FrontKulturNächstes Jahr wird alles besser

Nächstes Jahr wird alles besser

Die Winterruhe im Garten und die neuen Gartenkataloge verlocken dazu, sich zu überlegen, was besser werden kann im grünen Bereich. Und für gute Vorsätze ist es ja nie zu spät.

Im warmen Wohnzimmer macht gärtnern richtig Spass. Ganz ohne Spaten und Setzholz – und auch ganz ohne Schnecken, Blattläuse und Dauerregen – kann jetzt ein Mustergarten angelegt werden, voll Harmonie und Blütenduft, eine Farbsinfonie, die von keinem Misston gestört wird.

Es braucht dazu nur die neuen Gartenkataloge und einige Gedankenexperimente, und schon wächst und grünt und blüht alles. Dass er ein Traum sein wird, der von der Realität mit dem falschen Wetter zur falschen Zeit, der Hetze des Alltags und all den kleinen Gartenguerilleros ganz schnell eingeholt wird, weiss zwar jeder. Aber träumen und gute Vorsätze fassen, das gehört einfach zum Jahreswechsel.

Im Frühling fehlen sie, die Märzenbecher, im Sommer vermisst man sie nicht mehr unter all dem Grün und im Herbst vergisst man, Zwiebelchen zu pflanzen. Also jetzt kahle Stellen fotografieren, als Gedächtnisstütze. (B.R.)

Gute Vorsätze

Und einiges kann man sich ja wirklich vornehmen. Zum Beispiel, im Frühling all die Stellen zu fotografieren, wo im Spätsommer Zwiebeln von Frühlingsblühern versenkt werden könnten. Wer hat im Frühling nicht schon gedacht, dass Schneeglöckchen, Krokusse oder Bluebells beim Treppenaufgang oder direkt am Sitzplatz doch recht malerisch wären, so als ersten Frühlingsgruss? Im Sommer aber ist alles grün und üppig überwachsen. Da helfen die Aufnahmen vom Frühling und ganz schnell sind ein paar Zwiebelchen unter der sommerlichen Blätterfülle versenkt.

Dieses Jahr werden die Clematistriebe in der dunklen Eibe hochwachsen. Ganz sicher.

Auch meine Clematis werde ich in diesem Gartenjahr genau im Auge behalten. Eigentlich sollte sie sich durch das dichte Nadelkleid einer Eibe winden, aber meist entdecke ich die zarten, zerbrechlichen Triebe erst, wenn sie sich bereits an andere, hellere Büsche festgeklammert haben. Dort blühen sie dann üppig und mein dunkler Eibensichtschutz steht wie eine schwarze Wand daneben. Aber dieses Jahr wird alles anders! Da werden die zartlila Clematisblüten sich anmutig vom dunkelgrünen Nadelkleid abheben.

Mit etwas Pflege sollten die Amaryllis, die jetzt noch im warmen Wohnzimmer stehen, auch im nächsten Winter wieder blühen. Gelungen ist es mir zwar noch nie, aber versuchen werde ich es trotzdem wieder.

Im nächsten Sommer werden meine Amaryllis, die jetzt im Wohnzimmer und Wintergarten langsam am Verblühen sind, zu ihrer wohlverdienten Sommerruhe unter den Büsche kommen. Und auf die Schnecken, die die dicken Zwiebeln heiss lieben, werde ich ein wachsames Auge haben. Und im August stelle ich die Töpfe unter das Dach und lasse sie fast austrocknen. In frische Erde gepflanzt, sollten sie dann in der nächsten Weihnachtszeit wieder zum Blühen kommen. Wenn mein guter Vorsatz bis dahin nicht längst vergessen ist.

Essbare Glücksbringer

Haben Sie zu Neujahr auch ein Töpfchen mit vierblätterigem Glücksklee (Oxalis tetraphylla) erhalten? Wer die Pflänzchen jetzt in ein grösseres Gefäss umtopft und ab Mai im Freien auspflanzt, kann sich im Sommer über kleine Blüten freuen. Im Herbst dann werden die Pflanzen wieder ausgegraben.

Nebst kleinen Brutzwiebelchen, mit denen neue Neujahrsgrüsse herangezogen werden können, findet man dann verdickte, weisse Wurzeln. Sie sehen aus wie kleine weisse Rettiche. Und sie können gegessen werden, schmecken, in etwas Butter gedünstet, sehr angenehm. Und man kann anschliessend mit gutem Gewissen behaupten, man habe das Glück mit Löffeln (na, ja, oder Gabeln) gegessen! Wenn das kein guter Vorsatz ist.

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