FrontGesellschaftWas es Neues für Ältere gibt.

Was es Neues für Ältere gibt.

Neue Erkenntnisse verständlich präsentieren, altes Wissen aktualisieren – das bieten die Seniorenuniversitäten allen Menschen ab 60.

Wissenschaft im ‹Elfenbeinturm›, nur für Gelehrte und Bücherwürmer, so konnten die Universitäten nach 1968 nicht mehr bestehen. Aus der Einsicht, dass Wissen für alle da ist, auch für ältere Menschen, hatte Prof. Dr. iur. Pierre Vellas 1972 in Toulouse die erste Seniorenuniversität mit den gleichen Grundsätzen wie heute ins Leben gerufen. Diese Idee setzte sich sehr schnell in Frankreich, Belgien, Deutschland, in der Schweiz und anderswo durch. Die Berner Seniorenuniversität wurde 1983 gegründet.

Prof. Dr. Ruth Meyer Schweizer, emeritierte Berner Soziologin, hatte in einem Interview für Seniorweb 2012 erklärt, dass sie als Präsidentin der Berner Seniorenuniversität Wert darauf lege, ein vielseitiges und attraktives Programm zusammenzustellen. Es soll Einblick geben in die verschiedenen Wissens- und Forschungsgebiete der Universität, aber unbedingt allgemeinverständlich dargeboten werden und natürlich auf die Interessen älterer Menschen eingehen. Medizinische Themen finden z.B. besonders viel Zulauf und sind deshalb etwas stärker vertreten als andere, ebenfalls interessante Themen aus wenig bekannten Wissenschaftszweigen.

Diese Vorträge sind nicht nur bei den Seniorinnen und Senioren sehr beliebt, sondern auch bei den Vortragenden. In Bern trifft die Programmkommission eine Auswahl aus doppelt so vielen oder mehr Vorschlägen. Die Dozenten und Dozentinnen nehmen die Gelegenheit sehr gern wahr, ein Thema aus ihrem Forschungsgebiet allgemeinverständlich zu behandeln. Die Zuhörenden bringen ihre eigene Lebenserfahrung mit und haben einen unverstellten Blick, und in den anschliessenden Diskussionen zeigen sich oft neue Aspekte.


Allein schon der Blick in die altehrwürdigen Gebäude lohnt sich, hier Uni Bern.

Die Vorlesungsreihen stehen allen Interessierten ab 60 (bzw. 58) offen. Die Träger der Seniorenuniversitäten sind frei in der Gestaltung des Programms und auch der Eintrittsgebühren, weshalb die Eintrittsgebühren unterschiedlich hoch angesetzt sind. Die Preisdifferenzen erklären sich dadurch, dass einige Seniorenuniversitäten den regulären Universitäten angeschlossen sind, andere Teil der kantonalen Volkshochschulen oder ganz unabhängig sind.

Für alle genauen Angaben ist es also unumgänglich, sich die Programmhefte genau anzuschauen bzw. herunterzuladen.

Bitte beachten Sie auch: Wer sich für ein ganzes Vorlesungsjahr (in der Regel Sept./Okt. bis Ende Mai) einschreibt, zahlt zwar einen höheren Betrag, hat damit aber Zutritt zu jedem Vortrag an allen Seniorenuniversitäten. Es ist auch überall möglich, nur eine Vorlesung zu einem kleinen Eintrittspreis (Tageskasse) zu besuchen, allerdings steht in allen Programmen zu lesen: Einzeltickets werden nur abgegeben, soweit noch freie Plätze vorhanden sind. – Die Vorträge sind durchwegs gut besucht.

Wichtig zu wissen: Auch in der französischen Schweiz (einschliesslich Bern) sind die Seniorenuniversitäten sehr lebendig. Schliesslich gibt es für Angebote in italienischer Sprache. Die Università della Terza Età, eine unabhängige Institution, ist dem Verband der Seniorenuniversitäten nicht angeschlossen. Sie wendet sich nicht nur an Migrantinnen und Migranten italienischer Sprache, sondern steht allen offen, die ihr Italienisch auffrischen wollen.

Ein Blick auf die neuen Programme:

Basel: 20. Okt. 2014: Lucas Burkart: Die italienische Renaissance und der Orient

Bern: 19. Sept. 2013: Robert Greif: Plötzlicher Herz-Kreislaufstillstand. Warum das Training von Senioren in den Wiederbelebungs-Massnahmen (CPR) die zentrale Kampagne des European Resuscitation Councils darstellt.

Luzern: 22. Sept. 2014: Ivanka Marti: Die Welt der Märchen. Märchenillustration – Es war einmal…und wie ist es heute?

Schaffhausen: 20. Okt. 2014: Ernst Peter Fischer: Manchen gibt’s der Herr im Schlaf: Träume von Wissenschaftlern, die zu Erkenntnissen geführt haben.

Winterthur: 17. Sept. 2014: Benjamin F. Brägger: Der Freiheitsentzug in der Schweiz: Ein Blick hinter Mauern und Gitter (Die Vorträge werden mehrheitlich aus dem Programm der Senioren-Universität Zürich ausgewählt.)

Zürich: 23. Sept. 2014: Andreas Kellerhals: Die Schweiz und Europa. Die Entwicklung der Beziehungen seit dem Ende des II. Weltkrieges und künftige mögliche Entwicklungen

Die kompletten Programme finden Sie unter den folgenden Links:

Seniorenuniversität Basel

Seniorenuniversität Bern

Seniorenuniversität Luzern

Seniorenuniversität Schaffhausen

Seniorenuniversität Winterthur

Seniorenuniversität Zürich

Für Italienischsprachige

Alle Adressen der Schweizer Seniorenuniversitäten (inkl. Romandie und Tessin) finden Sie hier.

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