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Frauen bauen Krippen

Die Krippenausstellung im Landesmuseum Zürich fokussiert dieses Jahr auf das Krippenschaffen von Frauen. Ergänzt werden die Figuren mit historischen Adventskalendern und einem umfangreichen Rahmenprogramm.

Glückliche Kindergärtler spielen im Paradies, das ihnen das Landesmuseum in der traditionellen Krippenausstellung eingerichtet hat, und die Betreuerin bestätigt, dass hier ein unermüdliches, fröhliches und friedliches Zeichnen, Reden, Ausschneiden, Lachen und hin und her Rennen ohne Neid und Agression ist. Deshalb kommt sie gern mit ihren Schützlingen in den Bastelraum und setzt sich auf eine der Stufen neben den Kunsttannen und der Krippe darunter.

Krippe mit Santons aus der Provence. Detail: Lise Berger, Roquevaire (FR), 1990-2021, Ton, bemalt, diverse Textilien, KrippenWelt, Stein am Rhein

Nebenan haben sich zwei ältere Damen niedergelassen. Grossmütter? Längst seien ihre Enkel gross, aber sie genössen es, der fröhlichen Kinderschar zuzusehen, während sie sich vom Stehen in der Ausstellung erholten.

Schriftgelehrte bei Herodes – Der Engel erscheint – Geburt Jesu. Hanny Roduner, Zürich, um 1999, Draht, Styropor, Textilien (Ausschnitt aus dem Lebenswerk von H.R.), Privatbesitz

In diesem Jahr steht das Krippenhandwerk von Frauen im Zentrum der Weihnachtsausstellung im Landesmuseum Zürich. Frauen spielen als Entwerferinnen eine wichtige Rolle und tragen zur Krippenvielfalt bei. Sie hauchen ihren Figuren und Landschaften mit unterschiedlichsten Materialien und Techniken Leben ein. Etwa die beiden Holzbildhauerinnen Camilla Braunger und Márcia Bieri, welche sich der traditionellen Brienzer Schnitzkunst verschrieben haben und speziell für die Ausstellung zwei Figurengruppen anfertigten.

Geschenke der Weisen. Figurengruppe, Gnade, Márcia Bieri, Landquart GR, 2022, Nussbaumholz, geschnitzt, Privatbesitz

Oder Hanny Roduner, deren individuell gestalteten Stoffpuppen durch liebevolle Detailarbeit überzeugen. Ihre Lebensarbeit, das Schaffen von Bibelfiguren für Weihnachtskrippen, das sie auch in Kursen vermittelt  ist mit einer besonders reichen Krippenlandschaft vertreten.

Detail aus Hanny Roduners Krippe. Hier die Weisen unterwegs mit ihren Geschenken.

Ihre Materialien sind Draht und Styropor für die Grundformen, Textilien jeder Art für die Ausgestaltung. Wichtig ist ihr, die traditionelle Geschichte von der Geburt im Stall von Bethlehem stimmungsvoll zu erzählen.

Keramikkrippe mit Landleben von Lucette Pauchard-Rém, Bulle 2001, Porzellan bemalt. Privatbesitz

Eine Mischung aus Advent und Volksbrauchtum ist in den Landschaften von Lucette Pauchard-Remy zu sehen. Die Porzellankünstlerin aus Bulle vermischt geschickt Elemente der Greyerzer Senntumsmalerei mit der Geburt von Jesus und kreiert so eine ganz spezielle Welt in ihren Werken.

Kirchenfiguren mit kostbaren Gewändern. Aus dem Kloster St. Anna LU, spätes 17.–19. Jh., diverse Materialien

Faszinierend die reich ausgestatteten grossen Figuren, welche aus dem Frauenkloster St. Anna stammen. Neben dem traditionellen Personal sind hier auch Kirchenmänner oder elegant angezogene Herren und alte Damen in Seidenkleidern bei der Heiligen Familie zu Besuch.

Blick in die Ausstellung mit einer Wand voller Adventskalender.

Wer nun erwartet, die Ausstellung werde vor allem von Kindern mit ihren Eltern oder Grosseltern besucht, liegt falsch. An einem trüben Nachmittag der dritten Adventswoche fachsimpelten mehrere Männerpaare im Rentenalter über Schnitzkunst und Töpferei oder auch über einzelne Figuren, die zunächst nicht in die tradierte Weihnachtsgeschichte gehören, wohl aber in die Welt ihrer Schöpferinnen. Oder die Kunstaffinen, die sich an den ältesten Exponaten aus der Barockzeit freuen.

Die Vermittlung der Krippen-Tradition an Schulbuben oder -mädchen fordert manchen erwachsenen Begleiter heraus. Das gilt auch für die Guides, die mit einer Gruppe von Flüchtlingen aus anderen Kulturkreisen die Ausstellung und die Symbolik der Krippe so erzählen wollen, dass ihnen die meist jungen Menschen auch interessiert zuhören.

Waldweihnacht, 1936. Adventskalender von Marianne Schneegans, Rudolf Schneider Verlag, Reichenau

Die rund 20 Krippen werden mit zahlreichen historischen Adventskalendern ergänzt. Heute hat die Tradition der Adventskalender ausser der 24-Tage-Einteilung nicht mehr viel gemein mit den einfachen Papierkalendern mit oder ohne Flitter, die bis weit in die 70er Jahre die Magie der Adventszeit. Ohne Ess- oder Trinkbares, darunter auch Hochprozentiges, aber vor allem Süsses geht es heute kaum mehr.

Seit über100 Jahren verkürzen verschiedenste Formen von Kalendern den Kindern die Wartezeit bis Weihnachten. Ein besonderes Augenmerk liegt in diesem Jahr auf Kalendern mit Nikolaus-Sujets.

Titelbild: Krippe mit Santons aus der Provence. Lise Berger, Roquevaire (FR), 1990-2021, Ton, bemalt, diverse Textilien, KrippenWelt, Stein am Rhein

Bis 8. Januar 2023

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1 Kommentar

  1. Der Artikel lässt einen eintauchen in Kindheitserinnerungen. Für uns damals nicht nur ein Weihnachtsschmuck sondern auch ein Mittelpunkt einer biblischen Geschichtenwelt für Aug und Herz.

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