FrontKulturNeues Leben in den Museen

Neues Leben in den Museen

Wann Corona ein Ende nimmt, ist ungewiss. Doch schon seit vier Wochen sind Kunstwerke in Bern von ihrer Quarantäne erlöst.

Auch das Zentrum Paul Klee und das Kunstmuseum Bern sind beide wieder offen, und die Sonderausstellungen dort können wieder besucht werden. Mit der Leiterin Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit KMB-ZPK, Maria-Teresa Cano, haben wir über die Erlebnisse, Erfahrungen, Freuden und Probleme gesprochen, die damit verbiunden sind.

Frau Cano, die coronabedingte Einsamkeit der Ausstellungen ist vorbei, Ihre Museen sind wieder offen!

Das Kunstmuseum Bern und Zentrum Paul Klee haben ihre Tore am 12. Mai 2020 wieder geöffnet. Es war ein besonderer und berührender Moment, wieder Besucherinnen und Besucher in unseren beiden Häusern begrüssen zu dürfen. Wir sind darüber sehr dankbar.

Inwiefern entsprach die Wiedereröffnung Ihren Vorstellungen?

Das Schutzkonzept hat aus unserer Sicht sehr gut funktioniert. Wir freuen uns, dass auch unsere Cafés mit angepassten Konzepten wieder Gäste empfangen können, und somit ein kleines Stück urbane Normalität wieder zu erleben ist in unseren Häusern. Die Atmosphäre war ganz entspannt.

Der Andrang war vermutlich am Wochenende besonders gross.

Die Besucherzahlen waren in beiden Häusern erfreulich hoch. Wir sind sehr zufrieden mit dem Besucherandrang. Die Ausstellungen El Anatsui im Kunstmuseum Bern und Lee Krasner im Zentrum Paul Klee sind Publikumsmagnete. Beide Ausstellungen konnten wir verlängern. Lee Krasner bis am 16. August 2020 und El Anatsui bis am 1. November 2020.

Ausstellungsverlängerungen bringen wohl manche Schwierigkeiten mit sich?

Eine Ausstellungsverlängerung zu bewerkstelligen ist zum einen anspruchsvoll und zum anderen komplex. Die Koordination und Absprachen mit den verschiedenen Partnermuseen und Leihgeberinnen, Leihgebern bedürfen vieler Abklärungen und viel Verhandlungsgeschick. Dass jeder Leihgeber, jede Leihgeberin einen eigenen Zeitplan verfolgt und wir in vielen Fällen nur eine Station von vielen sind, erschwert alles noch zusätzlich. Umso schöner, dass es mit El Anatsui und Lee Krasner geklappt hat.

Was überraschte Sie bei der Wiedereröffnung besonders?

Die wunderbaren Reaktionen der Besuchenden. Da waren durchwegs echte Freude und viele Emotionen zu spüren. Im Zentrum Paul Klee waren ein junger Vater mit Tochter die ersten Besuchenden. Im Kunstmuseum Bern standen die Besuchenden Schlange.

Welche Erwartungen haben Sie künftig?

Wir freuen uns, wenn das Interesse an unseren Ausstellungen beim Publikum weiterhin so gross bleibt und während den Sommerferien das Kunstmuseum Bern und Zentrum Paul Klee ein Ausflugziel erster Güte wird.

Vielen Dank für dieses Gespräch – und beste Wünsche für kommende Zeiten!

El Anatsui, Gravity and Grace, 2010. Flaschenverschlüsse aus Aluminium und Kupferdraht 482 x 1120 cm. Collection of the artist Nsukka, Nigeria © El Anatsui. Courtesy of the artist and Jack Shainman Gallery, New York.

Beitragsbild: Lee Krasner, Polar Stampede, 1960 Öl auf Leinwand, 243.8 x 412.4 cm. The Doris and Donald Fisher Collection at the San Francisco Museum of Modern Art, Foto: Kasmin Gallery, New York. © The Pollock-Krasner Foundation.

Zentrum Paul Klee
Kunstmuseum Bern

1 Kommentar

  1. Lee Krasner stand schon lange vor der Vernissage auf meiner Wunschliste, aber vor dem Lockdown war nie Zeit für einen Ausflug nach Bern. So bin ich glücklich, dass ich den Werken dieser hoch interessanten Malerin doch noch begegnen kann.
    Weiter hoffen muss ich auf die grosse Goya-Ausstellung, die Sam Keller in der Fondation Beyeler geplant hat und absagen musste. Hoffentlich gelingt ihm das Kunststück noch, diesen Künstler in Riehen zu präsentieren.

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