FrontGesellschaftKampagne «Züri-Löwinnen» läuft an

Kampagne «Züri-Löwinnen» läuft an

Die Direktion der Justiz und des Innern und die Frauenzentrale Zürich lancieren gemeinsam die Kampagne «Züri-Löwinnen». Die Aktion schliesst ans Projekt «Helvetia ruft!» von «alliance F» an und hat zum Ziel, in den Zürcher Parlamenten und Exekutiven für eine ausgewogenere Geschlechterverteilung zu sorgen.

Regierungsrätin Jacqueline Fehr und Frauenzentrale-Präsidentin Rosmarie Quadranti haben das Projekt am Freitag mit einer Medienkonferenz vor dem Löwinnen-Gehege im Zoo Zürich eröffnet.

Dieses Jahr hat die Schweiz das 50-jährige Bestehen des Frauenstimmrechts und damit einen enormen Schritt nach vorn in der politischen Gleichstellung gefeiert. In Zürcher Gemeinde-Exekutiven ist jedoch noch immer nur knapp jeder vierte Sitz von einer Frau besetzt. Das ist weder zeitgemäss noch qualitätsfördernd. Eine ausgewogene Vertretung von Frauen und Männern in der Politik ist wünschenswert, da unterschiedliche Sichtweisen zu qualitativ besseren Entscheidungen führen. Die Direktion der Justiz und des Innern (JI) und die Frauenzentale Zürich nehmen darum die Idee der Schweizer Frauenorganisation «alliance F» auf und starten im Kanton Zürich die Kampagne «Züri-Löwinnen». Die nationale Aktion «Helvetia ruft!» von «alliance F» hatte 2019 zu einer deutlichen Steigerung des Frauenanteils im Bundesparlament geführt.

Mit einer Medienkonferenz vor dem Löwinnen-Gehege im Zoo Zürich haben JI-Vorsteherin Jacqueline Fehr und Frauenzentrale-Präsidentin Rosmarie Quadranti die Kampagne am Freitag gestartet. In einem symbolischen Akt hat ihnen dabei «alliance F»-Vertreterin Agnes Schubert den Stab überreicht und der Zürcher Aktion gutes Gelingen gewünscht.

Mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen zwischen April und Oktober 2021 geht die Aktion «Züri-Löwinnen» gegen die Unterrepräsentation von Frauen in der Politik vor. Die Reihe von Veranstaltungen soll interessierte Frauen zur Kandidatur motivieren und ihnen die Gelegenheit geben, sich im Austausch mit erfahrenen Politikerinnen und anderen Einsteigerinnen das nötige praktische Polit-Rüstzeug zu holen.

10 digitale Stammtische

Die Direktion JI ist unter anderem verantwortlich für zehn sogenannte digitale Stammtische und einen Netzwerkanlass. An diesen Stammtischen haben politisch interessierte Frauen die Möglichkeit, sich mit erfahrenen Politikerinnen auszutauschen. Red’ und Antwort stehen ihnen neben anderen zum Beispiel Regierungsrätin Carmen Walker Späh sowie die Nationalrätinnen Min Li Marti und Barbara Schaffner. Diese treten als Gastgeberinnen von Stammtischen auf, geben Einblicke und Tipps und helfen so mit, interessierten Frauen die ersten Schritte auf dem politischen Parkett zu ermöglichen. Teilnehmerinnen können Fragen stellen: Was sind die Voraussetzungen für eine Kandidatur? Wie mache ich Werbung für meine Person? Was sind Fallgruben? Wie viel Zeit muss ich aufwenden?

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass sich viele Frauen gegen einen Einstieg in die Kommunalpolitik entscheiden, weil sie von ihrem Umfeld zu wenig Unterstützung bekommen. Hier setzen die digitalen Stammtische an. Die Studie zeigt ausserdem, dass ein gezieltes Ansprechen interessierter Frauen von entscheidender Bedeutung ist, ob diese in die Kommunalpolitik einsteigen. Die digitalen Stammtische ermöglichen diese Aktivierung und verhelfen den Frauen zu einem unterstützenden Netzwerk.

Netzwerkanlass im September
Ein Netzwerkanlass im September gibt politikinteressierten Frauen die Chance, sich kennenzulernen, sich auszutauschen und ihr Wissen und ihre Fähigkeiten zu erweitern. Der Anlass kann die Basis bilden für den Aufbau eines politischen Netzwerks, das für jede Politikerin und jeden Politiker von entscheidender Bedeutung ist.

Die Frauenzentrale ergänzt das «Züri-Löwinnen»-Angebot mit einem Mentoring-Programm sowie einem Polit-Coaching. Das Mentoring Programm begleitet 30 Kandidatinnen bis zu den Kommunalwahlen im Frühling 2022. Das Polit-Coaching findet während eines ganzen Tages durch Workshops via Zoom statt.

«alliance F» rundet das «Züri-Löwinnen»-Projekt mit einer Frauensession im Oktober ab. 246 Frauen aus allen Regionen der Schweiz nehmen während zwei Tagen im Nationalratssaal Platz, diskutieren ihre dringlichsten Anliegen und behandeln Anträge aus eigens gebildeten Kommissionen. Die Forderungen sollen zum Schluss dem Parlament und Bundesrat überreicht werden.

Titelbild (v.l.): Rosmarie Quadranti, Regierungsrätin Jaqueline Fehr, Agnes Schubert (Foto und Video: zvg.)

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