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Ferien machen im Papiliorama

Die Titanwurz, die grösste Blume der Welt, reist heute vom Botanischen Garten Basel nach Kerzers.

Im Lieferwagen von Basel nach Kerzers: Die Titanwurz des botanischen Gartens der Universität Basel wurde heute verladen und ins Papiliorama (link is external) im freiburgischen Kerzers transportiert. Dort soll die grösste Blume der Welt im Dezember ihre Blütenpracht und ihren Gestank entfalten.

So soll die Basler Titanwurz Ende Jahr wieder blühen

Nach 75 Jahren blühte die grösste Blume der Welt im Frühling 2011 erstmals wieder in der Schweiz. Bereits drei Mal hat die Titanwurz im botanischen Garten der Universität Basel seither ihre Pracht entfaltet (link is external). Wegen Umbauarbeiten in Basel suchten die Verantwortlichen des botanischen Gartens eine geeignete Ferienresidenz für die spektakuläre Pflanze und wurden in Kerzers fündig. Unter der Kuppel des Jungle Trek im Papiliorama herrschen ideale Bedingungen für die tropische Pflanze.

Heinz Schneider, Kustos des botanischen Gartens, ist froh, mit dem Papiliorama eine verantwortungsvolle Institution gefunden zu haben, die sich in der Zeit des Umbaus um die Titanwurz kümmern wird: «Die Titanwurz ist unser Baby, wir geben sie natürlich nicht gerne einfach so weg. Sie hat uns aber auch sehr viel Zeit gekostet», so Schneider. Ein Stück weit sei man auch froh, dass nun für einige Zeit jemand anderes die Titanwurz hegen und pflegen werde, sagt Schneider.

Handarbeit und Sorgfalt ist gefragt beim Ausgraben der Titanwurz in Basel

Auf der anderen Seite freut sich Papiliorama-Direktor Caspar Bijleveld auf den prominenten Feriengast und verspricht: «Wir werden die Titanwurz wie unseren wertvollsten Schatz behandeln.» Grundsätzlich sei die Pflege der Knollenpflanze nichts Aussergewöhnliches. «Wir haben unter unseren drei Kuppeln viele exotische Pflanzen, die jeweils ihre ganz besondere Pflege benötigen.» Ein bisschen nervöser sei man aber schon mit einem so berühmten Gast.

Heikler und aufwändiger Transport

Das Blatt der Titanwurz ist in den letzten Wochen abgewelkt. Die Blume ist nun in ihrer Ruhephase und deshalb für das Umtopfen und den Transport bereit. Zuerst wurde die Erde aus dem Topf entfernt. Um die heikle Pflanze nicht zu verletzen, zog man ein Tuch unter der Knolle hindurch. Vor dem Verladen in den Lieferwagen wurde die Riesenknolle ausserdem gewaschen, auf Schadstellen hin abgesucht und gewogen. Auf der Waage war die Überraschung gross, denn die Knolle wiegt mit 87 Kilogramm fast doppelt so viel wie vor der letzten Blüte mit 46 Kilogramm.

Fast doppelt so schwer wie vor rund zwei Jahren: Die Knolle der Titanwurz

Im Papiliorama wurde die Rekordknolle in einer speziellen Erdmischung wieder eingetopft. Bei all diesen Arbeiten war der Basler Gärtner Inayat Olmedo dabei, der im botanischen Garten für die Titanwurz verantwortlich ist. Diese Verantwortung gibt er nun weiter an den Meistergärtner Michael Känel. «Ich bin froh, dass Inayat während der heiklen Phase des Transportes und des Umtopfens dabei ist», so Känel. Und auch in den nächsten Tagen und Wochen kann der Papiliorama-Gärtner bei Bedarf auf das Wissen und die Erfahrung Olmedos zurückgreifen.

Blüte im Advent

Nach einer kurzen Ruhephase wird die Titanwurzknolle im Papiliorama während einiger Wochen intensiv neue Wurzeln bilden und eine unterirdische Knospe für die Blume anlegen. Wenn diese an der Oberfläche erscheint, dauert es nochmals rund fünf Wochen bis zu Blüte.

Panoramafoto mit der Blütenentwicklung der Titanwurz – hoffentllich im Dezember im Papiliorama

Höhepunkt ist am Ende dieser Phase der Zeitpunkt, zu dem sich die bis zu drei Meter lange Blüte für wenige Tage öffnet. Dann verströmt die Titanwurz auch ihren berühmten Gestank, um Aaskäfer zur Bestäubung anzulocken. Während dieser Zeit wird das Papiliorama auch Abends geöffnet sein, damit Besucher die Möglichkeit haben, das seltene Ereignis vor Ort zu bestaunen. Die Basler Experten rechnen damit, dass die Pflanze im Dezember blühen wird.

www.papiliorama.ch (link is external)

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