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Krippen aus dem Süden

Krippen und südländische Stimmung? Das Landesmuseum in Zürich zeigt zurzeit über zwanzig einmalige und faszinierende Krippen mit Hauptaugenmerk auf dem Tessin und Italien.

Im Tessin haben Krippen eine lange Tradition; sie gehören zum öffentlichen Leben und schmücken ganze Dörfer. Das Landesmuseum in Zürich präsentiert bis 6. Januar 2016 insgesamt 23 Krippen aus der Sonnenstube der Schweiz und aus Italien sowie wertvolle Exponate aus der Museumssammlung.

Aus einem einzigen Stück Nussbaumholz hat der Tessiner Krippenbauer Sergio Bassetti 2008 diese Krippe geschnitzt. (Foto: Prof Guido Bruni. Leihgabe Chiesa del Sacro Cuore di Bellinzona)

Diese Krippe aus Ton, Draht, Textilien und anderen Materialien wurde 2003 von Mario Capuano hergestellt, dessen Familie seit 1840 in der Krippenbaukunst tätig ist. (Leihgabe Spielzeug Welten Museum Basel)

Wenn im Tessin ganze Dörfer zu Bühnen für Weihnachtskrippen werden, kündigt sich die besinnliche Zeit des Jahres an. Gassen, Plätze und Höfe verwandeln sich in einen veritablen «Krippenweg», der dieses Jahr bis ins Landesmuseum führt – zumindest von der Idee her. Der «Percorso Presepi» der Chiesa del Sacro Cuore ist gelebte Tradition. Aus der Sammlung der Chiesa del Sacro Cuore in Bellinzona und von weiteren Leihgebern stammen denn auch die im Landesmuseum gezeigten Krippen. Darunter etwa das präzise, architektonisch detailgetreu nachgebaute Modell der Wallfahrtskirche Madonna del Sasso. Einige Exemplare stammen von lokalen Tessiner Krippenbauern aus Balerna zum Beispiel oder die aus einem einzigen, über einen Meter langen Stück Nussbaumholz geschnitzte Krippe aus Arbedo. Die Maserung und die polierte Oberfläche des Holzes lassen die Figuren und Landschaftselemente lebendig erscheinen.

Die Krippe aus Gips, Gipskarton und anderen Materialien hat Walter Gianotti, Mitglied der Comunità e Chiesa del Sacro Cuore in Bellinzona, 2011 zu Ehren eines Kapuzinermönchs aus Ossasco geschaffen. (Leihgabe Walter Gianotti, Bellinzona)

Neapel ist ein Zentrum der Krippenkunst in Italien

In Italien kennt jede Region ihre jeweils eigenen charakteristischen Materialien und Motive. Aus der Not wurde in Apulien eine Tugend, prekäre Umstände führten dazu, dass Krippenfiguren aus einfachsten Materialien gefertigt wurden: Papiermaché und dem heimischen Gestein «pietra leccese», feinem Kalkgestein. Ganz klassisch kommt auf Sizilien Terrakotta zum Einsatz, wo das historische Zentrum der Keramikherstellung in Caltagirone in der Provinz Catania liegt. Szenen mitten aus dem Leben gegriffen zeichnen die berühmte neapolitanische Krippe mit ihren ausdrucksstarken, reich dekorierten Figuren aus, die sich etwa auf dem Markt befinden oder beim geselligen Tombola-Spiel. Das Landesmuseum Zürich zeigt neben 22 anderen auch eine solche typische neapolitanische Krippe mit lebensnahen Szenen, hergestellt von Mario Capuano, dessen Familie seit 1840 in der Krippenbaukunst tätig ist.

Im Norden Italiens hat die Krippe aus Papier eine lange Tradition. Diese Papierkrippe aus dem Museo della Civiltà Contadina der Tessiner Gemeinde Stabio, könnte daher auch aus dem angrenzenden italienischen Raum stammen. (Leihgabe Museo della civiltà contadina del Mendrisiotto, Stabio).

Rahmenprogramm für alle

Am Samstag, 5. Dezember 2015, 14.00 Uhr, besucht der Samichlaus die Kinder mit einer Überraschung. Ein breites Rahmenprogramm für Erwachsene und Kinder ergänzt die Ausstellung: teils geführte, teils freie Bastelangebote, Führungen für Familien und die Hörstationen mit Kinderliedern für die Kleinen. Das komplette Programm ist online, es richtet sich an Kinder ab 5 Jahren: www.krippen.landesmuseum.ch

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