St. Gallen im Zweiten Weltkrieg: Im Irrglauben gehalten, in Deutschland ein grosser Sänger werden zu können, verkauft Herumtreiber Ernst Schrämli einem manipulativen deutschen Nazi-Spion Schweizer Militärinformationen. Als sein Vergehen auffliegt, wird Ernst wegen Spionage und Landesverrats als erster Schweizer zum Tode verurteilt. Der naive Ernst wird im Alter von dreiundzwanzig Jahren von seiner eigenen Kompanie erschossen.

v.l.n.r. Björn Magnusson (Musik), Michael Krummenacher (Regie) und Dimitri Krebs (Hauptdarsteller, Ernst Schrämli) standen dem Publikum nach dem Film Red und Antwort Copyright: SRG Luzern
LANDESVERRÄTER ist ein auf wahren Ereignissen basierender Film über einen jungen Tagträumer aus der Provinz, der während des Zweiten Weltkrieges ausgenutzt und verraten wird. Schrämli war der erste von 17 Landesverrätern in der Schweizer Geschichte, dessen Hinrichtung vollstreckt wurde.

Dimitri Krebs
Seniorweb war bei einer Vorpremiere im Kino Bourbaki in Luzern dabei. Michael Krummenacher (Regie), Dimitri Krebs (Hauptdarsteller, Ernst Schrämli) und Björn Magnusson (Musik) standen dem Publikum nach dem Film Red und Antwort und gaben Einblick in den Entstehungsprozess ihres Werks, das an nur 27 Drehtagen entstanden ist, jedoch als Idee und Projekt schon Jahre in Vorbereitung war.

Luna Wedler
Dazu gehört auch eine historische Recherche, um die Geschichte von Ernst Schrämli umfassend aufzuarbeiten. Dimitri Krebs, der mit der Rolle von Ernst Schrämli ein eindrückliches Kino-Debut feiert, schilderte unter anderem, wie er sich den St. Galler Dialekt aneignete: Radio und Podcast hören und nachsprechen.

Stefan Gubser
Wie er zum Hauptdarsteller wurde, ist eine eigene Geschichte. Im Kreis 5, im Herzen der Stadt Zürich aufgewachsen, war nicht die Schauspielerei, sondern die Musik die Leidenschaft des jungen Dimitri. Er spielte Schlagzeug in der Band von Björn Magnusson, der die Musik von «Landesverräter» komponierte und ein alter Freund des Regisseurs Michael Krummenacher ist.

Nachdem Krummenacher zwei Jahre vergeblich nach der Besetzung für die Hauptrolle gesucht hatte, fragte er Magnusson, ob dieser einen Musiker kenne, der für den sensiblen Ernst geeignet wäre. Björn antwortete sofort: «Vielleicht der Dimitri?» Und so erhielt der ahnungslose Schlagzeuger plötzlich ein Mail von einer Casting-Agentur. «Erst dachte ich, das sei Spam», sagt Krebs lachend.

Fabian Hinrichs
Der Student unterbrach seinen Lehrgang Soziale Arbeit an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Olten SO für ein Jahr und wurde von der Produktionsfirma erst einmal an eine Schauspielschule in London geschickt. Dort lernte er, wie man mit der Rolle total verschmilzt. Die Dreharbeiten fanden unter anderem in St. Gallen statt und dauerten nur 27 Tage. Für einen Tatort werden 37 Tage benötigt, erklärte Krummenacher in Luzern. Produziert wurde der historische Kinospielfilm unter anderem von der Contrast Film in Koproduktion mit SRF und SRG/SSR. Im Rahmen des Pacte de l’audiovisuel der SRG mit der Schweizer Filmbranche fliessen jährlich rund 34 Millionen Franken in das Schweizer Filmschaffen. Die SRG ist so eine der wichtigsten Förderinnen des Schweizer Filmschaffens.
Fotos: SRG, Contrast Film

