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Musik und Malerei

Noch bis zum 27. August 2023 stellt der Mundart-Musiker Büne Huber im Naturhistorischen Museum Bern (NMBE) einen Teil seiner Malereien aus. Der dritte Stock des Museums bietet eine ideale Kulisse, in welcher Büne einen Einblick in seine Künstlerseele gewährt.

Gleich am Eingang zur Ausstellung treffe ich auf den Sänger, Texter und Frontmann der Kult-Band «Patent Ochsner», der mich mit seinen Hits «Venus vo Bümpliz», «Honigmelonemond», «Scharlach Rot» und «Für immer di (üs)», gut drei Jahrzehnte lang musikalisch begleitet hat. Meiner Bitte um ein «Selfie» kommt er spontan nach und plaudert sofort über seine Kunst. Musik und Malerei gehörten für ihn zusammen. In einem geistig lockeren Zustand arbeite er an den Song-Texten und male dazu, erklärt er. Zu den ausgestellten Werken zählen Bilder, Collagen, Zeichnungen und Liebesbriefe an seine Frau.

Gerahmte Bilder: Farbig, rätselhaft und ein bisschen schräg. Foto PS

Huber wurde (wie ich) in Bümpliz geboren und liess sich als Metallbauschlosser und Sozialpädagoge ausbilden. 1990 setzte er alles auf die musikalische Karte und gründete gemeinsam mit Böbu Ehrenzeller, Pascal Steiner und Martin Neuhaus die Band «Patent Ochsner», die heute – bis auf Büne Huber – in anderer Zusammensetzung spielt. Auch nach über dreissig Jahren ist Büne Huber noch ebenso kreativ wie produktiv unterwegs.

Der Einklang von Melodie mit Mundarttexten hat ihn zu einem der erfolgreichsten Songschreiber der Schweiz gemacht. Die Verschmelzung von Worten und Musik entsteht oft in seinem Atelier. Regelmässig hört der Lebemann erste Songideen und Melodiefragmente – klingende Textbausteine sozusagen – und stellt sich dann vor die Staffelei. Die Bilder und Collagen, Kurzgeschichten, Vignetten, Briefe und künstlerischen Ansichtskarten vermitteln berührende, witzige und manchmal verstörende Einblicke in sein Schaffen. Die Texte regen zum Nachdenken an.

Die Magnolie mit dem Vaterunser. Foto PS

Hinter fast jedem Bild steckt eine Geschichte. Das grosse Acrylbild einer Magnolie hat einen speziellen Hintergrund: Büne hatte eines Tages das Gefühl, seine Frau gegen eine destruktive Person verteidigen zu müssen. Deshalb habe er das Bild mit der Magnolie geschaffen und mehrfach übermalt, aber stets versucht, selbst nicht destruktiv zu werden. Mit dem Vaterunser habe der dann den nicht-gläubigen Angreifer auf seine Art bestraft.

Skelett zur Verarbeitung eines Trauerfalls.

Bei einem anderen Bild steht eine Gans in einem Mohnfeld. Die Szene geht auf eine Beobachtung in Ungarn zurück, als Schwäne Mohn frassen und sich anschliessend seltsam benahmen. Ein drittes Bild hat Büne zusammen mit seinem Sohn Max (8) gemalt. Das Bild zeigt ein Skelett, mit dem die beiden den Tod eines nahen Freundes verarbeiteten. Fazit: «Wir verachten den Tod. Mit dem Bild konnten wir uns diesen Ängsten stellen und etwas vorwegnehmen, was uns später weniger hart treffen wird.» Der Tod scheint ein wichtiges Thema zu sein. Er kommt in der Schau gleich mehrfach vor.

Die Ausstellung kuratiert und inszeniert hat der Szenograf Dan Jakob. Parallel zu der Pop-Galerie finden im Schwellenmätteli, in Gehdistanz zum NMBE, Konzerte der Band statt, die inhaltlich Bezug zu Büne Hubers Malerei nehmen. Wer ein Ticket für eines der sieben Konzerte besitzt, erhält kostenlosen Eintritt zur Ausstellung, die zu den Öffnungszeiten besucht werden kann. An den Konzerttagen bleibt das Museum sogar bis um 19.30 Uhr geöffnet. Im kommenden Jahr wird eine neue CD erscheinen, zu der bereits Bilder in der Berner Ausstellung hängen.

Der Künstler ganz spontan, aber immer mit Strohhut. Foto PS

Ein interessantes Detail zum Schluss: Zu den Hits «Venus vo Bümpliz», «Scharlach Rot» und «Für immer di (üs)» existieren keine Bilder. Diese Songs sind ganz spontan und nicht im Atelier entstanden. Was der malende Musiker aus diesem Umstand schliesst? Dass er schneller arbeiten sollte: «Das gibt Hits. Wenn ich zu langsam arbeite, gibt es keine Hits.»

Titelbild: Der Musiker in seinem Atelier. Foto: Michael Schär / NMBE

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Büne Hubers Webseite 

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