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Bedeutungsvolle Rückkehr

Der in der TV-Sendung „Wetten dass…?“ im Jahre 2010 verunglückte und seither gelähmte Samuel Koch wurde ein Filmstar. Der Film „Draussen in meinem Kopf“ wurde in Nottwil gezeigt.

Wir erinnern uns: Am 4. Dezember 2010 verunglückte der damals 23-jährige Samuel Koch in der Fernseh-Sendung „Wetten dass…?“ bei einem Sprung mit Sprungfedern über fünf fahrende Autos und ist seither von den Schultern abwärts gelähmt.

Samuel Koch in der Hauptrolle»Draussen in meinem Kopf»

Kurz nach dem Unfall – die Fernsehsendung „Wetten dass…? wurde daraufhin eingestellt – wurde Koch ins Paraplegiker-Zentrum Nottwil LU transportiert und dort behandelt.

Er verbrachte rund ein Jahr in der Rehabilation in Nottwil und wurde auch von Guido Zäch, dem Chefarzt und Gründer des Zentrums, behandelt.

Inzwischen ist der 30-jährige Samuel Koch trotz seiner Behinderung ein erfolgreicher Schauspieler geworden und erhielt die erste Hauptrolle im Kinofilm „Draussen in meinem Kopf“. Am Montag feierte der Streifen seine Schweizer Premiere im Open Air-Kino in Nottwil, das zum Paraplegiker-Zentrum gehört.

Vor der Schweizer Premiere wird Samuel Koch über den Film und sein Leben befragt

Samuel Koch reiste dazu extra in die Schweiz, beantwortete Fragen des zahlreich erschienen Publikums und traf nach der Vorstellung Guido Zäch und Stiftungsrat Hans Jürg (Fibo) Deutsch.

Dem Publikum gab er einen Einblick in die Entstehung des Films und über sein heutiges Leben. Die grösste Mühe habe man bei der Dreharbeiten wegen einer Putzfrau gehabt. Die habe es nicht geschafft, das Putzwerkzeug ordnugsgemäss in die Hand zu nehmen. Nach mehrmaligen Versuchen habe man sie dann ausgewechselt.

Im Film von Regisseurin Eibe Maleen Krebs spielt Koch jedoch nicht einen Tetraplegiker, sondern einen Patienten, der an Muskelschwund leidet und bald sterben wird. Obwohl er sich nicht bewegen kann, hat er sich im Zimmer eine eigene Welt geschaffen.

Ihm zur Seite tritt Christoph, der freiwillig ein Sozialjahr absolviert. Konflikte sind vorprogrammiert. Der Film ist bedrückend und geht unter die Haut. Er zeigt aber auch positive Seiten – eben die von Samuel Koch und nicht unbedingt von der Person, die er darstellt. Jedenfalls kommt das Gefühl auf, die Geschichte habe doch mit ihm selber zu tun.

Nach der Filmvorführung getroffen:
Guido Zäch und Fibo Deutsch

Erleichternd ist man jedenfalls, wenn man Samuel Koch auf seinem motorisierten Gefährt herumfahren sieht. Bereitwillig liess er sich fotografieren und beantwortete alle Fragen.

Ein zwei Monate vor dem Unfall aufgenommenes Schauspielstudium setzte er nach der Reha fort. 2014 wurde er Ensemblemmitglied im Theater in Darmstadt und spielt verschiedene Rollen.

Fotos: Josef Ritler

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