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Klimawandel oder Traumsommer?

Nicht nur wir geniessen im Moment die wundervollen Spätsommertage. Auch im Garten, habe ich den Eindruck, wissen gewisse Pflanzen nicht mehr, wie viele Früchte, Blüten oder Triebe sie noch produzieren wollen. Wenn da nur das kleine schlechte Gewissen nicht «Klimawandel» raunen würde!

Auch wenn die Meteorologen bereits in Herbststimmung sind – bei ihnen beginnt der Herbst ja am 1. September – ist bei uns, temperaturmässig, noch Hochsommer. War übrigens auch vor zwölf Jahren so. 2011 herrschte bis um den 20. September herum Sommerklima. Und trotzdem: So richtig freuen kann man sich an den geschenkten Sommertagen nicht. Ist das nun noch Wetter oder doch bereits Klimawandel?

Regenperioden mit recht kühlen Tagen wechselten sich im Sommer 2023 ab mit Hitzetagen.

Hitzetage, Starkregen, Trockenphasen und Kälteeinbrüche machten jedenfalls das Gärtnern in diesem Jahr nicht ganz einfach. So verabschiedeten sich meine kleinen Rosen bereits im Juni in die Sommerpause. Das heisst, ganze Blütenbüschel, auch mit Knospen, wurden einfach braun und trocken. Und das, obwohl Rosen als Tiefwurzler eigentlich nicht so schnell unter Trockenheit leiden. Ein starker Rückschnitt und die Niederschläge im Juli und August halfen den Pflanzen, so dass sie jetzt voller Knospen eine wunderbare Herbstblüte versprechen.

Reife Kumquats und bereits neue Blüten – wie im Süden.

Den Zitruspflanzen in den grossen Töpfen aber machen die Wetterkapriolen nicht viel aus. So konnte ich bereits im Frühsommer die letztes Jahr angesetzten und jetzt gereiften Zitronen ernten und die Kumquats verwandelten ihren Strauch in eine grosse, orange Kugel. Kiloweise ernte ich bis heute diesen kleinen, aromatischen Orangen, die man mitsamt der Schale isst. Und nicht genug! Seit drei Wochen sind die am Strauch verbliebenen Früchtchen von einem duftenden Blütenflor umgeben – sie blühen schon wieder.

Kiloweise geerntet und es nimmt kein Ende: Kumquats.

Da wollten die Zitronenbäumchen nicht abseits stehen und setzten ebenfalls wieder Blüten an.  Da hängen nun also grosse, aber noch unreife Zitronen, kleine Früchte im Babystadium und bereits wieder Blüten am selben Strauch – wie im tiefsten Süden! Das ist so ungewöhnlich, das muss etwas mit der Klimaveränderung zu tun haben.

Im Ganzen gesehen war der Sommer bei uns im Zürcher Oberland weder allzu trocken noch viel zu feucht. Aber die Extreme machten dem Garten zu schaffen. So wollten die Bohnen gar nicht richtig in die Gänge kommen – es war ihnen im Juni einfach zu heiss und zu trocken – und meine Tomaten froren anfangs Juli so jämmerlich­, dass ich versucht war, die kümmerlichen Gewächse auszureissen. Habe ich natürlich nicht getan, weil die Hoffnung ja bekanntlich zuletzt stirbt.

Sogar die Tomaten werden jetzt langsam rot – sie lassen sich dieses Jahr ziemlich viel Zeit.

Und deshalb kann ich mich heute an reich behangenen Tomatensträuchern freuen. Gut, die Früchte sind mehrheitlich noch grün, aber ich bin Optimistin. Die Bohnenpflanzen haben büschelweise Blüten angesetzt – sie ahnen von den bald einsetzenden kalten Nächten noch nichts. Die Gurken wissen nicht, wie viele Früchte sie noch ausbilden sollen, dabei verschenke ich sie doch schon jetzt an alle, die mir in die Nähe kommen.

Und der Feigenbaum ist nicht nur fast unanständig gross geworden, er trägt auch so viele Früchte, dass ich bald nicht mehr weiss, wen ich noch damit beglücken könnte. Übrigens: Meine Nachbarin hat mit meinem Erntesegen ein wunderbares Feigenchutney produziert und so für eine langanhaltende Erinnerung an diesen zwar wechselvollen, aber letztlich doch sehr erfreulichen Sommer gesorgt.

Fazit: Die Natur ist in der Lage, sich neuen Verhältnissen anzupassen und kann sich regenerieren. Nur: Wie lange noch. Wann kippt das ganze System?

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2 Kommentare

  1. Liebe Bernadette, dass die Zitrusgewächse Früchte und gleichzeitig neue Blüten tragen, erstaunt mich gar nicht.
    Ich habe das schon vor Jahrzehnten erlebt, als ich in einem Kibbuz bei der Orangenernte mitgeholfen habe.
    Die saftigen, aromatischen Orangen waren ein Gaumengenuss, die Blüten von einem so betörenden Duft, dass ich, als ich mir ein kleines Zweiglein über mein Bett gehängt hatte, nicht schlafen konnte.
    Vielleicht ist (oder war bisher) das Klima hier in Mitteleuropa nicht gerade für diesen doppelten Genuss geeignet.

  2. Wieder ein schöner Gartenbericht und gluschtige Bilder von Ihnen. Gerade wurde publiziert, dass der Sommer 2023 der heisseste seit der Klimaaufzeichnung war und jetzt, anfangs Oktober, immer noch ist. Für viele ein Traumsommer und ein Geschenk. Die Spaziergänge an lauen Abenden bis spät in die Nacht, kannte ich bisher so nur von Ferien im Süden. Für die Vegetation und deren Nutzer wird der Klimawandel in Zukunft eine grosse Herausforderung sein. Hoffen wir, dass sich Sonne und Regen die Balance und in einem erträglichen Mass halten werden.

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