FrontGesundheitDomicil hilft, eine Wohnung zu finden

Domicil hilft, eine Wohnung zu finden

Die Stiftung Domicil vermittelt Wohnungen an Leute mit kleinem Einkommen, übernimmt solidarisch die Haftung gegenüber dem Eigentümer, begleitet und hilft bei Problemen.

Eine Wohnung finden, heisst Boden unter den Füssen bekommen, zu einer Gemeinschaft gehören. In Zürich eine Wohnung zu finden, ist für Working Poor Familien nahezu unmöglich. Wird eine günstige Wohnung ausgeschrieben, so melden sich hunderte von Bewerberinnen und Bewerbern. Selbst wenn der Hauseigentümer sozial denkt und einem Bewerber mit geringem Einkommen eine Chance geben möchte, so scheut er Probleme wie: Wird der Mietzins bezahlt, respektiert der Mieter die Regeln im Zusammenleben mit Nachbarn, wird die Wohnung nach lokal üblichen Normen benutzt und gepflegt?

Es gibt noch günstigen Wohnraum

Geschäftsleiterin Annalis Dürr verfügt über eine reiche Erfahrung. Sie arbeitet seit 14 Jahren bei der Stiftung Domicil.

Es gibt noch günstige Wohnungen im Raum Zürich, erklärt Annalis Dürr, doch finden Leute mit kleinem Einkommen und Working Poor Familien mit Migrationshintergrund den Weg nicht zu diesen Wohnungen. Hier hilft Domicil. Domicil überbrückt die Lücke zwischen den Anbietern und den Wohnungssuchenden und übernimmt für den Vermieter das Risiko.

 

Domicil mietet die Wohnungen und garantiert für Mietzins und Nutzung

Wer Domicil eine Wohnung vermietet geht kein unternehmerisches Risiko ein. Die Stiftung haftet solidarisch für Mietzins und Mietdepot. Den Mietvertrag unterzeichnet Domicil zusammen mit den Mietern und erklärt ihnen die Haus- und Waschküchenordnung. Bei Schwierigkeiten während des Mietverhältnisses berät und hilft die Stiftung beiden Partnern und nimmt an allen Wohnungsübergaben und Wohnungsabgaben teil.

Während der 20 Jahre ihres Bestehens hat Domicil 1700 Mietverhältnisse mit rund 200 Anbietenden abgeschlossen. Heute laufen 800 Mietverhältnisse mit 100 Anbietern. Es ist das Ziel von Domicil, dass die Mieter langfristig in der Wohnung bleiben, sich in ihr Umfeld integrieren und später bei Bedarf selbständig eine neue Wohnung suchen können.

Domicil hat einen Leistungsauftrag mit dem Sozialdepartement der Stadt Zürich und mit einigen Gemeinden im Kanton. Jährlich werden um die 100 neue Wohnungen akquiriert. 20 % der Ausgaben muss die Stiftung mit Spendengeldern finanzieren.

Domicil sucht laufend günstige Wohnungen

Die Akquisition von Wohnungen zählt zu den Hauptaufgaben von Domicil. Die Stiftung verhandelt mit Liegenschaftsverwaltungen, Wohnbaugenossenschaften und mit kleineren Anbietern, sie bekommt Wohnungen in Grossüberbauungen, in Neubauten und Einzelwohnungen bei privaten Anbietern.

Annalis Dürr ermutigt auch Anbieter von einzelnen Wohnungen, sich zu trauen, ihre Wohnung an die Stiftung zu vermieten. Sie empfiehlt, günstige Wohnungen nicht auszuschreiben und sie Domicil direkt anzubieten. Übernommen werden auch Wohnungen als Nachmieter.

Wer findet eine Wohnung?

Das Mädchen, die Tochter einer Wohnungssuchenden, wünscht sich ein Daheim, eine Bleibe, ohne dauernd umziehen zu müssen.

An einem Dienstagnachmittag vor Weihnachten klebt über dem Adressschild an der Kanzleistrasse 80 ein Zettel „Zur Zeit können keine neuen Anmeldungen entgegengenommen werden». Dennoch schlendert ein hochgewachsener, gepflegter, dunkelhäutiger Vater mit einem Mädchen durch den Korridor. In einem Sitzungszimmer warten zwei Frauen. Wir wollen keine falschen Hoffnungen wecken, erklärt Annalis Dürr. Unsere Warteliste umfasst 150 bis 160 Personen. Dennoch dürfen die Leute während der Sprechstunden bei uns herein schauen und über ihre Probleme sprechen.

Wer sich für die Miete einer Wohnung interessiert, muss sich bei Domicil anmelden. Die Stiftung überprüft Wohnreferenzen und finanzielle Mittel, führt ein Interview mit den Bewerbern und entscheidet, ob die Stiftung helfen kann.

Für Wohnungen von privaten Eigentümern werden deren Wünsche für einen Mietermix berücksichtigt.

Domicil trifft eine Vorauswahl und schickt vier oder fünf passende, an der Wohnung interessierte Bewerber zum Besichtigungstermin. Die Eigentümer erhalten mit den Bewerbungsunterlagen ein Porträt der potenziellen Nachmieter.

Zu den Kunden von Domicil zählen vor allem  Familien und Alleinerziehende, Menschen mit einem Migrationshintergrund, Leute, die in der Gastronomie, auf dem Bau, in Taxi-Unternehmen oder in der Reinigung in untersten Lohnklassen arbeiten, sogenannte Working Poor. die ohne staatliche Hilfe auskommen. Durch eine bezahlbare  und gute Wohnung können sie sich sozial integrieren und ökonomisch stabilisieren.

Domicil hilft auch mit, Wohnraum zu retten, durch Verhandlungen mit den Vermietern oder Überbrückungen bei Mietzinsausständen. Mieter wissen oft nicht, wie sie sich wehren können.

Projekt Domicil Plus für den ganzen Kanton

Annalis Dürr führt als Geschäftsleiterin das 14-köpfige Team von Fachleuten aus unterschiedlichen Berufsgruppen, die in den Büros an der Kanzleistrasse 80 in Zürich zusammen arbeiten. Der Pool mit Fachleuten aus verschiedenen Sprachregionen wird laufend erweitert.

Domicil sei eine Erfolgsstory, schreibt Stiftungsratspräsident Kurt Gallus Schmid im Jahresbericht zum 20-jährigen Jubiläum der Stiftung. Der Stiftungsrat zählt 15 Mitglieder, mit Persönlichkeiten aus der Immobilienbranche, aus dem gemeinnützigen Wohnungsbau, der Stadtentwicklung, Sozialarbeit und Sozialforschung. Alle Stiftungsräte arbeiten ehrenamtlich.

Mit dem neuen Projekt Domicil Plus werden die Dienstleistungen auf den ganzen Kanton Zürich erweitert. Die Stiftung sucht Wohnungen und ist auf Spendengelder angewiesen.

Stiftung Domicil
Kanzleistrasse 80
8004 Zürich
Telefon 044 245 90 25
Spendenkonto 87-309442-7

(Bilder Stiftung Domicil)

Vorheriger ArtikelEin gefundenes Fressen
Nächster ArtikelGroteske Wege des Wahns

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Beliebte Artikel