Wir sehen hier einen Hund und eine Katze in Samichlaus-Verkleidung. Die beiden erlauben mir, eine Brücke zwischen dem kürzlich gefeierten Sankt-Nikolaus-Tag am 6. Dezember und dem eigentlichen Thema zu schlagen. Nämlich: Hunde und Katzen.
Nun weiss ich, dass vermenschlichte Tiere ein Graus sind. Tierschützer sprechen gar von Quälerei. Aber hänu, die Bilder sind ja längst gemacht, und Miez und Bläss mit Zipfelmützen sehen härzig aus. Hier sind die beiden noch vereint. Es ist halt Weihnachten. Aber es kommt anders. Vorerst nur soviel: Büezerhund und Samtpfoten-Prinzessin.
Hunde sind das, was unsere Gesellschaft braucht. Angepasst, dauerfreundlich, unbeirrt. Der liebe Bläss ist die schwanzwedelnde Variante des Helpline-Agenten: «Hier spricht Fritz Vukovic von der Firma Crash Solutions, womit kann ich Ihnen helfen?» Hunde machen, ohne zu murren, tausendmal das Gleiche. Sie bringen zum Beispiel die Stinksocke oder den Gummigüggel zurück oder graben ein nutzloses Loch im Garten.
Sie sind unermüdlich und routineresistent. Wer einen Hund hat, bezahlt ihn bloss mit Unterkunft und Verpflegung und bekommt als Gegenleistung masslose Zuneigung und ungebremste Bewunderung.
Beweis I. Hund. Eifrig, arbeits- und genügsam. Frisst 0815-Futter. Gehorcht auch kleinen eingebildeten Artgenossen (links).
Hunde sind perfekte Arbeitnehmer. Sie machen das, was man von ihnen verlangt. Immer und überall. Ein Hund fordert keinen GAV, hat keine Ferien, will keinen Schwangerschaftsurlaub, arbeitet rund um die Uhr im 7/7-Modus, will weder früh-noch spät- noch überhaupt pensioniert werden, Er ist ein allzeit bereites Streichelobjekt, ein mobiles Fitnessgerät im Kuschel-Look, ein rezept- und nebenwirkungsfreies Antidepressivum, eine permanent verfügbare Spielkonsole.
Beweis II. Katze. Faul, mag auch fürs Fressen nicht aufstehen. Hier mit Leckerbissen «Gourmet Mon Petit».
Katzen dagegen sind Leistungsverweigerer. Schamlos beuten sie ihr Sozialsystem aus – ihre Familie. Sie verspeisen Genüsse mit so verheissungsvollen Namen wie Friskies-Kroketten, Cha-Cha-Cha Terrine Kalb, Sheba Duett, Whiskas mit Lachs und Gourmet Mon Petit. Und was bieten sie? Nichts. Oder sie liefern nur dann, wenn es ihnen zufällig in den Kram passt oder es Mieze beiläufig danach zumute ist.
Geht der Match damit an die Hunde? Ach was. Anders als Hunde stinken Katzen nicht und nerven nicht mit penetrantem Aufmerksamkeitsgetue. Zusammen liefern Hunde und Katzen das, was unsere Gesellschaft ausmacht und zusammenhält: Disziplin (Hunde), Laisser-faire (Katzen).
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