FrontGesellschaft„Arzttests für alte Autofahrer taugen nichts“

„Arzttests für alte Autofahrer taugen nichts“

Genügt ein kurzer medizinischer Test, um festzustellen, ob über 75-Jährige noch autofahren können? „Nein“, schreiben die meisten Kommentierenden des Seniorweb-Artikels vor zwei Wochen.

Ab 75 müssen Automobilisten alle zwei Jahre eine ärztliche Bescheinigung über ihre Fahrtauglichkeit vorlegen. Was taugt dieser Tauglichkeitstest? Diese Frage hat die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) mit einer Studie untersucht. Das Ergebnis enttäuscht. Seit fünf Jahren müssen Senioren zwar zu dieser medizinischen Kontrolle antreten. Doch hätten die neuen Tests das Unfallrisiko nicht vermindert. Die Altersgruppe der über 75-Jährigen verursache gleich viele Unfälle wie vorher, schreibt die bfu.

Im Seniorweb-Artikel „Prüfungen für alte Autofahrer. Ja, aber auf der Strasse“ vom 23. November schrieb Peter Steiger, dass seiner Meinung nach nur Prüfungen auf der Strasse das Risiko senken können. Der Autor forderte die Leserinnen und Leser auf, sich zum Thema zu äussern. 17 Interessierte benützten die Kommentar-Rubrik.

Mehr als die Hälfte der Kommentierenden glaubt, dass tatsächlich nur Tests mit Experten im Verkehr gefährliche Seniorinnen und Senioren von der Strasse fernhalten. Drei Schreibende geben den bisherigen medizinischen Kurzkontrollen eine Chance – allerdings nur, wenn die Tests verschärft würden. Ebenfalls drei Kommentatoren wünschen, dass sich alte Lenkerinnen und Lenker an einem Fahrsimulator bewähren müssen. Weitere Vorschläge sind unter anderem Theorieprüfungen und Tests der Reaktionszeit.

Interessant ist der Einwand eines Lesers, der seine Stellungnahme mit Statistiken belegt. Senioren würden zwar überdurchschnittlich viele Unfälle verursachen. Die Zahlen bewiesen aber, dass die Altersgruppe Ü75 eher weniger schwere Unfälle mit Toten zu verantworten habe als der Durchschnitt. Die Kontrollhürden zu erhöhen, verbessere die Situation deshalb nicht wesentlich. Doch: „Wenn nicht mehr so viele alte Langsamfahrer auf den Passstrassen unterwegs sind, freut das die Motorradfahrer.“

Pointiert drückt sich ein weiterer Kommentator aus: Die Forderung freie Fahrt bis ans Lebensende soll ersetzt werden durch ein gesetzlich vorgeschriebenes Höchstalter. Nämlich: Wer älter als 75 ist, darf nicht mehr Auto oder Töff fahren. Die Begründung: „Mit 65 muss ich den Pickel weglegen, darf aber weiterhin und viel gefährlicher mit dem Auto unterwegs sein.“

Prüfungen für alte Autofahrer: Ja, aber auf der Strasse

5 Kommentare

  1. Fahren mit dem eigenen Auto und mit einem Fahrlehrer ist der beste Test. Mit 81 habe ich den check-up beim TCS gemacht. Der Fahrlehrer macht dich auf deine Fehler Aufmerksam und gibt Tips. Was sehr gut ist: Neueres Auto mit Assistent- Systeme und Automatik Getriebe. Nicht nur im Dorf herum fahren, sondern auch in die Stadt. Nach dem Motto: Übung macht den Meister. Wünsche allen eine gute und Unfallfreie Fahrt.

  2. «Wer älter als 75 ist darf nicht mehr Auto fahren», eine absurde Idee!
    Darf ich dann auch nicht mehr abstimmen und muss keine Steuern mehr bezahlen?
    Viele Senioren/innen sind mit 75 noch fit. Wieso soll ihnen die Teilnahme an vielem und damit die Lebensqualität mit einem Fahrverbot eingeschränkt werden!

  3. JA, nicht alle Familienärzte sind beauftragt ein Test zu unternehmen und so muss man einen Arzt mit dem zugelassenen Experten für die Kontrolle zu finden. Der Test ist sehr einfach aber fachgerecht mit viel medizienischen Wissen und zum Schluss wird man mit 200.00 CHF belohnt.
    Ich finde das ist wieder eine masche um die Autofahrer-innen zu pflücken.Da die armen Krankenkassen es nicht bezahlen.
    F.Beetz

  4. Ja, Ja, das Auto, immer noch ein Thema, dass auch die schreibfaulsten seniorweb Leser*innen hinter dem warmen Ofen hervorlockt und zu einer Stellungnahme animiert, was bei anderen äusserst interessanten Themen dieser für Senior*innen gemachten Internetplattform, selten der Fall ist. Dass man im Alter gerne so weitermacht, sprich, weiter sich ins Auto hocken will und in die «Freiheit» fahren will, begreife ich gut, obwohl ich nie ein eigenes Auto besessen habe und zeitlebens den öV benutze.
    Einen Tauglichkeitstest, welcher auch immer, ist für mich auch plausibel, liest man doch hie und da von Senioren am Steuer, die die Kontrolle, wegen was auch immer, über ihr Fahrzeug verloren und kleine bis grosse Unfälle verursacht haben.
    Gut, das Thema wurde jetzt von Herrn Peter Stalder nicht direkt angesprochen, aber sollte in Diskussionen rund ums Auto nicht auch ein möglicher eigener Verzicht aus Gründen der Umwelt wenigstens am Rande vorkommen? Leider nein, und das macht mir Sorgen.

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