Die Feuerwerke zum 1. August mit ihren Feuergarben und funkelnden Sternenregen am Himmel sind dieses Jahr in einigen Zürcher Gemeinden ausgeblieben. Verboten! Wegen CO2-Immissionen und der Knallerei. Geblieben sind nur die fest an Stangen montierten Sonnenräder, die Vulkane und die bengalischen Zündhölzchen.
Also zünden wir ein Feuerwerk im Garten, eines für alle Sinne. Die Fülle an Farben, Formen, Düfte und Aromen lassen die aktuell heissen Sommertage zu einem ganz besonderen Erlebnis werden. Und wer einen Garten oder Balkon hat, der am Abend etwas lichtgeschützt ist, bekommt den Sternschnuppenregen der Perseiden noch als romantisches Lichtspiel am Himmel obendrein.
Sie steigen zwar nicht in den Himmel, die floralen Raketen im Garten, dafür knallen sie auch nicht. Fackellilien, Rittersporn oder die etwas aus der Mode gekommenen Gladiolen sind dieses Jahr so schnell herangewachsen, dass man fast von «in den Himmel schiessen» sprechen konnte. Und wie die richtigen Raketen müssen sie auch an Stäben befestigt werden. Nur dass diese dann am andern Morgen nicht in den Vorgärten und auf den Trottoirs liegen und die Feuerwerksgegner verärgern.
Rittersporn
Die Königskerze wächst jeweils besonders schnell – und zwar meist dort, wo sie will. Da erscheint im Frühsommer zwischen den Trittplatten im Garten ein kleiner Horst graugrüner Blättchen und ehe man sichs versieht, sind sie einem über den Kopf gewachsen. Ihre gelben wolligen Blüten werden so eifrig von Bienen und Hummeln umschwärmt, dass man sie nicht ausreissen will und wohl oder übel einen Bogen um den Riesen macht.
Sommerdüfte
Wie riecht der Sommer? Nach frisch gemähtem Rasen, den eben gepflückten sonnenwarmen Tomaten, nach Rosmarin, Minze und Thymian und den ersten reifen Brombeeren. Die Rosen, die sich in der Hitze ganz schnell mit weiten Biedermeierröcken schmücken, riechen wie gepflegte ältere Damen und die reifen Feigen duften wie ein schwerer Wein.
Königskerze
Wer jetzt aus dem üppig ins Kraut schiessenden Basilikum im Topf, zusammen mit einer Handvoll Petersilie, einigen Knoblauchzehen, Pinienkernen, Parmesan und einem frisch duftenden Olivenöl kein Pesto zusammenmischt, kein Potpourri aus verschiedenen Tomatensorten auf dem Teller arrangiert – mit etwas Olivenöl, einigen Spritzern Aceto Balsamico, einer Spur Salz und einem Hauch Puderzucker – der weiss nicht, wie Sommer schmeckt.
Sommertöne
Beim Essen nerven die Wespen, am Abend sirren die Mücken und zirpen die Grillen im Gras – für das Sommerkonzert ist auch gesorgt. Wer es lieber stiller und auch keine Mückenstiche mag, stellt sich einen Topf mit Duftgeranien neben den Gartentisch oder pflanzt in der Nähe einen Ziertabak mit schönen weissen Blüten. Ein Raucher am Tisch oder eine Raucherin erfüllt denselben Zweck. Und sonst opfert man eine dieser allgegenwärtigen Kaffeekapseln, leert deren Inhalt auf ein Tellerchen und zündet das Pulver an. Brennt wirklich und ziemlich lange! Und vertreibt die summenden, stechenden Störenfriede.
Ein Pesto mit Basilikum und dazu sonnenwarme Tomaten bringen den Sommer auf den Tisch. (Bilder pixabay)
Dass auch der Tastsinn gefordert ist, versteht sich von selbst. Die ersten Kartoffeln aus der Erde klauben, Beeren pflücken, Kräutersträusse binden und zum Trocknen aufhängen und die ersten Äpfel für ein noch etwas saures, erfrischendes Apfelmus am Boden zusammenlesen – die Hände sind auch gefordert. Nur festhalten können sie diese zauberhaften Sommertage nicht.
