FrontKolumnenOstern, Pandemie und die Auferstehung

Ostern, Pandemie und die Auferstehung

Zum zweiten Mal feiern wir Ostern ganz anders, als wir es uns sonst gewohnt sind. Leere oder spärlich besetzte Kirchen, keine prächtigen Messen, ein einsamer Pfarrer, der assistiert von Gehilfen über Zoom zu seinen Gläubigern spricht. Ein Mann im Talar, der an die Auferstehung Jesu erinnert, den Getreuen von Jesus mit Maria Magdalena gedenkt, die das Grab entdeckte, die zusammen mit den andern als erste kleine christliche Gemeinschaft nicht wahrhaben wollte, dass Jesus gestorben, dass er ihnen im Gegenteil in der Fantasie bei der Auferstehung erschienen ist. Er kam aus dem Diesseits zurück ins Jenseits. Göttlich.

Auf dieser Erkenntnis gründet das Christentum seit Jahrhunderten, seit zwei Jahrtausenden. Es entstand der römische Katholizismus des Apostel Petrus, auf dem Felsen, auf dem die Kirche Christi entstehen sollte, auch entstand. Papst Franziskus, der Nachfolger Petrus, hat wie immer zu Rom den Segen «Urbi et Orbi» der heiligen Stadt und dem Erdkreis erteilt, ohne die sonst Tausenden auf dem Petersplatz, auch dieses Jahr. Er hat uns beseelt von seiner Aufgabe für den Frieden erinnert, an Jesus, der das Leid der Welt auf sich genommen hat, am Kreuz gestorben und wieder auferstanden ist, um uns von den Sünden zu befreien, um uns das Jenseits nach dem Diesseits ins Bewusstsein zu bringen. Und nachdrücklich hat er sich für eine international gerechte Verteilung der Impfstoffe eingesetzt.

Zur gleichen Zeit sterben in Myanmar (Burma) jeden Tag Menschen, die sich für Gerechtigkeit, für Freiheit, für Frieden in ihrem Land einsetzen. Getreue, wohl auch gekaufte Soldaten der selbstherrlichen Generalität des Landes, verfolgen die Demonstranten, knüppeln sie brutal nieder, schiessen ihnen bei der Flucht direkt in den Kopf. Die westliche Welt schaut zu, empört sich zwar lautstark, lässt es aber dabei bewenden. China und Russland stehen den Generälen Burmas bei, die nur so noch an der Macht bleiben können. Xi Jinping, Chinas oberster Staatslenker, lässt aktive Demokraten in Hongkong wegsperren, um den Weg in die Diktatur zu ebnen, bestrebt, die ehemalige britische Kronkolonie dem kommunistischen Riesenreich vollends einzuverleiben.

In Belarus agiert und regiert Alexander Lukaschenko nicht anders; er will keine Demokratie, setzt auf seine gut bezahlten getreuen Sicherheitskräfte und Soldaten, die in den Gerichten, auf der Strasse Angst und Schrecken verbreiten. Noch schaut Russlands Putin zu, tut seinerseits alles, um an der Macht zu bleiben, steckt Alex Nawalny, seinen grössten Widersacher, ins Straflager und kümmert sich keinen Deut um dessen Gesundheit und schon gar nicht um den Protest aus dem Westen, auch aus Rom. US-Präsident Biden, der Putin für «einen Mörder» hält, bezieht erstaunlicherweise engagiert Position, und die Welt ist gespannt, was daraus werden könnte? Ein neuer kalter Krieg zwischen den USA auf der einen und China und Russland auf der anderen Seite? Und wo steht Europa und wir, die kleine Schweiz, die auch ein neues Verhältnis zu China zu suchen beginnt.

Syriens Assad ist mit der Hilfe Putins bald am Ziel; er hat sein Land bald in eiserner Hand. Hunderttausende haben das Land vor dem brutalen Herrscher verlassen und hoffen vor allem im Libanon und im Westen auf eine bessere Zukunft.  Auf griechischen Inseln harren Zehntausende in Zeltlagern, die unter Wasser stehen, hoffen auf Europa, um aus dem Schlamassel herauszukommen. Ihre Kinder blicken in den beinahe täglich uns erreichenden Fernsehbildern mit grossen Augen in unsere Wohnzimmer und flehen um ein klein wenig Verständnis. Vergeblich. Unsere Grenzen sind zu, unsere christliche Anteilnahme ist bescheiden, auch an Ostern. Haben wir die Wurzeln verloren?

Auf unseren Strassen dagegen, vorab in Kleinstädten wie in Liestal, demonstrieren Menschen gegen den Schutz, den uns der Staat vor dem tödlichen Virus gewähren will. Sie finden sich vom Staat gegängelt, weil er eines fordert: die Rücksichtnahme unter uns und gegenüber allen. In St. Gallen lassen sich Jugendliche zur Gewaltexzessen aufrufen, liefern der Polizei eine wüste Strassenschlacht und diskreditieren damit die berechtigten Anliegen der jungen Menschen auf ein soziales Leben, auf eine Bildung, die nicht nur über Zoom stattfindet.

Die eigene Befindlichkeit scheint immer wichtiger als der Schutz des Lebens zu werden, zu dem der Staat, die gewählten Magistraten und Parlamentarier sich per Schwur, per Gelöbnis verpflichtet haben. Das Diesseits feiert Urstände, auch an Ostern 2021, am christlichen Fest der Auferstehung.

Dennoch: Halten wir uns an Guy Parmelin, an unseren Bundespräsidenten, der in seinem Oster-Interview in der Sonntags-Zeitung zur Pandemie sagt: „Wir müssen uns jetzt noch einmal zusammenreissen, bis im Sommer mit den Impfungen eine gewisse Normalität einkehren wird“.

 

1 Kommentar

  1. Fakten sind eigentlich schon fast alles im Journalismus. Oder sind Fakten in Post-Trump-Zeiten auch bei uns nicht mehr relevant? Syrien: Nein die meisten der 5-6 Millionen geflüchteten Syrer leben nicht im Libanon, sondern in der Türkei (3.6 Mio) in Jordanien, Libanon etc. Die ca. 50’000 Wirtschaftsmigranten auf griechischen Inseln müssen dann auch noch erwähnt werden, obschon die allermeisten nicht aus Syrien stammen. Die auf griechischen Inseln gestrandeten Migranten machen nicht mal 1% der syrischen Kriegsflüchtlinge aus, die wie erwähnt v.a. in der Türkei, Jordanien und Libanon unter wesentlich erbärmlicheren Bedingungen leben müssen als die von der linken Asylpropaganda ständig erwähnten Migranten in Griechenland! So entsteht gezielte Missinformation und Propaganda. Von den Millionen syrischen Flüchtlingen in den muslimischen Nachbarländern spricht kaum jemand und die werden in den Medien ausgelassen aber die nicht mal 1% Wirtschaftsmigranten (im Vergleich) auf griechischen Inseln werden seit Jahren von der Asyllobby, NGO’s und den linken Medien als Propaganda-Druckmittel medial zwecks Gehirnwäsche auf uns losgelassen! https://www.unrefugees.org/news/syria-refugee-crisis-explained/#Where%20do%20Syrian%20refugees%20live?%20Do%20all%20Syrian%20refugees%20live%20in%20refugee%20camps?

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