FrontGesellschaftZweite Gotthardröhre

Zweite Gotthardröhre

Alle reden von der zweiten Gotthardröhre. Befürworter und Gegner trafen sich am Montag in der Festhalle Sempach. Bundesrätin Doris Leuthard kämpfte wie ein Winkelried.

Die Teilnehmer: v.l. Nationalrat Thierry Burkart, Ständerat Filippo Lombardi, Geprächsleiter Kari Kälin, Nationalrätin Regula Rytz, Baudirektor Markus Züst und Bundesrätin Doris Leuthard.

Am 28. Februar 2016 wird abgestimmt. Gibt es einen zweiten Gotthardstrassentunnel oder wird der Schwerverkehr während der Tunnelsanierung über Verladestationen abgewickelt?

Im mit 700 Besuchern prallvoll gefüllten Festsaal kreuzten sich die Befürworter Bundesrätin Doris Leuthard, der Tessiner Ständerat Filippo Lombardi, der Gewerbeverbandsdirektor Gaudenz Zemp und der Aargauer Nationalrat Thierry Burkhard die Klinge (in Sempach könnte man auch sagen, die Hellebarde) mit den Gegnern, der Berner Nationarätin Regula Rytz, dem Luzerner Regierungsrat Robert Küng und dem Urner Baudirektor Markus Züst.

Doris Leuthard beschwor den Mythos Gotthard und pries alle Vorzüge einer vom Bundesrat und Parlament unterstützten zweiten Röhre des 17 Kilometer langen Tunnels. Einen Tunnel, wie er da steht, dürfte man heute gar nicht mehr bauen. Alle Befürchtungen der Gegner seien unbegründet. Vorschläge wie die versenkbare Mittelleitplanke sei illusorisch.

Die Befürworter: Doris Leuthard                           Die Gegner: Konrad Graber

Der Tessiner Filippo Lombardi fragte:“Was passiert, wenn zwei Schweizer Lastwagen im jetzigen Tunnel aufeinanderprallen?“

Dass jeder Unfall, jeder Verletzte und Tote zu viel  sind, darüber waren sich alle einig.

Regula Rytz zweifelte, ob die zwei Fahrspuren auch künftig gehalten werden, und monierte, dass der Unterhalt von zwei Röhren teurer werde. Markus Züst wies darauf hin, dass Verladestationen günstiger seien als eine zweite Röhre. Der Verkehr müsse auf die Schiene umgeladen werden, schliesslich habe man ja eine NEAT gebaut.

Die lebhafte und packende Diskussion liess einige Zweifel zurück. Viele, von Seniorweb befragte Zuhörer, vertraten die Meinung, dass sie sich die Sache noch einmal genau überlegen wollen.

Eine Umfrage von „20minuten“ ergab, dass die Gotthard-Vorlage mit 58 Prozent Ja-Stimmen angenommen worden wäre, wenn Anfangs Januar abgestimmt worden wäre. 31 Prozent waren dagegen.

Gotthardtunnelbau 1970

Im Jahre 1970 begann der Bau der ersten Röhre des Gotthardstrassentunnel.

Bilder: Josef Ritler

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