FrontGesundheitGute Noten für Gesundheitsversorgung

Gute Noten für Gesundheitsversorgung

Die Bevölkerung ist mit der Gesundheitsversorgung im Kanton Zürich sehr zufrieden. Trotz der sich wandelnden Bedürfnisse blickt sie optimistisch in die Zukunft.

Wie zufrieden sind die Zürcherinnen und Zürcher mit der Gesundheitsversorgung im Kanton? Um diese und ähnliche Fragen zu beantworten, führt die Gesundheitsdirektion jährlich eine telefonische Umfrage durch. Im November 2015 hat das LINK-Institut für Markt- und Sozialforschung dafür rund 1600 Personen interviewt, die im Kanton Zürich wohnen. Zusammen mit den Ergebnissen früherer Befragungen ergibt sich daraus ein aufschlussreiches Bild über die Wahrnehmung der Gesundheitsversorgung seit 2003.

Grundsätzlich ist die Zufriedenheit der Bevölkerung mit der Gesundheitsversorgung im Kanton Zürich so hoch wie noch nie seit 2003. Dies betrifft sowohl die Art und Weise, wie die Spitäler funktionieren, als auch die Verfügbarkeit der medizinischen Dienstleistungen sowie die Gesundheitsversorgung insgesamt. Letztere wurde einzig im Jahr 2012 noch leicht besser bewertet.

Diese Werte belegen das grosse Vertrauen der Zürcherinnen und Zürcher in die Arbeit der Leistungserbringer im Gesundheitswesen. Auch mit Blick auf die Zukunft fühlen sich die Befragten durch die Gesundheitsversorgung gut abgesichert. Im Gegensatz dazu stagniert die Zufriedenheit mit der Spitalbehandlung bei denjenigen Befragten, die in den letzten zwölf Monaten im Spital waren. Nachdem diese Kundenzufriedenheit in der Befragung jahrelang für Spitzenbewertungen gesorgt hatte, liegt sie heute auf vergleichbarem Niveau wie andere Indikatoren.

Veränderte Bedürfnisse bei der ärztlichen Versorgung

Etwas ambivalent sind die Resultate, was die ärztliche Versorgung betrifft. Einerseits sinkt die Zustimmung zur Aussage, dass es im Kanton Zürich genügend Ärzte gibt. Zudem geben auch immer weniger befragte Personen an, einen persönlichen Hausarzt zu haben. Gleichzeitig werden die Hausärzte und Spezialisten als besser erreichbar beurteilt. Diese Resultate illustrieren die Veränderungen im Bereich der Hausarztmedizin: Vielen Personen ist es heute wichtiger, Hausarztdienstleistungen zeitlich flexibel in Anspruch nehmen zu können, als durch einen persönlichen Hausarzt behandelt zu werden. Gruppenpraxen und Ärztezentren können diese veränderten Bedürfnisse besser befriedigen.

Spitalwahl: Qualität entscheidet

Auch mit der Qualität der Spitäler sind die Befragten sehr zufrieden. Interessant ist es, nach welchen Kriterien ein Spital für einen geplanten Eingriff ausgewählt wird. Es gilt dabei zu unterscheiden zwischen der hypothetischen Wahl aller Befragten und der tatsächlichen Wahl derjenigen, die im letzten Jahr im Spital waren. Die Qualität des Spitals ist in beiden Fällen das wichtigste Kriterium. Danach kommen die Empfehlung des Arztes und der Standort des Spitals. Bei tatsächlichen Spitalaufenthalten war der Standort des Spitals jedoch wesentlich wichtiger als im theoretischen Fall. Dies zeigt, dass sich in der Realität viele Befragte entgegen ihren Vorsätzen wohnortsnah behandeln lassen.

Die Grösse des Spitals spielt im Vergleich zu den erwähnten Kriterien bei der hypothetischen Spitalwahl eine untergeordnete Rolle, genauso die Empfehlung von Freunden und der Preis. Es zeigt sich jedoch, dass bei der tatsächlichen Wahl des Spitals die Grösse tendenziell eine immer wichtigere Rolle einnimmt. Dieser Umstand deckt sich mit den Bestrebungen der Gesundheitsdirektion, Mindestfallzahlen für Behandlungen zu etablieren, bei denen eine häufigere Durchführung die Qualität erhöht.

Steigende Zufriedenheit mit Heimen und Spitex

Sehr erfreulich entwickelt sich die Wahrnehmung des Bereichs der Langzeitpflege. Sowohl Alters- und Pflegeheime, als auch Spitex-Organisationen werden punkto Qualität und Ver-fügbarkeit besser als in den Vorjahren beurteilt. Im Vergleich zu den Spitälern liegen die Beurteilungen immer noch auf tieferem Niveau. Auch die Chance, bei Bedarf in ein ge-wünschtes Alters- oder Pflegeheim eintreten zu können, wird in der neuesten Befragung klar höher beurteilt als in den Vorjahren.

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