FrontGesellschaft50 Jahre Mondlandung

50 Jahre Mondlandung

Vor 50 Jahren startete die Apollo-11-Mission. Die ersten Menschen betraten den Mond. Anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums zeigt das Verkehrshaus der Schweiz in Luzern den Film «Apollo 11 – first Steps» und der Journalist Roland Jeanneret präsentierte das Buch «Ein grosser Sprung für die Menschheit?».

Der Start der Saturn-V-Rakete zum Mondflug

Gebannt sassen am 20. Juli 1969 Millionen von Menschen vor dem Fernseher und dem Radio und warteten auf den Start der Saturn-V-Rakete. Die Apollo-11-Mission sollte die ersten Astronauten auf den Mond und wieder zurück zur Erde bringen. Der Start gelang und wir lauschten alle den Erklärungen vom Raumfahrtexperten und Moderator Bruno Stanek, der am Schweizer Fernsehen die Schwarz-Weiss-Bilder kommentierte.

Die Mondfähre (links) trennt sich von der Kommandokapsel

Nun hat die CNN Films / MacGillivray Freeman Films mit bisher unveröffentlichtem Archivmaterial einen Film hergestellt, der die ersten Schritte der Menschheit auf dem Mond zeigt. Auf der Suche nach Film- und Tonaufnahmen ist das Filmteam im nationalen Archiv der USA auf eine Sammlung unverarbeiteter 70-mm-Filmrollen gestossen. Darunter befinden sich auch Aufzeichnungen aus dem Kontrollzentrum. Zusätzlich wurden über 11000 Stunden nicht archivierter Tondokumente gefunden. Es sind Aufzeichnungen von Gesprächen der wichtigsten Personen, die an der Mission beteiligt waren. Aus diesem Fundus ist ein Film entstanden, der in seiner Art einzigartig ist.

Der grosse Moment: Die Astronauten verlassen die Mondfähre

An der Schweizer Filmpremiere am 24. Mai 2019 im Verkehrshaus Luzern sass Bruno Stanek zusammen mit dem Schweizer Astronauten Claude Nicollier und anderen illustren Gästen vor der grössten Leinwand der Schweiz im Filmtheater (IMAX).

Der 47 Minuten dauernde Film war überwältigend und gewaltig. Claude Nicollier, der selber mehrmals als Astronaut im Weltraum war, erklärte nach der Filmpremiere: «Die Emotionen waren für mich enorm.»

Und er wies auf die wunderbare Botschaft von den Apollo-8-Astronauten hin: «Wir wollten den Mond erforschen und haben dabei die Erde entdeckt»

Buzz Aldrin stellt den Seismometer zur Messung von Mondbeben auf

Auf Entdeckungsreise mit dem Monauto

Nach dem Film fand die Vernissage des Buches «Ein grosser Sprung für die Menschheit?» statt. Der Weltbildverlag brachte zum Jubiläum das Buch von Roland Jeanneret heraus, das die Rolle der Schweiz bei der Apollo-11-Landung beleuchtet und prominente Exponenten der Schweizer Weltraumszene zu Wort kommen lässt.

Astronaut Claude Nicollier war vom Film begeistert

Claude Nicollier schrieb das Vorwort und stellte fest: «Meines Erachtens war der symbolische erste Schritt von Neil Armstrong auf dem Mond definitiv ein Riesenschritt für die Menschheit. Es ist mein aufrichtiger Wunsch, dass der tiefe und kühle Geist des Apollo-Programms uns noch lange begleiten wird – hoffentlich für immer!»

Informativ und interessant war unter der Leitung von Roland Jeanneret die Paneldiskussion mit der Weltraum-Physikerin Kathrin Altweg und dem Astrophysiker und Weltraum-Schrottjäger Thomas Schildknecht.

Roland Jeanneret

Die Bezeichnung Schrottjäger hat Thomas Schildknecht von Roland Jeanneret erhalten. Der Astrophysiker sucht und findet vom Observatorium Zimmerwald BE aus im Weltall Schrott von 1 cm bis 10 Metern Grösse und meldet dies den Amerikanern, die mit den Angaben einen Atlas erstellen. Und er hat mit seinen Geräten Verbindung mit dem Mond. Dort stehen Reflektoren, über die man Veränderungen messen kann. Ein Beweis für Roland Jeanneret, dass die Amerikaner wirklich auf dem Mond waren.

Podium: v.l. Weltraum-Physikerin Kathrin Altweg, Roland Jeanneret, Thomas Schildknecht

Auf die Frage von Jeanneret, wo er die Mondlandung vor 50 Jahren mitverfolgt hatte, antwortete Schildknecht etwas verlegen: «Ich habe die Mondlandung verschlafen, weil wir zu Hause keinen Fernseher hatten.» Heute kennt er alle Krater auf dem Mond mit Namen und hat auch eine Erklärung über die Wirkungen des Mondes auf die Erde. Die Anziehungskraft der Erde wirke auf den Mond ein, daraus entsteht Ebbe und Flut. Wenn das nicht so wäre, würde die Erde und das Klima  anders aussehen. Die einzige weibliche Weltraum-Physikerin Kathrin Altweg findet, der Mond habe an Bedeutung gewonnen und es gäbe ohne Mond kein Leben auf der Erde.

Im Buch erfährt man die ganze Geschichte und die Bedeutung der Mondlandung. Zum Beispiel der erste Schritt auf den Mond: «Fast alles verläuft nach Plan, einzig die Landebeine der Fähre wurden durch das Aufsetzen etwas zusammengestaucht, so dass vom letzten Tritt der Leiter bis zum Boden noch ein Meter Abstand bleibt. Diese Distanz muss Armstrong nun durch einen kleinen Sprung bewältigen, um auf dem Landefussteller stehen zu können. Vorsichtig beobachtet er den feinkörnigen Boden und berichtet der Bodenkontrolle alles, was er sieht. Dann, am 21. Juli um 3.56 Uhr MEZ, setzt Neil Armstrong seinen linken Fuss auf den Mondboden und spricht den in die Geschichtsbücher eingegangenen Satz: «Ein kleiner Schritt für einen Mann – ein grosser Sprung für die Menschheit.»

Das Buch «Ein grosser Sprung für die Menschheit?»
Weltbildverlag
ISBN 978-3-03812-769-7

Der Film läuft jetzt im Verkehrshaus,

Fotos: NASA und Josef Ritler

 

 

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