiten wie Mark Zuckerberg und der FBI-Chef tun. Übrigens: diese Personen sind sehr aussergewöhnliche Ziele für Industriespionage und kriminelle Hacker. Wir wagen zu behaupten, dass auf deren Computern weitaus interessantere Dateien für Cyberkriminelle liegen als auf den Computern von normalen Bürgern.

Dieser Beitrag wurde bereitgestellt von unserem Kooperationspartner Levato. Weitere Hilfestellungen zu Computer, Internet und Smartphone finden Sie auf www.levato.de.

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