«Kiesgruben vorerst auf Eis gelegt» steht als Titel in einer Zeitung – an einem der bisher heissesten Tage dieses Jahres. Reine Energieverschwendung? Natürlich nicht. Etwas auf Eis legen ist eine Redensart, meint, etwas werde im Moment zwar nicht gebraucht, bearbeitet, oder geplant, aber später komme man darauf zurück. Nur: Etwas Sprachgefühl dürfte doch auch im heissen Redaktionsbüro aufkommen. Pläne vorerst gestoppt, hätte doch auch genügt. Und wäre klimaneutral.
Im Sport ist vieles möglich. Da kann sogar die Fussballnation Deutschland aus dem Viertelsfinal geschossen werden. Andere sind da offensichtlich stabiler. Der Verein ist unabsteigbar wird in einer Berichterstattung festgehalten. Kann natürlich sein, wenn es sich auch ziemlich ultimativ anhört. Der Verein steigt sicher nicht ab, oder kämpft erfolgreich gegen den Abstieg, wären etwas mildere Varianten. Unabsteigbar ist zudem nicht gerade eine grosse literarische Wortschöpfung. Wir sagen ja auch nicht, das Wetter in den letzten zwei Wochen sei unerfrischend gewesen.
Und dass ein Sportler, eine Sportlerin zurecht als super erfolgreich gefeiert wird, ist auch falsch. Also nicht das Feiern. Aber zurecht machen kann sich solch ein Ass vor einem Spiel oder nachher, zur Siegesfeier. Aber gefeiert wird er oder sie zu Recht.
Kommen wir zum Geld: Ein Aspekt im Budget besorgte besonders. Beim Metzger kann eine Wurst besorgt werden, beim Floristen ein Blumenstrauss, aber Sorgen, die können nicht besorgt werden. Die macht man sich! Der Budgetposten macht der Versammlung Sorgen oder gibt zu reden. Aber selber reden, das tut er auch nicht.
Es besorgt sich, dass wir nicht mehr Einkünfte haben. Wer wohl dieses «es» ist? Dann sollte es sich halt einen Zusatzverdienst oder die Eier günstiger beim Grossverteiler besorgen. Dann müsste sich niemand mehr Sorgen machen.
Und wir besorgen uns jetzt einen grossen, schönen Sonnenhut und einen kühlen Drink und geniessen die schönen Sommerwochen. Sorgen um graue Herbsttage, die vertagen wir bis Ende September.

