FrontGesundheitVon DNA-Analyse bis Microchip unter der Haut  

Von DNA-Analyse bis Microchip unter der Haut  

Die Menschen in unserem Land träumen vom hohen Alter, lehnen Genmanipulation entschieden ab und sind bereit für die digitale Patientenakte. Sie sind offen für medizinische Forschung, aber grundsätzlich eher skeptisch gegenüber neuen Trends. Bei vielen Gesundheitsthemen zeigen sich überraschend grosse Unterschiede zwischen den Geschlechtern, den Generationen und oft auch den Landesteilen.  

Der Sanitas Health Forecast enthält mit der Sanitas-Health-Forecast-Studie die erste landesweite, repräsentative Studie zur Gesundheit der Zukunft, die ein Licht auf die Einstellungen, Wünsche und Bedenken der Bevölkerung wirft und zeigt, was sie wirklich bewegt. Dafür wurden über 2000 Menschen befragt. Die Resultate zeigen vor allem eines: Unser Verständnis von Gesundheit wird sich stark verändern – und dies nicht nur in Ausnahmesituationen wie der Corona-Krise. Digitalisierung und medizinischer Fortschritt treiben den Wandel an, ebenso wie ein neues, ganzheitliches Gesundheitsverständnis, das jede Generation auf unterschiedliche Weise prägt. 

Bisher eher eine Vernunft- als eine Liebesbeziehung  

Die Schweizer Bevölkerung gehört (noch) nicht zu den grössten Gesundheitsenthusiasten. Nur knapp über ein Drittel der Befragten (37 %) bezeichneten sich in der Umfrage als gesundheitsinteressiert. 50 % sehen sich als Gesundheitspragmatiker. Das bedeutet: Sie kümmern sich erst um ihre Gesundheit, wenn etwas nicht stimmt. Gleichzeitig geben die Befragten an, präventiv durchaus etwas für ihre Gesundheit zu tun: 69 % bewegen sich viel, 64 % ernähren sich gesund und 55 % verzichten auf das Rauchen. Als gesundheitsfördernde Massnahme Nr. 1 gilt weiterhin: Bewegung an der frischen Luft. Dabei löst der digitale Trainer den Vita Parcours zunehmend ab. 40 % nutzen mittlerweile eine App zur Unterstützung ihrer Gesundheit.  

Ein neues Gesundheitsverständnis  

Gesundheit ist zum kostbaren Gut geworden, das es individuell zu pflegen und zu optimieren gilt – 88 % der Befragten sind überzeugt, dass ihr eigener Lebensstil den grössten Einfluss auf ihre Gesundheit hat. Ein neues ganzheitliches Verständnis und das Bewusstsein der Eigenverantwortung beeinflussen das Verhalten nachhaltig: Menschen werden immer mehr zu Managern der eigenen Gesundheit. Doch nicht nur Apps und Gadgets werden in den Alltag integriert, viele lassen auch mittels Blut- und DNA-Tests die optimalen Nährstoffe für die persönliche Körperchemie bestimmen, um dann auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmte Nahrungsergänzungsmittel zu bestellen und das Sport- und Freizeitprogramm danach auszurichten. Mehr als jede/r Vierte der Befragten (26 %) ist solchen Tests gegenüber offen oder nutzt sie bereits. Bei der Altersgruppe der 30- bis 44-Jährigen sind es sogar schon 35 %.  

Manchen geht das nicht weit genug: Mit Biohacking wollen sie das eigene Genpotenzial gezielt verbessern oder gar beeinflussen, um den Alterungsprozess zu verlangsamen. Gezielte Massnahmen zur Verlangsamung oder gar zum Aufhalten des Alterungsprozesses sind trotz Skepsis in der Bevölkerung (52 %) auf dem Vormarsch – Eis- und Infrarotbäder inklusive. Besonders bei den jungen Männern (18– 29): kein Wunder, denn 108,5 Jahre wollen sie im Idealfall alt werden. Ihre weiblichen Altersgenossinnen träumen etwas bescheidener und hoffen, ein Lebensalter von 93,4 Jahren zu erreichen.  

Der Generationen- und Geschlechter-Gap  

Wenn es um Technologien der Zukunft geht, ist die jüngere Generation aufgeschlossener als die ältere. Für 31% der jungen Männer (18–29) ist es vorstellbar, sich zur Überwachung ihrer Vitalfunktionen einen Mikrochip implantieren zu lassen. Dazu wären nur 16% der jungen Frauen bereit. Und bei der älteren Generation zwischen 60 und 74 – also genau der, bei der ein solches Hilfsmittel besonders sinnvoll wäre – sind es gerade einmal 9%.  

Wenn es um gesundheitliche Selbstoptimierung geht, bewegt fast alle Generationen und Geschlechter das eigene Gewicht am stärksten. Über die Hälfte der Befragten möchten abnehmen. Frauen und Männer sind sich einig: die Problemzone Nr. 1 ist für 52 % der Bauch. Gleichzeitig zeigen sich Jüngere allgemein unzufriedener mit ihrem eigenen Körper, würden gern mehr an sich ändern und sind minimalinvasiven oder operativen Eingriffen gegenüber offener eingestellt.  

So gibt nur jede zehnte Frau (11 %) zwischen 18 und 29 an, gar nichts an ihrem Körper ändern zu wollen. Bei den Männern dieser Altersgruppe sind es 24 %. Die Studie zeigt grosse Unterschiede in den Bedürfnissen, Symptomen, Sorgen und Wünschen von Frauen und Männern. Frauen sind im Alltag gesundheits- und ernährungsbewusster, dafür leiden sie häufiger unter Ängsten und Stress. Männer wiederum zeigen sich gegenüber diversen Gesundheitstrends in allen Altersklassen aufgeschlossener. Doch auch sie geraten zunehmend unter Druck: Über die Hälfte der Männer mit Kindern im Haushalt empfinden gewissen bis starken Druck aufgrund der unterschiedlichen Rollen, die sie einnehmen müssen.  

Genmanipulation und Digitalisierung 

 Beide Geschlechter sind dem technologischen Fortschritt in der Medizin gegenüber generell aufgeschlossen. 42 % würden sich zum Beispiel von einem Roboter operieren lassen. Interessant wird es beim Thema Gentherapie und -manipulation: Herr und Frau Schweizer sind offen, wenn es um die Therapie oder Vorbeugung von Krankheiten geht – 58 % befürworten Gentherapie bei der Behandlung von Krebs, 54 % Gendiagnostik für die Abklärung von Erbkrankheiten und 44 % pränatale Screenings. Doch über 75 % bezeichnen sich als skeptisch oder ablehnend gegenüber genverändernden Massnahmen wie Manipulationen am Erbgut des Menschen oder genetisch veränderte Nahrungsmittel. 80 % lehnen Klone als menschliche Organspender ab.  

Und wie steht es um die privaten Gesundheitsdaten? 56 % der Befragten befürworten eine digitale Patientenakte, mit einer klaren Vorstellung, wer Einsicht in diese haben darf: Mit 92 % geniesst der Hausarzt unter den Befragten das grösste Vertrauen.  

Im Sanitas Health Forecast werden die Studienergebnisse und viele weitere Erkenntnisse und Visionen darüber, was uns hinsichtlich Gesundheit in Zukunft erwartet, mit der Bevölkerung geteilt. Die Publikation wurde von einer Redaktion aus 30 Journalistinnen und Journalisten aus dem In- und Ausland recherchiert und geschrieben und erscheint von jetzt an jährlich. Mit dem Health Forecast geht die Krankenversicherung Sanitas als Herausgeberin neue Wege. «Der Gesundheitsmarkt verändert sich rasant: mit grossen Fortschritten in der Forschung, neuen Behandlungsmethoden und einem völlig neuen Gesundheitsverständnis unserer Versicherten. Wir möchten unser Wissen zur Gesundheitszukunft von nun an mit den Menschen teilen», so Sanitas-CEO Dr. Andreas Schönenberger.  

Der Sanitas Health Forecast ist im Wörterseh-Verlag erschienen und ist für 18 Franken an Kiosken, in Buchhandlungen und online erhältlich.  

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