Die St. Beatus-Höhle steckt voller Zauber: Mit Grotten, bizarren Tropfsteinformationen und Wasserfällen öffnet der Berg sein Innenleben. Das am Thunersee gelegene Höhlensystem befindet sich im Berner Oberland zwischen Thun und Interlaken.
In der grossen Sommerhitze bringt der Besuch der Beatushöhle willkommene Abkühlung. Bei einer Temperatur von acht- bis zehn Grad Celsius und 95 Prozent Luftfeuchtigkeit ist sogar eine Jacke vonnöten. Die St. Beatus-Höhlen gehören zu den zehn grössten Höhlen der Schweiz und liegen am Nordrand des Thunersees zwischen Thun und Interlaken im Kanton Bern. Von den insgesamt etwa vierzehn Kilometern des erforschten Höhlennetzes ist ein Kilometer ganzjährig für das Publikum begehbar, auch ohne Führung. Nur bei starkem Regen, der den Wasserstand im Inneren ansteigen lässt, wird die Höhle geschlossen. Ein Frühwarnsystem sorgt für Sicherheit.
St. Beatus-Höhlen, Eingangsbereich mit Restaurant. Foto: Daniel Reust, Wikimedia Commons
Der gut ausgebaute und beleuchtete Weg dauert zu Fuss etwa 60 Minuten. Insgesamt führt er über 297 Stufen, bei einer Höhendifferenz von 87 Metern. Da die Treppenstufen feucht sein können, ist gutes Schuhwerk ratsam. Vorbei kommt man an Bachläufen, Wasserfällen, Grotten und Hallen mit kleineren und grösseren Stalagmiten und Stalaktiten. Diese fantastisch aussehenden Tropfsteinformationen erschafft die Natur über Jahrtausende. Auf einigen der beleuchteten Felspartien wachsen stellenweise Moose, Farne und Algen, die wie kleine Gärten aussehen.
Kleine Stalagmiten inmitten von Moos und Farngewächsen in der Nähe einer beleuchteten Felspartie.
Je tiefer man in die Höhle vordringt, umso stärker hört man ein Rauschen, bis man schliesslich vor einem steil abfallenden, tosenden Wasserfall steht. Dieser Wasserlauf durchquert die ganze Höhle, stellenweise kommt er in Kaskaden an die Oberfläche, streckenweise verläuft er unterirdisch. Am Ende ergiesst er sich über den Hang vor der Höhle in den Thunersee. Beim Gang durch die Höhle erklären Informationstafeln in Deutsch und Englisch Geschichte und Geologie, ein App-Guide ist zudem im Museumseintritt inbegriffen.
Das Wasser kommt aus dem Höhlensystem und fliesst über den Hang in den Thunersee. Nach viel Regen ergeben sich eindrückliche Wasserfälle, wie das Titelbild zeigt.
Der Name der St. Beatus-Höhle geht auf den irischen Mönch Beatus zurück, der im 2. Jahrhundert in der Höhle gelebt haben soll. Der Legende nach vertrieb er kraft seines Pilgerstabs den feuerspeienden Drachen aus der Höhle, der sich mit Gebrüll in den See stürzte und ertrank. Daraufhin soll sich der Heilige in der Höhle seine Klause eingerichtet und die Menschen beraten und geheilt haben. Bis zur Reformation befand sich eine Wallfahrtskapelle in der Höhle, die 1528 abgerissen wurde, in der Hoffnung, die Wallfahrten so zu unterbinden. Heute führt der Pilgerweg Via Jacobi hier vorbei.
Beatushöhle mit einer Reisegesellschaft, 1785. Die Beatushöhle gehört zu den frühesten Touristenattraktionen. Farbkupferstich nach einem Gemälde von Caspar Wolf (1735-1783). Foto: Wikimedia Commons
Die Höhlentour ist auch für Kinder geeignet, allerdings ohne Kinderwagen. Zudem gibt es für Familien zusätzlich den Flimboweg, ein Erlebnispfad im Parkareal und einen Spielplatz mit Drachenrutschbahn. Der Drache ist hier allgegenwärtig, auch auf den T-Shirts und den Souvenirs im Shop. Im Museum wird die Geschichte und die Geologie der Beatushöhle anschaulich vorgestellt.
Impressionen aus der Beatushöhle
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Titelbild: Wasserfälle unterhalb der Beatushöhle bei viel Wasser. Foto: Dietrich Michael Weidmann, Wikimedia Commons
Alle Fotos: © Ruth Vuilleumier
Die St. Beatus-Höhlen sind ganzjährig geöffnet, begehbar mit gutem Schuhwerk und warmer Kleidung. Die Höhlentour dauert ca. 60 Minuten. Da es wenig Parkplätze gibt, wird öV empfohlen: regelmässige Busverbindungen ab Thun und Interlaken, mit dem Schiff Station «Beatushöhlen-Sundlauenen», der Fussweg vom See bergauf zum Höhleneingang ca. 20-25 Minuten.
Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite «St. Beatus-Höhlen»


















Mir hat besonders gefallen, wie der Beitrag Natur, Geologie und Geschichte der St. Beatus-Höhlen miteinander verbindet. Die Beschreibung der Wasserfälle, Tropfsteinformationen und der Legende um den Mönch Beatus macht deutlich, dass der Besuch weit mehr ist als nur eine klassische Höhlentour. Auch die Hinweise zum Museum, zur Familientauglichkeit und zur Anreise machen den Artikel für die tatsächliche Reiseplanung sehr hilfreich.
Gerade solche Ausflugsziele leben stark von ihren Bildern. Bei Reise- oder Naturinhalten nutze ich manchmal PicWav ([https://picwav.com/](https://picwav.com/)), um einzelne Landschafts- oder Höhlenfotos in kurze Videos umzuwandeln und so Wasserfälle, Felsformationen oder andere Eindrücke etwas lebendiger zu präsentieren. Das kann eine schöne Ergänzung zu einer Fotogalerie sein, ohne die eigentlichen Informationen des Artikels zu ersetzen. Insgesamt macht der Beitrag wirklich Lust darauf, die Beatushöhlen einmal selbst zu besuchen.