StartseiteMagazinKulturRoland Heini. Dimension – Proportion – Rotation

Roland Heini. Dimension – Proportion – Rotation

Der Innerschweizer Roland Heini spielt mit Dimensionen und Proportionen und stellt seine Werke bis 26. Mai 2024 im Nidwaldner Museum Winkelriedhaus in Stans aus.

Seine Werke basieren oft auf Modulen, die der Künstler von Maschinen oder Architekturen ableitet und radikal vergrössert oder verkleinert. Die Klarheit und die Geometrie, die viele seiner Arbeiten auszeichnen, beruhen auf dem strengen Aufbau aus sich wiederholenden Elementen und auf der Konzentration auf wenige Materialien und Farben.


Am Flugfeld, 2012, Sperrholz, Farbe

Die Bewegung wird in der jüngsten Werkphase mehr und mehr zum konstituierenden Faktor. Seine neuen Arbeiten setzen sich aus gerundeten Einzelelementen zusammen, die gleichmässig rotieren. Das Verhältnis zwischen Objekt und Raum wird dynamisch.


Tellurische Scheiben, 2023, Sperrholz, Farbe, Motoren

Heinis Werke sind ein Gegenpol zur reizüberfluteten Gegenwart, in der die Aufmerksamkeitsdauer stetig abnimmt. Sie fordern die Betrachtenden auf, sich Zeit zu nehmen fürs genaue Schauen aus verschiedenen Perspektiven. Das Beobachten der feinen Veränderungen der Werke in Bewegung oder im Spiel des Lichts schärft die Wahrnehmung.


Schaltkreis, 2000/2016, MDF, Farbe

Die Silberwelle zum Beispiel fängt mit ihren stilisierten Faltenwürfen das Licht ein und reflektiert es. Licht und Schatten, die sich im Verlauf des Tages ständig ändern, definieren das Kunstwerk mit. Auch die bronzefarbenen Tellurischen Scheiben, die formal an eine modulare Sitzpolstergruppe der 1970er-Jahre erinnern, spielen mit dem Licht und der Bewegung. Sie rotieren gegenläufig und entfalten eine beinahe hypnotische Wirkung.


Piazza Bottesini, 1998, MDF, Farbe

Besucherinnen und Besucher schreiten unter Heinis Venedig Vordach durch den Vorraum des Pavillons. Die komplexe Form des Werkes leitet sich ab vom Vordach über den Eingang in den Palazzo del Cinema auf dem Lido in Venedig. Die Ausstellung ist sowohl «kleine» Retrospektive wie aktuelle Werkschau des Nidwaldner Künstlers Roland Heini. Er beschäftigt sich in seiner künstlerischen Arbeit immer mit räumlichen Fragestellungen. In den drei Substantiven des Ausstellungstitels – Dimension, Proportion und Rotation – sind die Themen Raum, Objekt und Bewegung mitenthalten. Im Aussenraum und in Kunst-und-Bau-Projekten untersucht der Künstler die Dimensionen, die das Verhältnis von Raum und Objekt bestimmen.


Der Tanz 2024, Sperrholz, Farbe, Motoren

Roland Heini (*1960) ist in Sempach-Station aufgewachsen, lebt in Beckenried und arbeitet in Stansstad. Nach der Schule für Gestaltung Luzern, heute Hochschule Luzern – Design Film Kunst, studierte er von 1984 bis 1988 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Seit den 1980er-Jahren realisierte Roland Heini in der Zentralschweiz zahlreiche Kunst-und-Bau-Projekte sowie Platz- und Sakralraumgestaltungen. Von 2011 bis 2022 war er künstlerischer Leiter des Skulpturenparks Ennetbürgen.


Vier Silberscheiben, 2023, Sperrholz, Farbe, Motoren

Das Nidwaldner Museum arbeitet für die Ausstellung «Dimension – Proportion – Rotation» mit der Galerie Stans und den Stanser Musiktagen zusammen. Die Galerie Stans zeigt vom 6. April bis zum 12. Mai statische und bewegte Objekte von Roland Heini. Eigens für die Stanser Musiktage, die vom 10. bis 14. April stattfinden, entwickelt er eine Installation aus zwei sich drehenden Augen. Die drei Ausstellungsorte bieten die Möglichkeit, Roland Heinis Werke in ganz unterschiedlichen Raumsituationen zu erleben: im hallenartigen Pavillon des Nidwaldner Museums, in den intimen Kabinetten der Galerie Stans und im öffentlichen Raum auf dem Dorfplatz Stans.

Titelbild: Roland Heini. Fotos: Josef Ritler

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