StartseiteMagazinGesellschaftRettung des Berta Rahm-Pavillons 

Rettung des Berta Rahm-Pavillons 

Der kantonale Zürcher Heimatschutz und der Stadtzürcher Heimatschutz unterstützen die Rettung des Pavillons von Berta Rahm (Bild) aus der SAFFA 1958 ideell und mit einem finanziellen Beitrag.

Die beiden Heimatschutz-Vereinigungen hoffen, dass der Pavillon im kommenden Jahr zur 50-Feier des Frauenstimmrechts seinen Standort gefunden haben wird, am besten am unteren Seebecken des Zürichsees. Dies würde der seinerzeit sehr kämpfenden, ledigen Architektin Berta Rahm und der Fraueninitiative der SAFFA ein würdiges bauliches Andenken verleihen.

Der Saffa-Pavillon von Berta Rahm, der nach der Wohnausstellung von 1958 in Gossau installiert wurde. (Foto: Patrick Romanana)

Der Pavillon der Architektin Berta Rahm ist eines der wenigen Relikte aus der SAFFA 58, das zu aller Überraschung in der Gemeinde Gossau im Zürcher Oberland erhalten geblieben ist und gerade noch vor dem Abbruch gerettet werden konnte. Dies ist möglich geworden dank der Mitwirkung des heutigen Eigentümers, vor allem aber dank den Frauen, die sich zum Verein „ProSaffa58-Pavillon“ zusammengeschlossen haben. Sie haben den Pavillon inventarisiert und bereits bedeutende Teile sachgerecht eingelagert. Die verbliebenen Teile des Pavillons müssen ebenfalls gerettet werden. Der Zeitdruck ist hoch. Das Geld ist rar. Der Zürcher Heimatschutz spendet dem Verein einen Betrag, um diese Rettungsaktion vollenden zu können.

Heutige Innenansicht des Saffa-Pavillons von Berta Rahm (Foto: pd)

Die Schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit SAFFA dauerte vom 17. Juli bis 15. September 1958. Sie hatte 1,9 Millionen Besuchende und schloss mit einem Reingewinn von 2 Millionen Franken. Die Ausstellung wurde seinerzeit von den SAFFA-Frauen sowie dem Nationalratspräsidenten, dem Bundesratspräsidenten und drei Bundesräten und einer langen Reihe bedeutender Persönlichkeiten aus der männlichen Elite von Bildung, Recht und Politik festlich eröffnet. Trotz diesem eindrücklichen männlichen Votum für die Sache der Frau haben im Folgejahr 1959 zwei Drittel des männlichen Stimmvolks das Frauenstimmrecht abgelehnt. Erst in der Abstimmung von 1971 gelang der Durchbruch.

Berta Rahm, 1910 in St. Gallen geboren, 1998 in Neunkirch gestorben. (Foto: pd)

Der kantonale Zürcher Heimatschutz und der Stadtzürcher Heimatschutz würden es sehr begrüssen, wenn dieser überaus schmucke Pavillon von Berta Rahm 2021 zum 50-Jahr-Jubiläum des Abstimmungserfolgs über das Frauenstimmrecht eröffnet werden könnte, am besten an einem SAFFA-gemässen Standort im unteren Seebecken und von einer deutlichen Frauenhandschrift geprägt. Dieses kleine herausragende Bauwerk verdient einen würdigen Standort.

Als eine der ersten, aber ledigen Architektinnen hatte Berta Rahm einen überaus schweren Stand, sich im männerdominierten Bauwesen zu behaupten. Mit der Rettung ihres Pavillons liesse sich auch ein Zeichen der Wiedergutmachung setzen.

Zur Rettung des Pavillons hat sich der Verein «ProSaffa1958-Pavillon» gegründet. Für den geordneten Rückbau und die mittelfristige Lagerung sucht der Verein nun Spendengelder in Höhe von 80’000 Franken.

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