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Pirola ist das neue Corona

Im Mai 2023 wurde die Coronapandemie in der Schweiz offiziell für beendet erklärt. Jetzt aber taucht ein neues Schreckgespenst auf, Pirola, eine Subvariante des Coronavirus. Ein Schreckgespenst? Medizinische Fachgremien sehen der neuen Infektion doch ziemlich gelassen entgegen.

Für mich war es ein Schreckmoment. Da will ich eine liebe Freundin, die ich seit einigen Wochen nicht mehr gesehen habe, freudestrahlend in die Arme schliessen. Sie aber tritt einen Schritt zurück, streckt abwehrend die Arme aus: «Ich habe mir einen Omikronvirus eingefangen und bin noch nicht wieder ganz gesund.» Stehen wir vor einer neuen Pandemie? Fängt jetzt die ganze Sache mit Gesichtsmasken, Desinfektion, Abstand halten zu anderen Personen wieder von vorne an?

In der Presse wird man schnell fündig – und beruhigt. Virologen und Infektiologen geben weitgehend Entwarnung. Ja, da ist eine neue Mutation, BA.2.86, auch «Pirola» genannt, aufgetreten und ja, man kann daran erkranken. Aber dramatisch sieht es zum jetzigen Zeitpunkt nicht aus. Weder füllen sich die Krankenhäuser mit Infizierten, noch leeren sich Theater, Versammlungsorte oder Büros, weil die Ansteckungsgefahr gross ist.

Ein Sommervirus?

Wachsende Sorgen machen den Fachleuten, dass die neue Omikron-Variante jetzt auftritt – im Sommer nehmen Virusinfektionen in der Regel eher ab – und die «Bauart» von Pirola: Mit mehr als 30 Mutationen an ihrem Spikeprotein ist sie in der Lage, die in den letzten Jahren erworbene Immunabwehr beim Menschen zu umgehen. Deshalb wird in einigen Ländern reagiert: Testpflicht bei einem Spitaleintritt in Italien und Israel.

Starke Kopf- und Rückenschmerzen, Fieber und Abgeschlagenheit weisen darauf hin, dass da keine einfache Erkältung vorliegt. (alle Bilder pixabay)

Auch meine Freundin sieht die Sache, jetzt bereits im Nachhinein, nicht so tragisch: Angesteckt hat sie sich wohl an einer Hochzeitsfeier. Starke Kopf- und Rückenschmerzen – «mir tat der ganze Rücken von oben bis unten so weh, als ob mich jemand verprügelt hätte» – und dazu Fieber, in moderatem Rahmen zwar, und eine allgemeine Schwäche legten sie eine gute Woche lang lahm.

Abwarten und Tee trinken

In der Apotheke, die sie aufsuchte, wurde ihr beschieden, dass die Tests nicht mehr kostenlos seien.  Dazu der Trost, sie solle sich einfach mal schonen, genügend trinken und sich «guet luege». Das tat sie denn auch, schluckte Echinacea-Tropfen und Kurkuma-Kapseln zur Stärkung, und Vitamin C, wie sie es bei einer Grippe getan hätte. Die kurzen Spaziergänge zum Einkaufen und in der frischen Abendluft taten zwar gut, zeigten ihr aber, dass sie wirklich krank war: «Ich fühlte mich schlapp und wurde schnell sehr müde».

Tee trinken hilft gegen fast alles – hoffentlich auch gegen die neue Omikron-Variante.

Nach rund zwei Wochen ging es langsam wieder aufwärts. Die Rückenschmerzen waren weg, dafür hatte sie einen unangenehmen Husten mit Schleimbildung und ein unangenehmes Kratzen im Hals. Auch ihr Bauch rebellierte. Mal mochte sie gar nichts essen, dann wieder hatte sie richtig Hunger. Heute ist sie wieder beschwerdefrei.

Ja, die neue Virusmutation ist in der Schweiz angekommen. Das beweisen diverse Abwasserproben. 

Alles halb so schlimm? In Fachkreisen werden die neue Mutation, ihre Entwicklung und Verbreitung, genau verfolgt. Das Bundesamt für Gesundheit BAG gibt sich allerdings noch sehr entspannt. Im aktualisierten Lagebericht ist zwar die Virenlast in einigen Abwasserproben notiert – diese Werte sind noch zu vernachlässigen – und von Ärzten gemeldete ambulante Konsultationen erfasst, aber festgehalten, dass in der Bevölkerung ein hoher Schutz gegen schwere Krankheitsverläufe vorhanden sei.

Vorsicht sei einzig, das kennen wir doch bereits, bei älteren und vulnerablen Personen geboten. Da wird seit Kurzem auch wieder eine Impfung empfohlen, mit einem den neusten Varianten angepasste Impfstoff. Notwendig wäre nur eine Einmaldosis, frühestens ein halbes Jahr nach der letzten Impfung. Allerdings befinden sich diese Vakzine noch in der Zulassungsphase bei der Heilmittelbehörde Swissmedic.

Testen kann man sich vor allem in Spitälern und Apotheken, in Zürich ist seit 5. September ein Testzentrum wieder in Betrieb. So gilt vorerst ganz einfach, was wir alle mittlerweile schon seit Jahren kennen: Händewaschen und vorsichtig sein mit engen Kontakten. Also nicht mehr umarmen? Das muss ich mir noch überlegen.

Der bereits am 8. September publizierte Text wurde überarbeitet und aktualisiert.

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3 Kommentare

  1. Ich bin 3x geimpft und fühle mich teilweise nicht so gut. Vielleicht habe ich Postvac, beweisen lässt sich dies nicht. Aber nochmals impfen? Nein danke.

    • Geht mir genauso seit der letzten Covid-19 Impfung. Abklärungen bei der Hausärztin resp. HNO-Spezialist inkl. Brustkorb röntgen brachten ausser Kopfschütteln nichts zutage. Sicher ist, ich werde mich erst wieder mit einem voll ausgetesteten Impfstoff impfen lassen, vulnerabel hin oder her. Allerdings werde ich mich im November wieder wie jedes Jahr gegen die Grippe impfen lassen. Da hatte ich noch nie Folgeschäden und ausser einer Erkältung bin ich bisher jedes Jahr vor einer schlimmen Influenza verschont geblieben.

  2. Saublöder, verharmlosender Artikel. Ältere und vorerkrankte Menschen sollen sich impfen lassen – sie sind gefährdet durch schwere Verläufe und landen bereits jetzt in überlasteten Arztpraxen und Spitälern . Impfen hilft!

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