Jetzt ist die Zeit der erfrischenden Eistees, der kühlen Drinks und der Kräuterdüfte. Und die ganz Vorsorglichen denken bereits an die kalte Jahreszeit. An duftenden Tee und wärmendes Öl bei Erkältungen. Pfefferminze heisst der Alleskönner, der kühlt und wärmt und heilt.
Wer einmal Pfefferminze im Garten hat, der wird sie nicht mehr so einfach los. Zwar hält sie sich im Frühling, wenn alles wächst und spriesst, bescheiden zurück. Aber im Mai legt sie so richtig los, schiebt ihre dunkelgrünen Triebe aus dem Boden – auch dort, wo man sie gar nicht haben will.
Denn die Pfefferminze vermehrt sich über Ausläufer, also über unterirdische Triebe. Aus Samen kann sie nicht gezogen werden, denn sie ist ein weitgehend steriler Bastard, genauer ein Mischwesen mit drei Eltern.
Variantenreiche Minze
1696 wurde das duftende Kraut in einem englischen Garten entdeckt. Rasch wurde die Pflanze als Kreuzung von Bachminze (Mentha aquatica) und Grüner Minze (Mentha spicata) identifiziert, wobei letztere ihrerseits von Rossminze und Apfelminze abstammt. Dass es mit dieser weitläufigen Verwandtschaft bis heute unzählige Ab- und Unterarten gibt, kann deshalb nicht verwundern. In wohlsortierten Gartencentern können die verschiedensten Minzen locker einen oder zwei Pflanzentische füllen. Und wer nette Nachbarn hat, bekommt meist gerne einige Pflänzchen geschenkt. Denn, wie gesagt, wer sie mal im Garten hat …
Wer Pfefferminze kaufen möchte, verlässt sich am besten auf seine Nase. Pfefferminze hat einen hohen Mentholgehalt, einen, wie der Name sagt, leicht pfefferigen Geschmack und einen intensiven Geruch. Mildere Sorten heissen einfach nur Minze.
Pfefferminze gehört nicht nur in die Teekanne. Bei einem Mojito an der Bar darf das Kraut auch nicht fehlen. (Bilder pixabay)
Am besten wird die Pfefferminze in einem grossen Plastiktopf gepflanzt, dem der Boden weggeschnitten wurde. So können sich ihre Wurzeln bequem ausbreiten, aber die unter der Erdoberfläche wuchernden Ausläufer werden durch den Topfrand gestoppt. Auch in einem etwas grösseren Kübel auf dem Balkon wächst sie willig heran und erfreut nicht nur die zahlreichen Schmetterlinge, Bienen und Hummeln, sondern auch die Balkonbesitzer mit ihrem Duft und den anmutigen Blütenähren.
Kamille als Nachbar? Nein danke!
Am liebsten wächst sie im lichten Schatten von Sträuchern und Stauden, liebt aber einen feuchten Boden. Ansonsten stellt sie keine hohen Ansprüche. Als Nachbarn würde sie sich am liebsten Brennnesseln wünschen, was nicht überall auf Zustimmung stösst. Sie kommt aber auch mit fast allen anderen Gartengewächsen aus. Nur Kamille, nein, die mag sie jetzt gar nicht leiden. Vielleicht, weil dieses Gewächs ihrem Potenzial als Heilkraut Konkurrenz macht? Denn beide Kräuter sind krampflösend, wärmend und beruhigend.
In nordafrikanischen Ländern bekommt man als Willkommensgruss oft ein Glas Pfefferminztee gereicht, wobei das dunkelbraune Gebräu kaum Ähnlichkeit hat mit unserem «zahmen» Pfefferminztee. Den ich übrigens bestens vertrage, aber von der nordafrikanischen, stark gezuckerten Variante wurde mir regelmässig furchtbar schlecht.
Dafür liebe ich die Minzvariante «Choco» mit ihrem sehr dunklen Laub und dem süssen Geschmack nach «After Eight», den dunklen Schokoladenplättchen mit Minzgeschmack. So, nach dieser Werbung ist es nun Zeit, meine gestern Abend in kaltem(!) Wasser angesetzte Pfefferminze abzugiessen und dieses «Cold Brew»- Getränk zu geniessen.
