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Ratgeber zur frontotemporalen Demenz

Gemäss Angehörigen ist der US-Schauspieler Bruce Willis an frontotemporaler Demenz erkrankt. Die krankheitsbedingten Veränderungen stellen Angehörige vor besondere Herausforderungen. Die neue Broschüre «Frontotemporale Demenz» von Alzheimer Schweiz bündelt aktuelle und umfassende Informationen zu dieser Demenzform, die gehäuft bei Personen im erwerbsfähigen Alter auftritt.

Die frontotemporale Demenz (FTD) ist eine sehr seltene Form der Demenzerkrankung, kaum bekannt in der Öffentlichkeit. Sie tritt vorwiegend schon vor dem Rentenalter auf und zeigt sich in Symptomen und Verhaltensänderungen, die für die Angehörigen oftmals herausfordernd sind. Aktuell unterscheidet man drei Haupttypen von FTD:

  • Die verhaltensorientierte Form, auch als behaviorale FTD bezeichnet, ist die am häufigsten auftretende FTD-Form. Persönlichkeit und Verhalten verändern sich. Die Person wird durch die Krankheit antriebslos, ihr Essverhalten verändert sich und sie ist immer wie weniger in der Lage, Empathie zu empfinden. Häufig entwickelt sie ein zwanghaftes Verhalten. Für die Angehörigen ist diese Form der FTD äusserst belastend, auch weil die erkrankte Person sich zunehmend enthemmt verhält, was sich in sozial inadäquaten und impulsiven Handlungen zeigt. Besonders erschwerend ist die mangelnde Krankheitseinsicht der Erkrankten.
  • Bei der semantischen Variante der primär progressiven Aphasie geht die Bedeutung der Wörter verloren, die Wortfindung ist erschwert, später werden auch vertraute Gesichter bzw. Personen nicht mehr erkannt. Im Verlauf der Erkrankung verändern sich auch die Persönlichkeit und das Verhalten.
  • Bei der nicht flüssigen Variante der primär progressiven Aphasie wird die Wortbedeutung nach wie vor verstanden, jedoch ist das passende Wort nicht mehr abrufbar. Die Persönlichkeit, das Gedächtnis und das Orientierungsvermögen bleiben meist intakt.

Die neue Broschüre «Frontotemporale Demenz» von Alzheimer Schweiz bündelt aktuelle und umfassende Informationen und ist gleichzeitig ein alltagstauglicher Ratgeber. Sie geht zum einen auf die medizinischen Aspekte der FTD ein, erläutert die verschiedenen Erscheinungsformen der Erkrankung und ihr Fortschreiten, und gibt einen Überblick über die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten. Zum anderen berichtet die Broschüre auch über Situationen und Probleme, mit denen betreuende und pflegende Angehörige konfrontiert sein können. Hilfreich sind dabei Beispiele aus der Praxis mit Empfehlungen für den Alltag. Auch Entlastungsangebote, rechtliche und finanzielle Aspekte im Zusammenhang mit der Erkrankung haben einen prominenten Platz darin. Die kostenlose Broschüre steht in Deutsch, Französisch und Italienisch als PDF herunterladen und in gedruckter Form zur Verfügung.

Weitere Informationen:
Broschüre «Frontotemporale Demenz

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1 Kommentar

  1. Das mit der Demenz ist so eine Sache. Wie älter ich werde, umso mehr findet die Forschung neue Erkenntnisse über den körperlichen Abbau des Menschen. Das liegt in der Natur der Forschung einerseits, aber andererseits, frage ich mich, müssen wir das alles wissen? Das Ziel ist ja immer Linderung des Leidens und die möglichst lange Erhaltung des Lebens. Für ersteres habe ich Verständnis, beim zweiten Argument habe ich meine Zweifel. Ein langes Leben um jeden Preis und mit allen immer neu zu erfindenen medizinischen Mitteln?
    Nach meiner Meinung sollten wir der Natur und ihren Abläufen respektvoller und bewusster begegnen. Nur weil medizinisch etwas möglich ist, muss es für uns als ganzheitliche Wesen, nicht unbedingt erstrebenswert oder gut sein. Der Mensch sollte seine Endlichkeit annehmen, dann lebt es sich auch leichter.

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