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Kleine Rezepte gegen Winterblues

Wer unter einer grauen Nebeldecke sitzt, leidet, weil das Licht immer früher eingeschaltet werden muss, wer nur noch auf etwas Lust hat – auf Schokolade – der spürt den Winterblues.

 

Eigentlich gehört dieser Beitrag nicht in die Rubrik Gesundheit. Denn lange Nächte und neblige Tage machen nicht krank, nicht depressiv. Depression ist eine Krankheit, die nicht mit etwas Sonne, einer Tasse heisser Schokolade oder einem lieben Besuch therapiert oder sogar geheilt werden kann. Aber um Depressionen geht es hier auch nicht.

 

Frauen haben öfters den Blues

Hier ist die Rede vom Novemberblues, der auf die Laune drückt, müde und antriebslos macht und viel Energie raubt. Denn wenn die Tage kurz sind und immer noch kürzer werden, der Nebel wie ein graues Tuch über der Landschaft liegt und die ganze Sommerleichtigkeit mit dicken Jacken zugedeckt werden muss, dann leiden viele. Drei Mal mehr Frauen als Männer, hat die Wissenschaft herausgefunden.

 

Charakteristisch ist, dass immer nur vom Novemberblues gesprochen wird. Den Januarblues gibt es nicht – oder höchstens in finanzieller Hinsicht. Denn im Januar sind zwar die Tage immer noch so dunkel wie jetzt, der Nebel immer noch so grau, aber insgesamt geht es wieder aufwärts, dem Frühling, dem Licht entgegen.

 

Hormone schlagen aufs Gemüt

Und dieses Licht ist der Auslöser dafür, wenn man sich im November schlapp und deprimiert fühlt, zu nichts mehr richtig Lust hat. Denn durch die verminderte Lichtintensität geraten die Botenstoffe Serotonin und Melatonin aus dem Takt. Serotonin, das Glücks- oder Wachhormon, wird bei Tageslicht gebildet, Melatonin, das Schlafhormon, reguliert den Schlaf.

Nüsse, Feigen, Schokolade oder Ingwer heben den Serotoninspiegel an, Früchte machen glücklich.

An trüben Tagen herrscht im Körper ein Überschuss an Melatonin. Weil kohlehydratreiche Lebensmittel und Süsses dem Serotoninspiegel etwas auf die Sprünge helfen, essen wir an trüben Tagen auch lieber Schokolade oder einen schönen Teller voller Pasta  statt, wie im Sommer, einen frischen Salat.

 

Es steht denn auch in jedem Ratgeber: Raus aus dem Haus, möglichst über Mittag, und soviel Licht tanken wie möglich. Es gibt auch Lichttherapielampen, die Beschwerden lindern sollen. Aber ein halbstündiger Marsch an der frischen Luft tut genau so gut. Und wer sich dazu noch entschliesst, etwas Sport zu treiben – draussen oder in einem Gymnastik- oder Kraftraum – der wird sich garantiert besser fühlen.

 

Sinnliche Stimmungsaufheller

Ein paar kleine Tipps gegen den Winterblues: Ingwertee kurbelt am Morgen den Organismus an und seine ätherischen Öle und das in der Wurzel enthaltene Gingerol  sollen zudem entzündungshemmend und keimtötend wirken. Die Zubereitung ist einfach: Von einer Ingwerwurzel dünne Scheibchen schneiden und mit kochend heissem Wasser überbrühen. Etwas Zitronensaft hilft dem Geschmack. Und etwas Kurkumapulver schadet auch nichts.

Eine Minute lang die beiden Daumen gegeneinander drücken, soll neue Energie bringen. Sagen die Chinesen.

Farben gegen das Novembergrau: Das kann ein Blumenstrauss sein, eine bunte Kuscheldecke auf dem Sofa oder eine Gemüse- oder Früchtevariation auf dem Teller. Wer jetzt noch einige Mandarinen- oder Orangenschalen auf die Heizung legt oder sich in ein duftendes Lavendelbad legt, merkt, dass man Farben auch riechen kann. Apropos Bad: Wer sich nach dem Baden oder Duschen kalt abduscht – na ja, eigentlich reicht es, nur die Beine abzuspritzen – bringt den Kreislauf und den Energiehaushalt in Schwung.

 

Druckpunkte aktivieren

Neue Energie bringt auch ein einfacher Fingerdruck. Dazu die Finger beider Hände so verschränken, dass die Hände eine Art Kuppel bilden. Jetzt die beiden Daumen sanft gegeneinander drücken und so eine Minuten halten. Und dabei an etwas Schönes denken. Zum Beispiel, wie privilegiert wir sind in den schön warmen Wohnungen, wie gut nachher der frisch aufgebrühte Kaffee schmecken wird oder wie nett gestern die Nachbarin gegrüsst hat.

Wenn es draussen garstig ist, sollte man es sich drinnen ganz besonders kuschelig machen. Also ab aufs Sofa mit einem spannenden Buch unter die bunte Decke – am besten nach einem zügigen Marsch im Novembergrau –, vor sich eine Tasse mit duftendem Tee und eine Handvoll Walnüsse und zwei, drei getrocknete Feigen (Serotoninspeicher füllen!) und mit der Lieblingsmusik im Ohr. Und dann kann es draussen noch so grau sein, November ist eigentlich gar nicht mehr so schlimm.

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