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Gesunde Frauen, gesunde Männer

Herzleiden, Hirnschlag, Depression oder Krebs: Viele Krankheiten äussern sich bei Frauen und Männern auf verschiedene Weise. Die Gendermedizin erforscht die geschlechtsspezifischen Unterschiede und entwickelt passende Therapien. Das neue UZH Magazin zeigt, weshalb Gendermedizin wichtig ist und was sie heute kann.

Viele Erkrankungen zeigen sich bei Frauen und Männer in unterschiedlicher Ausprägung. Wie diese Unterschiede aussehen und welche Therapien helfen, erforscht die Gendermedizin.

Die Kardiologin Carolin Lerchenmüller, die ihr Amt Anfang Mai antritt, ist die erste Professorin für Gendermedizin an der Universität Zürich und in der Schweiz. Die UZH übernimmt damit eine Vorreiterrolle. Gendermedizin beschäftigt sich mit unterschiedlichen Ausprägungen von Krankheiten bei Frauen und Männern. Die US-Medizinerin Marianne Legato hat bereits in den 1980er-Jahren festgestellt, dass Herzprobleme sich geschlechtsspezifisch verschieden äussern können und entsprechend anders behandelt werden müssen. Das war die Initialzündung für einen geschlechtsspezifischen Blick auf Krankheiten und für die Gendermedizin.

Wie sich seither gezeigt hat, gibt es neben Herzleiden viele andere Erkrankungen, bei denen Unterschiede aufgrund des Geschlechts eine wichtige Rolle spielen. Dazu gehören Hirnschlag, Depressionen und Krebs. Diese Unterschiede haben nicht nur biologische Ursachen, sondern auch soziale. Ein gutes Beispiel dafür war die Corona-Pandemie. Männer erkrankten häufiger an Covid und starben öfter daran als Frauen. Ein möglicher Grund für diese Differenz ist das weibliche Immunsystem, das schneller und stärker auf Krankheitserreger reagiert als das männliche und Frauen so besser schützt. Doch Frauen hatten während der Pandemie ein grösseres Risiko, infiziert zu werden, weil sie bei ihrer Arbeit zum Beispiel in der Pflege oder in der Schule dem Coronavirus mehr ausgesetzt waren.

Schwerpunkt Präzisionsmedizin

Das Dossier des neuen UZH Magazins beleuchtet die gendermedizinische Forschung an der UZH und an Zürcher Universitätskliniken. «Gendermedizin ist ein wichtiger Teil der Präzisionsmedizin; diese ist ein Schwerpunkt der Universitären Medizin Zürich (UMZH)», sagt UZH-Professorin Beatrice Beck Schimmer. Für die UMZH-Direktorin ist der erste Gendermedizin-Lehrstuhl erst der Anfang. Längerfristig soll gemeinsam mit anderen Partnerinstitutionen ein schweizweites Netzwerk für Gendermedizin aufgebaut werden. «Wir wollen möglichst viele Leute einbeziehen und eine gemeinsame Passion entwickeln», sagt Carolin Lerchenmüller.

Ukrainekrieg und neues Ostereuropainstitut

Weitere Themen in der aktuellen Ausgabe des UZH Magazins: Hassbotschaften in den sozialen Medien gefährden die Demokratie, sagt Karsten Donnay. Der Politologe zeigt mit seiner Forschung, was wir dagegen tun können. Ein probates Mittel ist beispielsweise die gezielte Gegenrede, die sich mit den Opfern solidarisiert.

Von Hass und Desinformation geprägt sind auch der Ukrainekrieg und die Politik Russlands. Im Interview erklären Sylvia Sasse und Jeronim Perović, weshalb dieser Krieg eine grosse Herausforderung für Europa ist und wie die russische Propaganda ihn zum Überlebenskampf Russlands gegen den vereinten Westen stilisiert. Die Slawistin und der Osteuropahistoriker haben an der UZH gemeinsam das Osteuropainstitut lanciert, mit dem Ziel, Kompetenzen zu bündeln und Osteuropa geschichtlich, politisch und kulturell besser zu verstehen.

Titelbild: Cornelia Gann

 

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