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Schatzkammer für Meisterwerke der Natur

Im Zoologischen und Paläontologischen Museum der Universität Zürich sind 50 besonders prachtvolle Fossilien zu bestaunen. Diese Meisterwerke der Natur werden in einer speziell eingerichteten Schatzkammer in Szene gesetzt. Bei den Exponaten handelt es sich um eine Dauerleihgabe des Sauriermuseums Aathal.

Ein Raum ganz in Kupferrot, ein flauschiger Teppich, Glasvitrinen und gedämpftes Licht: In diesem feudalen Umfeld präsentieren das Zoologische und Paläontologische Museum der Universität Zürich, ihre neusten Kostbarkeiten. Ausgestellt sind 50 besonders beeindruckende Fossilien – Meisterwerke, welche die Künstlerin Natur in ihrem unterirdischen Atelier in den letzten 550 Millionen Jahren mit Hilfe von Druck und Mineralien erschaffen hat.

Im Gegensatz zu traditionellen paläontologischen Ausstellungen werden die Exponate in der Schatzkammer nicht nach Alter oder Art präsentiert, sondern als Kunstwerke. (Bild: © Steff Naegeli Fotografien)

Die Schatzkammer, in der die «Masterpieces» gezeigt werden, hebt sich in ihrer Gestaltung deutlich von den übrigen Museumsräumlichkeiten ab. Sie lässt die Besucherinnen und Besucher in eine Welt fossiler Ästhetik eintauchen.

Für Kunst- und Naturinteressierte

Einige der prähistorischen Relikte ähneln in Bronze gegossenen oder in Marmor gehauenen Skulpturen, andere könnten Mosaike, Fresken oder kalligrafische Tuschezeichnungen sein, die auf Stein gepinselt wurden. Schon Platon wusste: «Die schönsten Dinge erschaffen Natur und Zufall.»

Heteromorpher Ammonit, 75 Mio. Jahre, Kreide. Pierre Formation, Montana, USA. (Bild: © Dennis Hansen, Zoologisches Museum der UZH)

Im Gegensatz zu traditionellen paläontologischen Ausstellungen werden die Exponate nicht nach Alter oder Art präsentiert, sondern als Kunstwerke, welche die Phantasie anregen und den ästhetischen Genuss fördern, den man sonst eher in Kunstmuseen erwartet.

Aus längst vergangener Zeit

«Fossilien üben eine ganz besondere Faszination aus», sagt Ausstellungskurator Dennis Hansen, der die Konzeption und Umsetzung der neuen Schatzkammer begleitete. «Alle diese erstaunlichen Formen waren einst lebende Organismen. Ihre Verwandlung verdanken sie dem zufälligen Zusammentreffen seltener Bedingungen. Als greifbare Überbleibsel einer längst vergangenen Zeit regen sie uns dazu an, über unseren eigenen bescheidenen Platz auf dieser Welt nachzudenken.»

Tropischer Fisch, 50 Mio. Jahre, Eozän. Monte Brione Formation, Monte Bolca, Italien. (Bild: © Dennis Hansen, Zoologisches Museum der UZH)

Dass wissenschaftliche Institutionen die Ästhetik ausgestellter Fossilien betonen, ist nicht neu. Schon im 16. und 17. Jahrhundert stellten Sammler meisterhafte Gemälde, kunstvolle Schmiedearbeiten und ethnographische Artefakte neben exotischen Pflanzen, konservierten Tieren, Kristallen, Juwelen und kuriosen Steinen aus. Dies tat auch das erste Museum in Zürich: die Kunstkammer der Bürgerbibliothek in der Wasserkirche.

Dauerleihgabe des Sauriermuseums Aathal

Die Exponate hat Hans-Jakob Siber, Paläontologe und Sammler, neben Exemplaren von hohem wissenschaftlichem Wert und grosser Seltenheit zusammengetragen. Lange Zeit in seinem Sauriermuseum Aathal ausgestellt, sind diese ungewöhnlich prachtvollen Fossilien nun als Dauerleihgabe ein fester Bestandteil der zoologischen und paläontologischen Dauerausstellung an der Universität Zürich. «Die Eröffnung der Schatzkammer ist die erste von mehreren Neuerungen, die über die kommenden Jahre in den Ausstellungsräumen stattfinden und die Grenzen zwischen den beiden Museen aufweichen sollen», wie Museumsleiterin Isabel Klusman festhält.

Titelbild: Bei den Exponaten in der neuen Schatzkammer handelt es sich um eine Dauerleihgabe des Sauriermuseums Aathal. Blick in die Ausstellung (Ausschnitt) © Steff Naegeli Fotografien

Masterpieces – Meisterwerke der Natur. Eine Ausstellung des Zoologischen und Paläontologischen Museums der Universität Zürich. Karl-Schmid-Strasse 4, 8006 Zürich
Di-So, 10-17 Uhr, Eintritt frei
Ein Katalog mit Bildern und ausführlichen Beschreibungen der einzelnen Fossilien bietet vertiefte Informationen und künstlerischen Betrachtungen.
Am 28. November finden um 11:30 und 12:00 Uhr Kurzführungen für die Öffentlichkeit in der Schatzkammer statt.

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