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Ferien in der Schweiz statt Flugscham

Immer wieder waren wir vor den Ferien in der Familie mit einem Thema konfrontiert. Ja, wohin, ins Ausland mit dem Flugzeug oder doch ins Inland mit dem Velo? Die Entscheidung lag zwar auf der Hand, doch Diskussionen gabs dennoch. Die Entscheidung war dann klar: In diesem Sommer gehts in die Schweiz, in die Zentralschweiz.

Unsere Wahl kam nicht nur aufgrund der aktuellen sinnvollen und notwendigen Klimadebatte zustande, sondern weil in der Familiendiskussion am Schluss einfach die Freude und die Lust aufkamen, unsere Ferien wieder mal in der Schweiz zu verbringen. Und wir wagten ein Experiment. Wir buchten eine Ferienwohnung auf einem Weingut in Meggen direkt am Vierwaldstättersee. Rückblickend waren diese Ferientage in der Schweiz wunderbar, gar abenteuerlich.

Doch der Reihe nach: Hingereist sind wir aus der Ostschweiz per Bahn, im Gepäck unsere Sportkleider und, nicht zu unterschlagen, natürlich mit unseren Fahrrädern an der Hand. Schon die Reise zur Unterkunft war abwechslungsreich, auch unterhaltsam und voller Überraschungen. Sich im Zürcher Hauptbahnhof mit Sack und Pack und dem Fahrrad an der Hand durch die Menschenmenge zu bewegen, hat ein durchaus gutes Gefühl ausgelöst. Denn welch Wunder: Ich gehörte diesmal nicht dem Menschenstrom an, der sich gestresst und ohne Lächeln einen Weg durch den Bahnhof bahnte und dem nächsten Termin entgegenspulte.

Einen internationalen Touch erhielt unsere Reise zu unserem Ferienort, als wir im Bus vom Luzerner Hauptbahnhof zu unserer Unterkunft eine indische Familie kennenlernten. Einen Tag später trafen wir diese Familie ganz zufällig wieder in einem Bus. Die Freude war gross, die Begrüssung überaus herzlich. Zwei Familien während den Ferientagen im öffentlichen Verkehr unterwegs. Es schien, als ob wir uns tagtäglich im Bus begegnen würden. Oder ganz anders rum: Reisen mit dem öffentlichen Verkehr verbindet über Landes-Grenzen, gar Kontinente hinweg.

Beschauliche Ferien auf dem Weingut mit Blick auf den See.

Die Tage am See, im See und auf dem Weingut waren beschaulich, das Frühstück auf der Terrasse mit Aussicht schmeckte herrlich. Wir nahmen auch die Gelegenheit wahr, den Wein vom Gut und die schmackhaften Schnäpse, gebrannt auf dem Gut, zu degustieren.

Die Rückreise nach Hause führte uns über den Bahnhof Luzern. Während meine Frau mit den Kindern Sandwiches kaufen ging, habe ich im Bahnhof unserer Hab und Gut und natürlich auch die fünf 5 Fahrräder bewacht. Und plötzlich stiegen bei mir Erinnerungen auf. Erinnerungen an meine Jugendzeit, als ich mit Freunden und mit Tramper-Rucksack ausgerüstet Europa erkundet habe. Damals waren es Gefühle von Freiheit und Abenteuer. Und an diesem letzten Ferientag war es nicht anders, das Abenteuer war hinter uns, die Freiheit, die haben wir in vollen Zügen genossen. Und das in der Schweiz, am Vierwaldstättersee in Meggen.

Wir freuen uns auf die nächsten Ferien in der Schweiz – Flugscham hin oder her.

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