FrontKulturWo sind die älteren Frauen?

Wo sind die älteren Frauen?

Das vierköpfige deutsch-schweizerische Theaterkollektiv RITA sucht aufgeschlossene ältere Frauen (60+), die Lust haben, über ihre Lebensgeschichte, ihren Umgang mit dem Alter und der eigenen Weiblichkeit im Alter zu sprechen.

Im Rahmen ihrer Recherche-Arbeit möchte das Kollektiv auf diese Weise ganz persönliche Erfahrungsberichte und Stimmen von Schweizer Frauen sammeln, welche dann als Material in die Entwicklung eines Theaterabends (Premiere im Herbst 2020 im Theater am Gleis/Winterthur) einfliessen sollen.

Bei Interesse findet der Austausch wahlweise per Mail, Telefon oder Skype statt. Das Kollektiv stellt einen kurzen Fragebogen zum Thema bereit, welcher nach Beantwortung direkt an kollektivrita@gmail.com gesendet werden kann (hier  der Link zum Fragebogen: Fragebogen Kollektiv RITA).

Darüber hinaus freut sich die Gruppe über Frauen, die bereit sind, mit ihr Kontakt aufzunehmen, um sich über ihre Erfahrungen zum Thema Weiblichkeit und Alter direkt auszutauschen. Alle Angaben werden selbstverständlich anonymisiert und entsprechend vertraulich behandelt.

Weibliches Alter sichtbar machen

Unter dem Arbeitstitel OMA PALOMA beschäftigt sich die Gruppe aus vier Theatermacherinnen derzeit mit der Frage nach der Sichtbarkeit weiblichen Alters. Sie möchte, ganz im Sinne von Simone de Beauvoir, die ZuschauerInnen zum Zuhören und Hinsehen bewegen und explizit den Erzählungen reifer Frauen eine Bühne bieten. Dafür sammeln sie Geschichten sowohl aus der Literatur als auch aus dem Leben. Sie möchten sich explizit mit Frauen aus Winterthur, Zürich und Umgebung verbinden, Gespräche führen, Fragen stellen, Geschichten sammeln. In diesem Rahmen generieren sie Material für die weitere konzeptionelle und szenische Arbeit und setzen sich zugleich mit den Themen, Anregungen und Ideen dieser Frauen hinsichtlich unseres Projekts und ihren individuellen Bedürfnissen der Repräsentation innerhalb eines solchen Themas auseinander. Ihr besonderes Anliegen ist es, die Stimmen dieser Frauen dann jeweils in das Theaterprojekt mit einzuflechten, um der Meinungsvielfalt Rechnung zu tragen.

Die entstehende Textcollage aus individuellen Stimmen soll schliesslich sowohl mit philosophischen Grundlagentexten zum Thema “Alter”, als auch mit dramatischen und literarischen Texten gespickt werden, um vielseitige Blickwinkel und Schlaglichter zu ermöglichen. Die Sammlung verschiedener persönlicher Geschichten ist deshalb immanent, weil der Individualität der Erfahrungen Rechnung getragen werden muss. Nur durch die Akzeptanz der individuellen Erfahrung, können wir uns überhaupt einem allgemeingültigen Standpunkt annähern, mit dem sich die ZuschauerInnen auf ihre Weise identifizieren können.

Und so kann es gelingen, das Bild, welches die junge Generation von den „alten Frauen“ hat, das aber einem gesamtgesellschaftlichen Phänomen entspringt, gemeinsam neu zu denken.

Mehr unter: www.kollektivrita.com

 

4 Kommentare

  1. Recherchearbeit RITA
    Mit grossem Interesse lese ich von Ihrem Projekt, den älteren Frauen eine Stimme, also auch ein Gesicht zu geben. Nach einem überaus interessanten, vielfach schwierigen, aber von Liebe gekrönten Leben, stehe ich als nunmehr an Jahren alte, total junge Frau in meiner Altersphase. Ich habe das enorme Glück von meiner Umwelt, vorwiegend bedeutend jüngeren Frauen, mehrheitlich bewundert zu werden. Meine Person wird, für mich völlig normal, wie eh und jeh, gesucht, man schreibt mir Mails, möchte mit mir zusammenkommen, es gibt keine Altersbarriere. Meine erwachsenen Kids sagen mir, ich würde eine völlig bejahende, humorvolle, trotzdem keineswegs oberflächliche Ausstrahlung besitzen. Mein Glück besteht ev. auch darin, dass ich eine modische, gut erhaltene reife Person bin. Ich bin kein Mäuschen am Herd, war eine geforderte Geschäftsfrau und erfreue mich an fast täglichen Unternehmungen. Viele Schicksalsschläge haben meine Seele gefordert, mein Glauben an eine neue Zukunft ist geblieben. Was mich trotzdem beschäftigt, ist die Unmöglichkeit, altershalber, keine weitreichenden Planungen mehr machen zu können. Das Wissen um die Endlichkeit ist omnipräsent. Gerne höre ich Mehr von Ihrem Projekt, wünsche Ihnen dazu viel Erfolg. Vivianne

    • Sehr geehrte Frau Hablützel. Vielen Dank für Ihre Worte und Ihre Reaktion auf unser Vorhaben. Es freut uns sehr, dass es bereits nach so kurzer Zeit bereits auf sehr reges Interesse stösst. Haben Sie vielleicht darüber hinaus Lust unseren Fragebogen ( der ist oben im Text als Link zu finden) auszufüllen und uns zu schicken? Das wäre für uns ganz grossartig.
      Mit den allerbesten Grüssen, Clara

  2. ausgefüllt und abgeschickt, hoffentlich an die richtige Adresse???? Das Alter lässt grüssen Vivianne

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