Das ist das Leitmotiv des legendären Art Furrer, der seit kurzem im Seniorenzentrum in Naters VS lebt. Mit dem 89jährigen, Sehbehinderten, habe ich mich getroffen und ihn nach seinem Leben befragt.
Wer kennt ihn nicht. Furrer wuchs in dem kleinen Bergdorf Greich im Aletschgebiet auf und arbeitete zunächst als Skilehrer und Bergführer. Nachdem der junge Slalomfahrer vom Schweizerischen Skiverband nicht für die Olympischen Winterspiele 1960 selektioniert worden war, wanderte er 1959 in die USA aus und war dort als Skilehrer – unter anderem für Leonard Bernstein und für Mitglieder der Familie Kennedy – tätig. Furrer hat eine Tochter und zwei Söhne, von denen Andreas seine Betriebe leitet. Sein Bruder Gregor Furrer ist Verwaltungsratspräsident des Sportartikelunternehmens Völkl Schweiz.

Nach seiner Rückkehr in die Schweiz im Jahre 1973 zog Art Furrer in die oberhalb seines Heimatdorfs Greich gelegene Riederalp und baute dort das Art Furrer Resort. Zur selben Zeit begann er, seine in den USA erprobten Ski-Akrobatik-Showkünste in der Schweiz bekannt zu machen. Früher gehörten zu seiner Hotelgruppe sechs weitere Hotels und Restaurants auf der Riederalp, dazu das Schlosshotel in Brig. Seinem Art Furrer Resort ist der höchstgelegene Golfplatz der Schweiz angeschlossen. Art Furrer hat die Betriebe 2008 an Andreas, eins seiner Kinder, übergeben.

Furrer mit seiner Frau und seinem Sohn im Seniorenzentrum in Naters
Art Furrer ist vor allem in der Schweiz, in den 1990er-Jahren durch Auftritte in der TV-Sendung Verstehen Sie Spaß? auch in Deutschland und Österreich, zu breiter Bekanntheit gelangt. Sein bekanntester Auftritt war ein in Garmisch-Partenkirchen gedrehter Film, bei dem er sich als Skischüler ausgibt und mit vier Meter langen Skiern zu der Skistunde erscheint. Diese Skier wurden von der Firma Völkl speziell für die Sendung produziert.

Im Jahr 2020 wurde der Betrieb der Hotels eingestellt und sämtliche Betriebe verkauft, als letztes das Schlosshotel in Brig im Jahr 2021. Art Furrer hat noch je eine Wohnung in Zermatt und auf der Riederalp. Das Seniorenzentrum beschreibt er als sein Basislager, wo er sehr gut aufgeboben sei. Hier treffe ich ihn und möchte von ihm wissen, wie es ihm heute geht. Er sagte. «Ich fühle mich in meinem Alter sehr gut, weil ich jeden Tag mein Trainingsprogramm absolviere. Dabei laufe ich viel, nehme nicht den Lift bis zum vierten Stock. Unterwegs begleitet mich meine Frau und mein Sohn Andreas sorgt sich um alles Schriftliche.»

Wann er zum letzten mal auf den Ski gefahren ist, will ich wissen und er meinte lachend: «Ich bin im vorletzten Winter Ski gefahren. Man hat es mir dann verboten weil ich die Abschrankungen umgefahren bin.» Wie er Medien konsumiere, wollte ich weiter wissen. Er sage: «Ich verfolge am Fernsehen vor allem politische Sendungen, will wissen, was in der Welt passiert.» Er hofft nur noch, dass sein blindes Auge operiert wird. «Ein Arzt hat mir gesagt, dass es künftig eine Möglichkeit gibt, ein Implantat einzusetzen.»
