Gesellschaft

Schöne Ostern allerseits!

Der Garten im April. Ostern ist zwar an kein festes Datum gebunden, für viele wird es aber erst an Ostern so richtig Frühling. Mit viel Sonne und Wärme – hoffentllch.

Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche und gleichzeitig auch die letzten Tage der katholischen Fastenzeit. „Kar“  leitet sich vom  althochdeutschen „kara“ , Sorge, Kummer, ab. Die Trauerwoche endet am Abend des Karsamstag, dann, wenn die Osternacht vorbereitet wird.

Markante Daten im Kalender sind seit altersher auch Lostage, das heisst Tage, die auf kommende Wetterperioden hinweisen. Ein eigentlicher Lostag ist aberr weder Palmsonntag noch Ostern – sie finden ja jedes Jahr an einem anderen Datum statt. Was Wetterpropheten noch nie von markanten Sprüchen abgehalten hat.

 

Schnee am Palmsonntag

„Ist der Palmsonntag ein heiterer Tag, für den Sommer ein gutes Zeichen sein mag“ heisst eine Wetterregel für den gestrigen Sonntag. Nun, Schneeregen passt da kaum dazu – die Sommerprognosen müssen anderweitig geholt werden.

Die Osterhasen sind schon unterwegs!

Hoffen wir halt auf Gründonnerstag, den nächstn Lostag. Viel ist da allerdings nicht zu holen, an diesem Tag, an dem Jesus zum letzten Mal mit seinen Jüngern das Abendmahl teilte, bevor er am Karfreitag dann hingerichtet wurde. „An Gründonnerstag und Karfreitag Regen, gibts selten Erntesegen.“ Oder auch: „Ist der Gründonnerstag weiss, wird der Sommer heiss.“

Laut Wetterbericht soll es ja ab morgen sonnig und wärmer und auch ein schönes Osterwochenende werden. Was nicht alle Wetterpropheten gut finden: „Wenn zu Ostern die Sonne scheint, der Bauer im Speicher weint“. Besser: Osterregen bringt magere Kost, Ostersonne fette und reichliche.“

 

Eine uralte Detoxsuppe

In katholischen Gegenden wird am Gründonnerstag eine spezielle Suppe mit meist neun Kräutern gegessen. Was ernährungstechnisch gar nicht so schlecht ist. Ob man nun gefastet hat oder lediglich vor den Festtagen einen Detoxtag einschieben will, die Suppe mit frisch gekeimten, jungen Blatttrieben tut jedenfalls Leber und Darm gut. 

Und was gehört in diese Suppe? Sicher mal Bärlauch, der ist jetzt ja an vielen Waldrändern zu finden. Dazu die ersten Triebe von Brennnesseln und Löwenzahn, Küchenkräuter wie Schnittlauch, Petersilie, Thymian, Maggikraut  und vielleicht wenig Kerbel (ist intensiv). Gänseblümchen passen auch dazu und Giersch, was ein Unkraut ist im Garten. Alte Rezepte nennen auch Gundermann oder Gundelrebe, ein wintergrüner Lippenblütler, der seit Hildegard von Bingen als Heilkraut gilt. Dazu noch eine Zwiebel, etwas Gemüsebouillon, Salz, Pfeffer, Muskat und zum Schluss einen Gutsch Rahm – fertig ist die traditionellle Gründonnerstagssuppe.

 

Pertersilie an Karfreitag

Kommen wir zum Karfreitag. „Wenns dem Herrn ins Grab regnet, gibt es einen trockenen Sommer“, heisst es. Oder: „Karfreitag Sonnenschein bringt uns reiche Ernte ein“. Eines ist im Volksglauben sicher: Ab Karfreitag bis Ostern wird im Garten weder gesät noch etwas gesetzt, denn da wächst nichts. Mit einer Ausnahme, die meine Mutter und meine Grossmutter alljährlich befolgten: An Karfreitag gesäte Petersilie gedeiht besonders üppig. Keine Ahnung weshalb, aber meine Mutter hielt sich eisern an diese Regel, auch wenn sie zuerst ein Stückchen Gartenbeet vom Schnee befreien musste.

Ostern so spät wie dieses Jahr hat einen Vorteil: Wer Ostereier nach alter Sitte färbt, findet jetzt dafür eine grosse Auswahl an dekorativen Gräsern und Blüten. Ein Schlüsselblüchen zum Beispiel wird mit etwas Wasser auf das rohe Ei „geklebt“ und das Ganze dannn in ein Stück Nylonstrumpf eingebunden. Primeln, Gänseblümchen, Veilchen, Hahnenfuss und Blätter von Löwenzahn, wilder Möhre und Gundelrebe sind weitere Dekormaterialien. Alle eingebundenen Eier kommen in einen Sud aus Farbholz, Zwiebeln oder auch Kurkuma, werden darin hart gekocht und schon hat man wunderbare Ostereier, die sich auch zum Verschenken eignen.