StartseiteMagazinKulturMiró, Erni, Tàpies – Welt auf Papier

Miró, Erni, Tàpies – Welt auf Papier

Als Sommerausstellung zeigt das Hans Erni Museum im Verkehrshaus Luzern in der Schau «Miró, Erni, Tàpies – Welt auf Papier» erstmals seit langem wieder die beeindruckende Graphik der beiden Katalanen und stellt sie der nicht weniger bedeutenden des Zentralschweizers Hans Erni gegenüber.
In der Ausstellung treten die Werke von zwei der bedeutendsten spanischen Künstler des 20. Jahrhunderts in einen spannungsreichen Dialog mit druckgraphischen Arbeiten Hans Ernis. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das graphische Werk von Antoni Tàpies und Joan Miró, das im Gesamtwerk der beiden Katalanen einen ebenso grossen Stellenwert besitzt wie in demjenigen des Schweizers.


Joan Miró, Gaudi XIV, 1979 Radierung, Leihgabe Sparkassenverband Westfalen-Lippe im Kunstmuseum Pablo Picasso Münster

Joan Miró und Antoni Tàpies sind zwei Universalgenies. Beide fanden in der Schweiz Bewunderung und Anerkennung für ihre Exzellenz und Originalität während ihrer gesamten Laufbahn. Aus diesem Grund ist das dem Schweizer Erni gewidmete Museum ein ausgezeichneter Ort, um diese Ausstellung zu installieren und einen Dialog zwischen den Künstlern anzuregen.


Hans Erni- (1909-2015) Yaltropa I, 1945, Tempera auf Pavatex

Wie seine Zeitgenossen Miró und Tàpies suchte Erni  seinen eigenen Stil innerhalb der abstrakten Kunst und verfolgte einen Weg, der nicht ohne interessante Parallelen war. Alle drei Künstler haben im Laufe ihrer Karriere grossartige Werke geschaffen, die für jeden erkennbar sind, darunter monumentale Wandgemälde, die zweifellos dazu beigetragen haben, ihre Genies in unser kollektive Gedächtnis einzuprägen.

Joan Miró. Der Schlemmer, 1979 Radierung, Leihgabe Sparkassenverband Westfalen-Lippe im Kunstmuseum Pablo Picasso Münster

Erni hat auch in Spanien Spuren hinterlassen. Als Sportler und grosser Bewunderer des Olympismus war Erni ein hervorragender Darsteller der verschiedenen Sportarten und des Menschen, der sie ausübte. Sein sportliches Schaffen brachten ihm eine Goldmedaille des Internationalen Olympischen Komitees ein, die ihm von Antonio Samaranch bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona überreicht wurde.


Joan Miró, Der phynanzielle Phang, 1971 Lithografie, Leihgabe Sparkassenverband Westfalen-Lippe im Kunstmuseum Pablo Picasso Münster

Der Titel der Ausstellung «Welt auf Papier» besitzt einen zweifachen Sinn: Einerseits verweist er auf den konkreten Wirklichkeitsbezug im Schaffen der Künstler in Form von Gegenständen wie Kleidungsstücken, Holzfundstücken oder auch Zeitungsausschnitten. Andererseits thematisiert er den historischen Zeitbezug ihres Werks.


Antoni Tapiès, Hand auf Kopf, 1984 Farblithografie, Sammlung Grosshaus Köln

Das politische Engagement beider Künstler ist eine enge Parallele zum Leben und Schaffen Hans Ernis. Auch sonst gibt es zahlreiche Berührungspunkte zwischen dem Schweizer und den Spaniern: Hans Erni zeigte schon 1935 Werke Mirós in seiner legendären Ausstellung «These, Antithese, Synthese» im Luzerner Kunstmuseum. Tàpies wiederum war mit der Schweiz durch die jahrzehntelange Zusammenarbeit mit der St. Galler Erker Presse eng verbunden. In Kapiteln wie «Auseinandersetzung mit der Heimat», «Schrift und Buchstabe» oder «Kleidung und Körper» werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei Künstler deutlich.

Joan Miró, Verpackung, 1975 Radierung und Aquatinta, Leihgabe Sparkassenverband Westfalen-Lippe im Kunstmuseum Pablo Picasso Münster

Die künstlerischen Arbeiten und Standpunkte Mirós und Ernis unterscheiden sich wesentlich: Miró war ein Poet und Jongleur, er bediente sich einer spielerischen, abstrakt-hieroglyphischen Zeichensprache. Erni dagegen ist bildnerischer Sachautor und Pädagoge. «Erfreuen und Nützen» soll seine Kunst, der Künstler als Aufklärer einen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung, zur Veränderung von sozialen und wirtschaftlichen Gegebenheiten leisten.


Joan Mirò, Le Coq, 1970, Bronze, Ex. 8/8
Titelbild-  Hans Erni, Turnschuh I, 1982, Acryl auf Leinwand auf Karton
Die Ausstellung dauert bis 10. November 2024
Fotos: Josef Ritler

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