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Zu Besuch bei Peter Allenbach

Biken, Rockmusik, Hundezucht, Pilzen – Der Gümliger Antik- und Möbelschreiner Peter Allenbach (64) hat viele Hobbies. Ein Besuch in seinem Schreiner- und Möbelatelier.

Wer mit Familienname Allenbach heisst, hat seine Wurzeln mit grösster Wahrscheinlichkeit in Berner Oberland. Peter Allenbachs Vorfahren lebten in Adelboden, Krattigen und Leissigen. Obwohl er aus beruflichen Gründen am Dammweg in Gümligen wohnt, ist das Berner Oberland für ihn «Heimat» geblieben.

Beim Biken in der Natur erholt er sich am besten. Foto ZVG

Aus seinem Privat- und Berufsleben erzählt er uns in seinem kleinen Büro im Berner Vorort. Papierkram, ein Taschenrechner, ein Laptop, eine Schere, diverse Stifte bedecken das Pult. Auf seinem iPad zeigt er uns seine Meisterstücke. Es riecht nach Holz. Als jüngstes von drei Kindern wuchs der Schreiner in Krattigen auf. Sein Vater war bei der Post tätig und wechselte mehrfach den Arbeitsort. Seine Mutter stammte aus Leissigen und lernte Peters Vater in Zollbrück kennen.

In seiner Jugend ging der Sohn oft nach Adelboden skifahren. Sein Götti war dort Skilehrer. Mit dem Grossvater besuchte er regelmässig das «Älpli» oberhalb von Leissigen. Von ihm hat er die Liebe zur Natur, zu den Bergen geerbt. Das «Älpli» ist auch noch heute einer seiner Lieblingsplätze. Doch auch Frankreich hat es ihm angetan. Da zieht es ihn immer wieder  hin. Velofahren ist eine seiner grossen Leidenschaften. Mit dem Bike fuhr er kürzlich über Berge und durch Täler unseres westlichen Nachbarlandes.

Bildungshunger der Eltern

Das Telefon: die Brücke zu seinen Kunden. Foto PS

Peters Vater war sehr belesen und kulturinteressiert. Nach der Arbeit las er stundenlang Enzyklopädien und Werke der Weltliteratur.  Deshalb schickten die Eltern den jungen Allenbach an die Rudolf-Steiner-Schule, wo sich dieser aber mässig wohlfühlte. Die Schule war ihm zu religiös. Dank seiner Abschlussarbeit über «Intarsien» (Ornamente in einem Holzmosaik) entdeckte er seine Liebe zum Material. Darauf begann Allenbach eine Lehre in der «Lädere» in Bern und bestand 1980 die Lehrabschlussprüfung als Möbelschreiner.

Von einem Kunden erhielt er den Auftrag, einen Louis-XVI-Schreibtisch nachzubauen. Eine anspruchsvolle Aufgabe. Viele Stunden investierte er in das Projekt. Besonders angetan war er von einem fünf Meter langen «Zierband», einer Art Furnier auf der Pultoberfläche. Das Zusammenspiel verschiedener Hölzer faszinierte den jungen Schreiner. Deshalb bildete er sich zum Antikschreiner weiter.

Erfahrung in der Drogenarbeit

Fünf Jahre lang arbeitete Allenbach in der Werkstatt der Stiftung «Terra Vecchia», die unter anderem Drogensüchtigen eine Arbeitsintegration anbietet. Persönliche Ziele und Autonomie stehen dabei im Zentrum. Die Organisation offeriert Angebote in den Bereichen Sozialtherapie, Arbeitsintegration sowie Wohnförderung und führt Dienstleistungs- und Produktionsbetriebe. Bei «Terra Vecchia» lernte Peter Baumstämme zersägen und zu Bauholz zu verarbeiten. Diese Fähigkeit kommt ihm noch heute zugute.

Drechseln ist seine grosse Leidenschaft. Foto PS

Auf seinen Ausflügen sucht der Schreiner nämlich alte Nussbäume, Eschen, Zwetschenbäume oder andere spezielle Holzarten. Wenn sich das Material zum Drechseln eignet, dann versucht er den Baum zu erwerben. 45 Jahre lang hat Allenbach Bretter zu Möbeln verarbeitet. Jetzt macht ihm das Drechseln «extrem Freude». 2021 hat er sich im Elsass eine grosse, professionelle Drechselbank gekauft, an der er nun Nassholz zu Schalen, Tellern, Rüstbrettern, Untersätzen verarbeitet. Auf dem Weihnachtsmarkt und im eigenen Online-Shop werden die Kunstwerke verkauft.

Vier Söhne

Mit der Bassgitarre spielt er in zwei Bands. Foto ZVG

Allenbach hat zwei Söhne aus erster Ehe und zwei Söhne mit seiner heutigen Lebenspartnerin. Der jüngste Sohn ist in Peters Fusstapfen getreten und Schreiner geworden. Das erfüllt ihn mit Genugtuung. Neben dem Biken und Drechseln spielt Peter Allenbach in seiner Freizeit Bassgitarre in zwei Bands. Zusammen mit seiner Partnerin betreibt er zudem eine Hundezucht. Die Rasse der «Barbets» gilt als Ur-Pudel und stammt ursprünglich aus Frankreich.

Der 64-Jährige besuchte die Steinerschule, ist aber ganz und gar nicht esoterisch, sondern Freidenker. Obwohl seine Wurzeln im Frutigland sind, fühlt sich der Globetrotter überall auf der Welt wohl. Die Vielfalt seiner Hobbies kennt keine Grenzen. «Eigentlich bin ich ein vielseitig interessierter Exot», beschreibt sich der Allrounder am Schluss des Gesprächs selbst.

Titelfoto: Erinnerung an sein Meisterstück: der nachgebaute Louis-XVI-Schreibtisch auf dem iPad. Foto PS

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Peter Allenbachs Homepage

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