FrontKulturEin Leben als Muse mit Affären

Ein Leben als Muse mit Affären

34 Jahre lang war Linda die Ehefrau des legendären Komponisten und Liedtexters Cole Porter. Das Zürcher Theater Rigiblick präsentiert unter dem Titel «Love, Linda» einen berührenden und stimmungsvollen Musikabend, der das Leben der einstigen Muse an der Seite des Musikgenies nachzeichnet.

Linda Porter, Millionärserbin und Stilikone der 20er und 30er Jahre, blickt auf ihre wechselvolle Beziehung mit dem genialen Musiker Cole Porter. Es ist die leidenschaftliche Beziehung zwischen zwei Menschen, die über viele Jahre die Titelseiten aller Klatschmagazine belegten. Bekannt wurde Linda als Muse und Salonkönigin, die an der Seite eines homosexuellen Mannes mit zahlreichen Affären lebte.

In «Love, Linda – Das Leben der Mrs. Cole Porter» (Regie: Daniel Rohr) lässt die in Hamburg lebende Schauspielerin und Sängerin Cornelia Schirmer in ruhigem Erzählton das Leben von Linda Revue passieren. Die acht Jahre ältere Linda Lee Thomas heiratete Cole Porter 1919 ungeachtet seiner Homosexualität. Bis 1928 lebten die Porters vorab in Europa, wo Cole mit wachsendem Erfolg als Komponist und Textdichter arbeitete. Ab 1935 verbrachte das Paar mehr Zeit in Hollywood, wo das Filmgeschäft blühte. Bei einem Reitunfall 1937 erlitt Cole Porter schwere Beinverletzungen. Linda verhinderte, dass Coles Beine amputiert wurden.

Trotz grosser Musikerfolge Coles und rauschender Partys lief privat nicht alles gut. Linda verlor ihr ungeborenes Kind, wurde mit Fotos, die Cole in einer eindeutigen Szene mit einem anderen Mann zeigen, erpresst, verliess ihn endgültig und ging allein zurück nach Paris, kehrte nach dem Reitunfall zu Cole zurück, erfuhr, dass sie selbst unheilbar lungenkrank ist und bald sterben wird.

Ungebrochene Liebe zu Cole

Cornelia Schirmer, die als Schauspielerin und Sängerin schon lange auf Deutschlands Bühnen unterwegs ist, schlüpft förmlich in die Rolle von Linda, erzählt die einzelnen Lebensabschnitte Lindas mit viel Empathie und Verständnis für die Eskapaden ihres Mannes. Hör- und erlebbar wird Lindas ungebrochene Liebe zu Cole, aber auch ihr eigener Drang nach Geltung und Ansehen, das sie auszukosten weiss. In Paris galt Linda als die schönste Frau der Welt.

Songs von Cole Porter, brillant vorgetragen von Cornelia Schirmer.

Vorab glänzt Cornelia Schirmer als brillante Sängerin. Einfach grossartig, wie sie zusammen mit dem 18köpfigen Zurich Jazz Orchestra, das den Bühnenraum fast ganz ausfüllt, passend zu den Lebensabschnitten Lindas Cole Porters berühmte Songs wie «In The Still of The Night», «Night and Day», So in Love», «Riding High» und viele mehr variantenreich wiedergibt. Die von Marcel Saurer für das von Daniel Schenker geleitete Zurich Jazz Orchestra arrangierten Songs sind ein wahrer Hörgenuss und ein bravouröser Beleg für die musikalische Virtuosität der Big Band.

Virtuoser Klangkörper: Musiker der Big Band Zurich Jazz Orchestra. Fotos: Toni Suter / T+T Fotografie

Gekonnt mischt Regisseur Daniel Rohr musikalische Einlagen mit erzählten Passagen aus Lindas Leben zu einem heiter-ernsten, berührenden, stimmlich und instrumental herausragenden Musikabend, an dem das vielseitige Musik-Genie Cole Porter mit seinen unvergesslichen Songs im Mittelpunkt steht. Das Premierenpublikum dankte es mit rauschendem Beifall.

Weitere Spieldaten: 8., 25. November, 15., 28. Dezember

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