FrontGesellschaftNotstand ! Notstand ?

Notstand ! Notstand ?

Anfang März 2020 im Nordosten der Schweiz: “Ich verstehe, dass Sie in dieser unsicheren Zeit nicht in mein Hotel kommen können und wollen, danke für Ihren Anruf und gerne auf bald wieder. Ihre Anzahlung werde ich Ihnen zurücküberweisen», sagt mein Kollege, ein Hotelier, und hängt auf. Absagen bisher: ca. 5% des Jahresumsatzes. Wie geht das wohl weiter?

17. März 2020: “Ich verstehe, dass Sie in dieser hochriskanten Zeit nicht in mein Hotel kommen können, danke für Ihren Anruf und gerne auf bald wieder. Ihre Anzahlung werde ich Ihnen zurücküberweisen, oder darf ich es Ihnen gutschreiben, für Ihren nächsten Aufenthalt bei uns?” Absagen (auch Emails) heute: 95% eines Jahresumsatzes.

Wie lange geht das wohl so weiter?

Das Restaurant muss er schliessen (angeordnet durch den Bundesrat), das Personal nachhause schicken. “Euren Lohn bekommt Ihr, ich melde mich bei Euch, sobald ich weiss, wie es weiter geht.”

Faktisch muss er das Hotel schliessen, auch wenn er es weiterbetreiben darf, doch es gibt null Nachfrage seitens der Gäste.

Um diese Jahreszeit habe er jeweils über 80% Auslastung (Bettenbelegung, Essen). Was tue er mit seinen Angestellten? Wie komme er für seine Familie auf? Ab heute sei das Einkommen quasi null!

Wie bezahle er seine Miete für Hotel, Restaurant und privat? Wie bezahle er seine langjährigen, zuverlässigen Geschäftspartner/Lieferanten (fällige Rechnungen von mehreren zehntausend Franken)? Werden seine offenen Rechnungen von seinen Kunden (ebenfalls in der Grössenordnung von mehreren zehntausend Franken oder Euro) bezahlt werden oder nicht? Wie lange hat er Schnauf (eigene Reserve), nach über 10 Jahren harter Aufbauarbeit, mit vielen schlaflosen Nächten und operativen Sorgen, aber auch Erfolgen und Freuden?

Es ist von oben angeordnet! Er kann nicht sich als Unternehmer, der schlecht gewirtschaftet hat, in die Pflicht nehmen, sich eine Chance geben, etwas besser zu machen. Er ist gezwungen, eine Existenzgrundlage, an der über ein Dutzend andere Existenzen hängen, herunterzufahren.

Der Staat “hilft” ihm mit Darlehen und Kurzarbeitsentschädigungen.  Darlehen aber erhöhen seine Schuldenlast, die Gäste kommen dadurch nicht. Will er sich verschulden, ohne zu wissen, wann die Gäste wiederkommen, der Corona-Massnahmen-Hype wieder vorbei ist (Planbarkeit)?

Wie lange hält er das aus eigener Kraft durch, wie lange schaut er zu beim Niedergang der Zehnjahresaufbauarbeit von ihm und seiner Familie?

Sofort überlegt er, welche alternativen Geschäftsmöglichkeiten er hat, damit wenigstens etwas Einnahmen eingehen. Zum Bespiel Liefer- oder Abholservice von Essen für einige Restaurantgäste. Viele der Alternativen aber bedingen zuerst wieder Geld zu investieren, zum Beispiel einen Liefer-/Verteil-/Fahrservice aufzubauen oder ihn in Auftrag zu geben. Auch optimistische Szenarien zeigen, dass damit die laufenden Fixkosten (die dabei erhöht würden), kaum gedeckt werden und damit Unsicherheit und Risiko gar steigen. Was meint die Familie dazu?

Auch aus der Sicht einer Hotelier-Unternehmer-Familien versteht man so einiges nicht. Setzt man das dann in einen etwas erweiterten Gesamtkontext, beschleichen einem noch andere, ungute Gefühle; Corona (Covid-19) verbreitet sich weltweit schnell (das ist zu erwarten bei steigender Messaktivität), jedoch mit tiefer Sterblichkeitsrate von weniger als 1% der Infizierten. Von den Verstorbenen weiss man gesichert nur, dass sie den Virus – zusätzlich zu anderen Schwächen/Krankheiten – hatten, aber nicht was die Todesursache war.

Die darauf basierten, politisch angeordneten, gesellschaftlich-wirtschaftlich zunehmend weniger akzeptierten, Massnahmen einer Lahmlegung grosser Teile der Wirtschaft und drastischen Isolierung der “Risikogruppen” (Sterblichkeit aufgrund von Vereinsamung?) erscheinen wie “mit Kanonen auf Spatzen geschossen”, schmerzhaft unter vielen Gesichtspunkten.

Wenn man den Beobachtungshorizont dann noch etwas erweitert, zeitlich und geographisch, fällt auf, dass täglich über 200’000 Menschen sterben, viele an Mangelernährung und in Gewaltregionen mit Kriegen und anderen Horrorregimen (Syrien, Afghanistan, Pakistan, Indien, China, Demokratische Republik Kongo, Jemen). Darunter – auch heute wieder – mehrere Tausend Kinder; ohne Spitäler, Pflege, Schutz, Zuwendung, genügend Nahrung, Schutz vor Gewalt.

Werden für diese bekannten, von uns durch die globale “Vernetzung” mitverusachten, leidbringenden, tödlichen Missstände ein Notstand ausgerufen und drastische Massnahmen ergriffen?

4 Kommentare

    • Danke für die Rückmeldung Herr /Frau Ernst+Schmid.
      Sehen Sie auch meine Antwort an Frau Güttinger unten.
      Beste Grüsse, Beat Probst

  1. Danke für die, sicher angebrachten Überlegungen.
    Mir ist bald einmal aufgefallen, dass die gesammelten Zahlen der Bevölkerung Angst machen. Vor allem die Todesfälle. Jedoch kann es nicht sein, dass allein die Todesfälle zu den drastischen, wirtschaftsschädigenden Massnahmen führten. Da unsere Regierung meist Wirtschaftsbestimmt funktioniert, muss eine andere Angst die Länder dieser Erde (die industrialisierten Länder) zum Handeln gezwungen haben.
    Ich gehe davon aus (nur meine Meinung), dass eine Angst vor einem totalen wirtschaftluchen zusammenbruch dahinter steckt. Würden die Toten in händelbarer Anzahl aufeinander folgen und nicht soviele Tage in der Intensivstation verbringen müssen, hätten wir, die breite Masse wohl gar nie viel von diesem Virus erfahren….. höchstens nebenbei und wohl eher so wie die Grippe-Toten von jedem Jahr im Nachhinrin erfahrbar sind. Rine äusserst böse Bemerkung erlaube uch mir hier noch anzubringen. Die Wirtschaft hätte wohl kaum etwas dagegen gehabt, dass gerade die Kostenintensive Menschengruppe der über 65jährigen dezimiert wird.
    Was war es also, das die Industriestaaten so in Angst und Schrecken versetzte? Darüber denke ich nach, wenn ich mich mit Corona, Covid 19, Sars2 befasse.

    • Sehr geehrte Frau Güttinger, Ihre kritischen Ueberlegungen und Gedanken sind sehr angebracht. Die Massnahmen stehen in keinem Verhältnis zu den Risiken des Covid-19. Das wusste man anfangs vielleicht weniger, nur aber immer mehr. Wenn man auch unabhängigen, kritsichen Fachleuten zuhört. In der Regel geht man am einfachsten den Geldströmen nach und man sieht, wer wohl hinter allem, welche Interessen verfolgt. Weil das dann nicht in die Mainstream-Meinung passt, ist man schnell mal Verschwörungstheoretiker, aber damit muss man leben können. Wichtig ist, sich die Informationen nicht nur aus den Mainstream-Medien zu holen, der Gewicht erdrückend – deshalb aber nicht wahrheitsgetreuer – ist. Beste Grüsse, Beat Probst

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Beliebte Artikel