Der «Donnschtig-Jass», der Strassenfeger des Schweizer Fernsehens, ist seit Jahrzenten bekannt und beliebt. Was steckt eigentlich hinter der Sendung?
Das wollte ich wissen und besuchte am 13. Juli auf Einladung der SRG-Uri den Austragungsort Unterschächen im Kanton Uri. Es sollte ein unterhaltsamer Abend voller Jass-Spass und musikalischer Highlights mit den Promigästen Luca Hänni, Christina Luft und Beatrice Egli werden.
Schon die Anfahrt auf das Langlaufzentrum verheisst nur Gutes. Stunden vor Beginn der Sendung ist der Platz mit Besuchern fast voll, eine spezielle Atmosphäre spürbar. Tage zuvor herschte auf dem Platz Hochbetrieb. Zwölf Lastwagen transportierten insgesamt 30 Tonnen Material nach Unterschächen.

Rainer Maria Salzgeber, Luca Hänni und Stefan Büsser begrüssen die Zuschauer
170 Helferinnen und Helfer stehen zur Verfügung. Getragen wird die Organisation durch den Tourismusverein Unterschächen Klausenpass. 750 Parkplätze mussten bereit gestellt werden, für 2500 Personen Festbänke und Tische aufgestellt werden. Die meisten Gäste werden von Altdorf her mit dem Shuttle-Bus anreisen.
Der Gang zur Bühne wirkt euphorisch. Bier und Wein fliesst in Strömen. Ausgelassenheit ist Trumpf. Einige verspeisen den Donnschtig-Jass-Wurst mit Brot oder die Urner Spezialität Zigerkrapfen. Andere das Schweinshalssteak mit Kartoffelsalat.

Im Regieraum. Hier wird die Sendung überwacht
Der Walliser Moderator Rainer Maria Salzgeber begrüsst einige Bekannte. Die Kameraleute binden sich die Haltegurte um und langsam spenden die vielen aufgestellten Lampen Licht. Der Blick zum Himmel lässt hoffen. Die wenigen Wolken liegen über Altdorf. Die Sendung könnte ohne Regen durchgeführt werden.
Wir haben die Möglichkeit im Regiewagen die Details vom redaktionellen Leiter der Sendung, Marco Krämer zu erfahren. Der Übertragungswagen, der eine Million Franken kostet, ist dreigeteilt. Mit der Technik, die zum Beispiel die Blenden der einzelnen Kameras einstellen kann. In der Mitte des Wagens ist das Herzstück, die Regie und die Redaktion. Auf den Monitoren sieht man die zehn Kameras, die teilweise nicht mit Kameraleuten bestückt sind. Sie von hier aus fern gesteuert werden.

v.l. Rainer Maria Salzgeber, Beatrice Egli, Christina Luft und Luca Hänni
Marco Krämer: «Die Bildmischerin sitzt neben dem Regisseur. Und ich muss sagen. Ich bin seit 19 Jahren beim Fernsehen und ich kenne keinen Mann, der das machen könnte. Es sind nur Frauen, die diesen Job machen können. Sie haben eine auffallend gute Auffassungabe.»
In der Redaktion sitzen die Leute, die den Moderator übers Ohrmikrophon führen und eine Kollegin, die den Ablauf der Jassrunde kontrolliert und schaut, ob die Zahlen alle stimmen. Im Wagen sind 13 Leute, die die Sendung fahren. In der Produktion sind bis 50 Personen auf dem Platz, die miteinander verbunden sind. Jene von der Technik sind den ganzen Sommer dabei, bauen auf und wieder ab.

Beatrice Egli singt ihren neusten Song
Auf die Frage, was so eine Sendung kostet, erklärt Marco Krämer: «Eine SRF-Show kostet im Durchschnitt 400’000 Franken. Der Donnschtig-Jass ist um einiges billiger, weil wir unterwegs sind, die gleiche Ausstattung und die gleichen Leute haben.»
Es ist alles angerichtet. In zwei Minuten beginnt die Sendung. Rainer Maria Salzgeber tigert vor einer Kamera hin und her, zupft an seinem Kittel, richtet mehrmals das Pochettli und murmelt seinen Text herunter.

Übersicht
Die Sendung startet mit dem Einspieler, der den Moderator auf dem Fahrrad vom letzten Austragungsort Hasliberg über den Susten nach Unterschächen zeigt. Dann übernimmt der Moderator ruhig, sprachbegabt und stilsicher. Eben wie ein Sportmoderator, der er auch noch ist und ein Walliser mit besonderen Fähigkeiten.

Rainer Maria Salzgeber verabschiedet sich von den Zuschauerinnen und Zuschauer
Der Abend verläuft ohne Pannen. Die Zuschauer sind begeistert und hoffen am Ende von den Künstlern ein Autogramm zu erhalten oder eine Selfie machen zu können. Kein Problem mit Salzgeber und Stefan Büsser, die in der Menge genüsslich baden. Keine Chance bei Beatrice Egli, die von bulligen Bodyguards abgeschirmt in Sicherheit gebracht werden. Warum eigentlich? Die Bergler können doch keiner Fliege etwas antun. Alles nur Show?
Fotos Josef Ritler

Sorry, aber diese volkstümlichen Massenveranstaltungen, für die das deutschweizer Fernsehen das Geld ausgiebt, ist nicht meine Sache. Ja es ärgert mich, dass für Zuseher*innen mit vielfältigeren Ansprüchen wie z.B. Theater und Schauspiel, andere Musikrichtungen als Volksmusik und Mainstream, ausgewogene Diskussionen mit kompetenten Fachpersonen über aktuelle Themen, anspruchsvolle und breitgefächerte Unterhaltung, wird kaum etwas geboten. Dafür täglich Sport, unzulängliche News von immer den selben Schauplätzen oder von Promis, die gerade IN sind oder langweilige und öde Serien und brutale Krimis en masse. Das Niveau der Sendungen des Schweizer Fernsehens sinkt leider Jahr für Jahr.
Das Meiste, was heute über den Bildschirm flimmert, ist stark auf die Jungen ausgerichtet, obwohl diese, wie wir wissen, kaum mehr vor den TV-Geräten sitzen, sondern sich online die Zeit vertreiben. Zum Glück bieten z.B. die Deutschen TV-Sender unterhaltsame, spannende und vielfältige Programme an, die auch lebenserfahrene Personen interessieren und zwar sowohl nachmittags als auch am Abend.
Sie haben sicher Ihre Gründe für Ihr SRF-Bashing. Ich kanns nicht beurteilen, weil ich kaum TV schaue. Das ist nicht arrogant gemeint. Ich schaue auf Youtube begeistert Comedy-Quatsch. Ja, und Büsi-Videos. Zurück zu SRF: ich denk ja schon, dass die ihren Service public sehr weitgespannt verstehen. Aber ich bezweifle, ob Sie, Frau Mosimann, mit Ihren Vorschägen viel Public erreichen, «ausgewogene Diskussionen, kompetente Fachpersonen, Theater und Schauspiel…» Ich denke, dass Kollege Ritler seinen Beitrag zu Recht publiziert hat. U ist schon wichtig. E ist halt bald langweilig,
Mein Statement ging nicht gegen den Beitrag von Josef Ritler, ich habe grundsätzlich auch nichts gegen volkstümliche Sendungen, über Geschmack lässt’s sich ja bekanntlich nicht streiten. Mein Ärger richtet sich gegen das Programmangebot von SRF, das je länger je mehr oberflächliche Themen anbietet. Die SRG hat jedoch einen gesetzlichen Auftrag und sollte die Interessensgebiete von Minderheiten ebenso in ihren Programmen berücksichtigen, wie für eine scheinbare Mehrheit.
Unser öffentlich-rechtliches Fernsehen, das ich übrigens wichtig finde als Regulativ zwischen den unabhängigen Medien, existiert jedoch nur dank Gebühren der Zuseher*innen und Subventionen und sollte nach meinem Verständnis die ganze Gesellschaft abbilden.
Frau Mosimann ich kann mich Ihren Ausführungen volllumfänglich anschliessen!
Na anfangs hing es ,aber gähn immer das gleiche , mal was anderes wie früher Spiel ohne Grenzen nur eben mit Stadt und Stadt Jassen Samstag genügt ,auch mal die Kids einbinden im Jassen ,