FrontKulturLebendige Musikinstrumentensammlung

Lebendige Musikinstrumentensammlung

Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass es nicht nur in grossen Städten Museen gibt, die man unbedingt besuchen muss, nein, auch das hübsche Städtchen Willisau beherbergt ein unerwartetes Kleinod, die Musikinstrumentensammlung Willisau. Die Regionalgruppe Luzerner Treff besuchte die Sammlung. Hier ihr Bericht.

Adrian Steger, der Leiter des Museums, machte uns zu Beginn der Führung mit der Entstehung der Ausstellung bekannt. Am Anfang der Sammlung stehen zwei Namen: der Instrumentenhersteller Christian Patt aus Malix sowie der Farben-Fabrikant Heinrich Schumacher aus Luzern, der ein leidenschaftlicher Sammler alter und wertvoller Musikinstrumente war. Durch glückliche Umstände (die Sammlung Schumachers war längere Zeit im Wagner-Museum auf Tribschen beheimatet) konnten die zwei Sammlungen vor vielen Jahren in Willisau zum heutigen Museum zusammengeführt werden. Im Laufe der Jahre bereicherte auch die Albert Köchlin Stiftung die Sammlung mit neuen wertvollen Instrumenten.

Museumsleiter Adrian Steger erklärt das Alphorn ähnliche Instrument Trumscheit. 

Gleich am Anfang der Austelllung wurde unsere Gruppe in die Zeit von König David versetzt. Ob David, der mutige ehemalige Schafhirte, der den Goliath in die Knie zwang, wirklich der grosse Harfenspieler war, ist bei Historikern umstritten, indessen ist anzunehmen, dass David seine rund 70 Psalmen auf der grossen Leier gespielt hatte. Sicher aber ist auch, dass von den 150 existierenden Psalmen gut die Hälfte aus seiner Feder stammen. Anhand musikalischer Beispiele erklärte uns Adrian Steger, dass die bekannten Gregorianischen Lieder, die heute noch in den Klöstern gesungen werden, aus den hebräischen Psalmengesängen hervorgegangen sind.

Ein längliches Instrument, genannt Trumscheit

Nach dem hoch interessanten Ausflug in die alttestamentarische Zeit von David, Salomo und der Königin von Saba, ging es weiter in die eigentliche Sammlung der über 100 Musikinstrumente. Das Reizvolle an diesem Museum besteht unter anderem darin, dass man einzelne Instrumente auch selber spielen kann. Manchmal gab es wirklich Erstaunliches zu sehen, zum Beispiel ein längliches Instrument, genannt Trumscheit, das einem Alphorn gleicht, dem man mit einem Bogen trompetenartige Töne entlockt. Oder das Mirliton, ursprünglich aus dem Kapuzinerinnenkloster St. Anna in Luzern – 16. Jh., eine Ansing- oder Zwiebel-, auch Eunuchenflöte genannt, in die man nicht hineinblasen, sondern, wie der Name sagt, hineinsingen muss.

Die menschliche Fantasie entwickelte immer wieder neue Instrumente, wie zum Beispiel statt einer teuren Kesselpauke aus Kupfer einen fast gleichwertigen Ersatz aus Holz. Auch ein Tastencello und eine einfach gefertigte Lyra aus Afrika zum selber spielen gab es zu bewundern.

Die Zeit verging im Nu. Der Ausflug nach Willisau wird allen Beteiligten gerne in Erinnerung bleiben. Beim anschliessenden Mittagessen in der bekannten Bäckerei- Konditorei Amrein hat unsere Gruppe von fünfzehn Personen angeregt über das Gesehene und Gehörte diskutiert.

Wer mehr wissen oder selbst hinfahren möchte: Hier gibt es alle Details über die Willisauer Musikinstrumentensammlung.

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