FrontKulturSwiss Press Awards 2021

Swiss Press Awards 2021

Die Swiss Press Awards 2021 wurden am Mittwoch, dem 28. April von der Fondation Reinhardt von Graffenried verliehen. Die Übergabe der Diamanten wurde live aus dem Bundeshaus-Studio ins Netz gestreamt.

Das Pressebild des Jahres schoss Sarah Carp mit einer Serie von Bilder aus dem persönlichen Umfeld und die Swiss Press – Journalisten des Jahres sind Célia Héron, Boris Busslinger und Sylvia Revello, die über die sexuellen Übergriffe bei Westschweizer Fernsehen berichtet haben. Gastrednerin war Bundesrätin Karin Keller-Sutter.


Der mehrfach ausgezeichnete Fotograf Michael von Graffenried übernahm nach dem Tod seines Vaters Charles das Zepter der Swiss Press Award und begrüsste die Sieger im Bundeshausstudio

Coronakrise, Intensivbetten, sexuelle Belästigung, Umweltskandal und ein Politiker Leben, das sind die Themen der diesjährigen Siegerbeiträge des nationalen Medienpreises Swiss Press Award.

Swiss Press Photographer of the Year

Die Hintergründe der Bildern von Sarah Carp wird so beschrieben: «Retten Sie Leben», heisst es draussen auf den Plakaten: «Bleiben Sie jetzt zu Hause.» Dort fällt den einen die Decke auf den Kopf. Die anderen geniessen die Geborgenheit der eigenen vier Wände.


Eines der Bilder von Sarah Carp

Was erlebt eine alleinstehende Mutter, wenn ihre Welt plötzlich an der Haustür endet? Sie entdeckt beides: Enge und Bedrückung, aber auch die magischen Momente des häuslichen Alltags mit zwei kleinen Kindern.


Sarah Carp übernimmt den Siegerpokal

Die Wahrnehmung verschiebt sich, die Zeit vergeht anders als gewohnt. Genau das macht ihn aus, den historischen Moment, den das ganze Land mit dem Lockdown im März und im April erlebt: Er ist zugleich ganz privat.»

Swiss Press Journalists of the Year

Jahrelang hat die Direktion des Westschweizer Fernsehens RTS zugelassen, dass sich über Fälle von – meist sexueller – Belästigung, übergriffigem Verhalten oder Machtmissbrauch ein Mantel des Schweigens ausbreitete. Mitarbeitende und Gewerkschaften hatten dem Management von schwerwiegenden Missständen berichtet. Dieses zog es jedoch lange Zeit vor, die Probleme zu verschweigen.


Die Journalisten des Jahres: Célia Héron, Sylvia Revello und Boris Busslinger

Zwei Journalistinnen und ein Journalist trugen rund dreissig Zeugenaussagen zusammen, welche die Vorwürfe stützen. Die Recherche zeigt, dass die Geschäftsleitung seit 2010 über schwere Fälle informiert war: anzügliche Schreiben, Mobbing und primitive Anmache insbesondere durch zwei Führungskräfte. Aber ein Klima der Angst schützte die Täter. Die Opfer wurden versetzt und die Verantwortlichen bloss verwarnt oder gar wegbefördert.

Die Recherche geht auch auf den Fall von Darius Rochebin ein, Starmoderator des TV-Senders, der seinen Einfluss missbrauchte, um sexuelle Gefälligkeiten zu erhalten. Die #MeToo-Bewegung, die 2017 entstand, um Frauen zu ermutigen, förderte die öffentliche Debatte über Missbrauch und Vergewaltigung.

Kategorien-Gewinner

Die Kategorien Gewinner sind Célia Héron, Boris Busslinger und Sylvia Revello(Swiss Press Text), Valentin Felber, Sylke Gruhnwald, Dil Alfrose Jahan, Benedict Wermeter und Christian Zeier (Swiss Press Online), This Wachter, Katharina Bracher, Simon Meyer und Luki Fretz (Swiss Press Audio), Gaetano Agueci, Leila Galfetti, Philippe Blanc, Andrea Levorato (Swiss Press Video), Marius Aschwanden, Julian Witschi und Catherine Boss (Swiss Press Local) und Sarah Carp (Swiss Press Photo).

Jedem der Gewinner wurde ein Diamant für seine herausragende Arbeit überreicht. Die zwei Hauptgewinner erhalten je CHF 25’000 und die Gewinner der Kategorien Online, Audio, Video und Local je CHF 15’000. Die 2. Preise im Text, Online, Audio, Video und Local erhalten je CHF 3’000, die 3. je CHF 1’000 und die Kategorien-Gewinner des Swiss Press Photo je 3’000 Franken. Die gesamte Preissumme beläuft sich auf CHF 145’000.

Die verlagsunabhängige Fondation Reinhardt von Graffenried (Stifter Erwin Reinhardt und Charles von Graffenried) wurde mit dem Ziel gegründet, den schweizerischen Journalismus zu fördern. Nach dem Tod von Charles von Graffenried übernahm sein mehrfach preisgekrönter Sohn Michael das Zepter der Veranstaltung. Für seine Verdienste wurde der World Press Photo (1989) Gewinner Michael von Graffenried 2006 als Chevalier des Arts et Lettres in die französische Ehrenlegion aufgenommen und erhielt den Erich Salomon Preis 2010

Der zum siebten Male erscheinende Swiss Press Award Katalog mit den Arbeiten der preisgekrönten Journalist*innen und das zum einundzwanzigsten Male erscheinende  Swiss Press Photo Jahrbuch, werden neu zum SWISS PRESS YEARBOOK 21 vereinigt das im renommierten Steidl Verlag als Hardcover Buch herauskommen wird.

Die nationale Wanderausstellung SWISS PRESS PHOTO 21 wird am 8. September 2021 im Kornhausforum Bern eröffnet und dauert bis am 10. Oktober 2021. Anschließend wird die Ausstellung im Château de Prangins vom 12. November 2021 bis am 6. März 2022 gezeigt.

Die Tessiner Band The Vad Vuc hat den eigens für die Schweizer Journalist*innen produzierten siebten Swiss Press Song «Neri o bianchi che siano» per Musikvideo auf dem Web uraufgeführt. Das Video ist hier zum anschauen und anhören bereit:  Swiss Press Song 21. :  :  Swiss Press Song 21

Screenshot-Bilder: Josef Ritler

2 Kommentare

  1. Lieber Josef Ritler, danke für den Beitrag zum diesjährigen Swiss Press Award. Leider ist ein schlimmer Fehler drin: Wir haben zwei Stifter, Erwin Reinhardt und Charles von Graffenried, deshalb heist es Fondation Reinhardt von Graffenried. Rinhardt ist kein Vorname, sondern der Familienname von Erwin Reinhardt. Er ist dieses Jahr Mitte Februar verstorben. Mein Vater Charles von Graffenried hat uns schon 2012 verlassen.

    Vielleicht kannst Du das korrigieren, dann werde ich es auf unseren Sozialen Medien teilen. Merci und Gruss Kollege Michael von Graffenried

    • Danke für die Korrektur, übrigens für alle dies es vergessen haben Josef Ritler war Swiss Press Photographer of the Year 1997 mit seinem Bild des Jahres von der Verhaftung eines Bankräubers im Jahr zuvor.

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