«Daenu» Probst ist Rocksänger aus Leidenschaft. Von Berufs wegen war er bis zu seiner kürzlichen Pensionierung Versicherungskaufmann in Aarau, nun hat er sich seinen Traum erfüllt: ein Solo-Album mit eigenen Songs herauszubringen. Und siehe da, es ist bereits auf Erfolgskurs.
Das Musizieren hat Daniel Probst schon immer geliebt, er machte es aber nicht zum Beruf. «Zum Glück!», sagt er heute lachend. Seine berufliche Karriere kann sich sehen lassen, er leitete bis vor kurzem die Aarauer Filiale einer grossen Versicherung. «Das Musikmachen war mir aber immer wichtig. Dadurch hatte ich ein Ventil, ich konnte beim Singen Stress abbauen und Negatives rauslassen.»
Mundart-Rock
Vor allem aber macht ihm das Singen Spass. Mit Freunden und Kollegen Musik zu machen ist sein Lebenselixier. Wie aber kam er zum Mundart-Rock? «Ich weiss noch genau, wie ich als Zehnjähriger die Hitparade hörte. Als die Band <Rumpelstilz> den Song <Muschle> spielte, war mir klar: Das möchte ich auch machen.» In den späten 1960er Jahren kam das Singen in Mundart erst so richtig auf, Polo Hofer war nicht nur für Probst eine Inspiration.
Ein Instrument gelernt hat Daenu nie, er hat einfach gerne gesungen. «Als ich in der Lehre war, fragte mich ein Mitschüler, ob ich nicht in seiner Band mitmachen wolle, sie suchten noch einen Sänger – das war die Band «Aschby White» in Unterentfelden. Ich ging hin und sang einfach. Einiges ging daneben, aber die andern machten mir Mut. So machte ich einfach weiter und wurde immer besser.»
Eine eigene Band
Es ging nicht lange, und Probst hatte seine eigene Band «Snöff». Die Snöff-Musiker kennen sich schon lange und proben noch immer wöchentlich zusammen. Die Texte zu seinen Songs hat Daenu immer selbst geschrieben. Von einem der Auftritte mit «Snöff» schwärmt Probst noch heute: «1998 spielten wir vor 10000 Leuten im Stadion Brügglifeld unseren <FC Aarau Song>. Die Aarauer hatten gegen den FC Basel 2:1 gewonnen!» Auch das erste Album mit «Snöff» von 1996 bedeutet Probst noch immer viel – es hiess «Buebentroum».
Daenu Probst singt zusammen mit seinem Enkel.
Lokale Rockbands leben vom Moment, das Live-Erlebnis zählt. Zehn Jahre lang hat Daenu mit seinem Musikerfreund Peter Roschi das Openair Gehren geleitet, das er auch initiiert hat. «Wir wollten hier etwas Lässiges machen, und zwar für alle, auch für Ältere. Wir wollten nie mehr als 500 Leute, die Stimmung war grossartig. Auch gab es nie Probleme mit dem Abfall, und nie ging etwas kaputt.» Namhafte Bands waren hier: Hanery Amman, Stiller Has, Florian Ast, Sandee und viele mehr. Leider gibt es das Gehren Openair nicht mehr, 2025 wurde es zum letzten Mal durchgeführt.
Besinnlicher Rückblick
Die Live-Konzerte sind das Eine, doch eine CD zu produzieren ist eine ganz andere Sache. Die CD hält die Musik fest. Daenu Probst ist seit Kurzem pensioniert und hatte die Zeit, ein Solo-Album mit seinen eigenen Songs zu produzieren. Keinen «Buebentruum» mehr, sondern ein besinnlicher Rückblick mit dem Titel «Läbeswäg». Das Album ist in den «Top 100 Album Charts» bereits auf Platz 27 gelandet, das hat Daenu nicht erwartet.
Der Leiter und Produzent der Berner Band «Volxrox», Alain Boog (links) unterstützte Daenu bei seiner ersten – und sehr erfolgreichen – CD.
Es sind sehr persönliche Lieder. «Eigentlich habe ich eine musikalische Autobiografie gedichtet,» meint Daenu dazu. „In den Liedertexten reflektiere ich meine Erlebnisse und Empfindungen, aber auch Geschichten, die andere erlebt haben.» Einige der Titel sind «Turbulänze», «Glücksmomänt», «Vergiss mi nid» oder «Si rocke für iri Pension».
Diese CD wäre jedoch nicht zustande gekommen ohne das grosse Engagement von Alain Boog, dem Leiter und Produzenten der Berner Band «Volxrox». «Boog ist ein langjähriger Freund von mir und wusste als Produzent genau, was ich wollte, und er hat mich geschliffen,» erzählt Probst. «Wir gingen zusammen nach Spanien ans Meer, die Lieder sind dort entstanden.» Die CD ist hochwertig produziert. Das Booklet ist grafisch schön durchgestaltet, und die Lied-Texte sind abgedruckt. Zu diesen hat Probst jeweils ein paar sinnige Gedanken als Vorspann notiert. Sich da reinzulesen und rein zuhören lohnt sich.

