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Mainstream-Medien am zuverlässigsten

Die sogenannten „Mainstream-Medien“ haben sich in der Coronakrise als verlässliche Informationsquelle bewährt, während die sozialen Medien zum Multiplikator von „Fake News“ verkommen sind. So lassen sich die Erkenntnisse einer aktuellen Umfrage zur Mediennutzung der UN-Denkfabrik Diplomatic Council unter Führungskräften und Unternehmern im deutschsprachigen Raum (DACH-Region) zusammenfassen.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Politik, Wirtschaft und Medien die Coronakrise überwinden werden. Der 51-seitige „Post Corona Report 2020“ mit den Ergebnissen der Umfrage ist unter www.diplomatic-council.org/post-corona-report verfügbar.

Laut Report haben sich die Online-Portale bekannter Medien in der Pandemie am besten bewährt, meinen 42 Prozent der Befragten. An zweiter Stelle liegt das Fernsehen mit 35 Prozent Zustimmung. Den dritten Platz belegen Tageszeitungen mit 19 Prozent. Von der Rolle der sozialen Medien in der Krise sind hingegen nicht einmal 4 Prozent der Befragten überzeugt.

Studienleiter Andreas Dripke erklärt: „Die Coronakrise erweist sich als ein klares Indiz dafür, dass die Mainstream-Medien deutlich besser sind als ihr Ruf. Man mag die politischen Entscheidungsträger und die Medien, die darüber berichtet haben, in unzähligen Details kritisieren. Das ändert jedoch nichts daran, dass die politischen Entscheidungen und deren Vermittlung durch die klassischen Medien im Grossen und Ganzen entscheidend zur Eindämmung beigetragen haben. Mindestens 1,5 Meter Abstand halten, gründlich Händewaschen und Verständnis für den Lockdown – das war immer wieder auf allen klassischen Kanälen zu lesen, zu hören und zu sehen. Und über 90 Prozent der Menschen im deutschsprachigen Raum haben es verstanden und überwiegend akzeptiert.“

Über die sozialen Medien heisst es im Report des Diplomatic Council wörtlich:

In den sozialen Medien tummeln sich vor allem die Besserwisser, selbsternannten Experten, sogenannten Publizisten und Verschwörungstheoretiker jedweder Couleur. Mit Bezug auf vermeintlich seriöse Quellen verbreiten sie ihre feste Überzeugung, dass Corona gar nicht so schlimm sei, wohl aber die Massnahmen zur Bekämpfung der Seuche. Zitiert werden dabei ehemalige Lungenärzte, emeritierte Professoren der Mikrobiologie, Klinikdirektoren und Virologen. Selbsternannte Aufklärungsseiten erklären die Coronakrise wahlweise als eine Ausgeburt des Faschismus, eine Verschwörung der Eliten oder schlichtweg als Hysterie. Man mag dieses Sammelsurium als „Spinnereien“ abtun, aber spätestens in der Pandemie wird klar, dass das Gedankengut etlicher vermeintlicher Verschwörungen weit in die demokratische Mitte der Bevölkerung hineinreicht. 

Sternstunde der Storyteller

„Es ist die Sternstunde der Storyteller frei nach dem Motto ‚Eine glaubwürdige Geschichte ist tausendmal besser als alle Fakten`“, sagt Andreas Dripke. Er ist Autor des Buches „Pandemie – Die Welt im Corona-Krieg“, das im Verlag des Diplomatic Council erschienen ist.

Besonders schädlich haben sich nach Analyse der UN-Denkfabrik sogenannte mono-kausale Narrative auf Grundlage von Daten erwiesen. Dabei würden beliebige vermeintlich belegbare Daten als unumstössliche Wahrheit verstanden und darauf abbauend eine einzige in sich geschlossene und logisch erscheinende Kausalkette als Argument präsentiert. Dazu heißt es im Report:

Das Vorgehen der „datengestützten Wahrheiten“ ist schon seit längerem zu beobachten, spätestens seit der Flüchtlingskrise 2015 ist es nicht nur in den sozialen Medien in vielfältiger Weise zu finden. Das Fatale dabei: Wer solche „Wahrheiten“, die auf „unverrückbaren Daten“ zu fussen scheinen, übernimmt, wird zu einer Art gläubigem Kämpfer für diese Wahrheit. Aus dieser „absoluten Gewissheit“ resultiert die Vehemenz, mit der unterschiedliche Argumente aufeinander prallen. Man nennt dieses Phänomen den Dunning-Kruger-Effekt. Die beiden Wissenschaftler David Dunning und Justin Kruger belegten schon 1999 folgende These: Je weniger man weiss, desto grösser ist die Überzeugung, dass man recht hat. Dieser Effekt war schon vor der Pandemie zu verzeichnen, beispielsweise in der Flüchtlingskrise seit 2015 und der Klima- und Umweltdebatte seit 2018.

Nach Erkenntnissen der UNO-Denkfabrik spielen Social Bots eine Schlüsselrolle bei der Verbreitung von Fake News. Die Bots, die sich in den sozialen Medien tummeln, sammeln Informationen, verstärken Meinungen, setzen eigene Themen und treiben Thesen voran. Dabei „handeln“ sie stets im Sinne eines Auftraggebers, etwa einer politischen Partei, einer Regierung oder eines Landes, warnt das Diplomatic Council.


Das Diplomatic Council ist ein globaler Think Tank, der die Vereinten Nationen berät. Zum Kreis der Mitglieder gehören Staatspräsidenten, Diplomaten, Unternehmer, Führungskräfte aus der Wirtschaft und Persönlichkeiten aus der Gesellschaft. Sie alle vertreten das Primat der Menschlichkeit. Egal, ob es um politische, wirtschaftliche oder technische Angelegenheiten geht, hat stets der Nutzen für den Menschen im Mittelpunkt zu stehen.

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