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Unesco empfiehlt lebenslanges Lernen

Am 1. Oktober versammelten sich im Kursaal Bern Akteure aus dem Bildungsbereich, um die «Unesco-Empfehlung zu Bildung für Frieden, Menschenrechte und nachhaltige Entwicklung» zu diskutieren.

Die Unesco ist die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur. Bereits zum 9. Mal lud die Schweizerische Unesco-Kommission zur Plattform Bildung 2030 ein. Dabei ging es um die Frage, wie das Ziel 4 der UNO-Agenda 2030 «Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern» bis 2030 in der Schweiz umgesetzt werden soll. Konkreter darum, welche Impulse aus der Unesco-Empfehlung zu Bildung für Frieden, Menschenrechte und nachhaltige Entwicklung» gewonnen werden können.

Jelena Zelenovic vom Unesco-Hauptsitz in Paris erläuterte die Empfehlung

Eine Unesco-Empfehlung ist nicht bloss ein frommer Wunsch, sondern ein völkerrechtliches Dokument, das von der Unesco-Generalkonferenz verabschiedet wird und die 194 Unesco-Mitgliedstaaten verpflichtet, alle vier Jahre über die Umsetzungsmassnahmen zu berichten. Die am 1. Oktober diskutierte Empfehlung stammt aus dem Jahre 2023 und wurde im September 2025 von der Schweizerischen, Österreichischen, Luxemburgischen und Deutschen Unesco-Kommissionen in einer Kurzfassung publiziert.

An wen richtet sich die Empfehlung?

Die Empfehlung richtet sich an Bildungshungrige und an Institutionen aus dem formalen (staatliche Schulen und Universitäten) und nonformalen, ausserschulischen Bildungsbereich. Aber auch für informelles Lernen im täglichen Leben innerhalb und ausserhalb der Familie kann die Unesco-Empfehlung Hand bieten.

Ältere wissen, dass Bildung nach der Pensionierung bis zum Tode ein wichtiges Gut ist zur Erhaltung einer möglichst hohen Lebensqualität auch bei zunehmender Vulnerabilität. Denn lebenslanges Lernen fördert nicht nur geistige Fitness und Selbstbestimmung, sondern auch soziale Integration etwa in der Freiwilligenarbeit  oder beim Austausch in der Nachbarschaft.

Seniorweb wird bei Volkshochschulen, Seniorenuniversitäten und anderen Bildungsorganisationen für Ältere nachfragen, ob und wie sie diese Unesco-Empfehlung umsetzen.

Podiumsdiskussion (v.l.) mit Stefanie Rinaldi (PHLU), Susanna Graf (DEZA), Anna Bütikofer (EDK), David Pillonel (Lehrer am College Emilie-Gourd), Gianna Luisa Tschuor und Hannah Pfister (Schülerinnen am Gymnasium Disentis), Laetitia Houlmann (UNESCO-Kommission)

Ziele der Empfehlung

Die vorliegende Empfehlung konkretisiert Unesco-Bildungsziele für das 21. Jahrhundert. Danach soll Bildung «auf den Menschenrechten basieren; lebenslang, lebensumspannend, kontinuierlich und transformativ sein; für alle zugänglich und qualitativ hochwertig sein; eine Ethik der Fürsorge, des Mitgefühls und der Solidarität vermitteln; Geschlechtergerechtigkeit fördern; eine internationale und globale Perspektive anwenden, unter der Betonung der wechselseitigen Beziehungen zwischen lokalem und globalem Geschehen» (Weitere Bildungsziele in der Kurzfassung der Empfehlung).

Kompetenzen durch Bildung

Bildung dient gemäss Unesco-Empfehlung nicht dazu, gebildet oder «verbildet» zu werden, sondern soll praktisches Handeln erleichtern, indem etwa «Entscheidungsfähigkeit», «Fähigkeit zur Zusammenarbeit», «Fähigkeit zur friedlichen Konfliktlösung und Transformation», «Anpassung und Kreativität» und  «Verbundenheit mit und Zugehörigkeit zu einer gemeinsamen vielfältigen Menschheit und zum Planeten Erde» eingeübt und praktiziert werden.

Diskussion in Kleingruppen über die Unesco-Empfehlung

Was tun in einer krisengeschüttelten Welt?

Einiges ist vor Ort in unserem Umfeld zusammen mit anderen möglich. Organisationen wie die Unesco erweitern unseren Handlungsspielraum. Aber die USA mit Präsident Donald Trump haben angekündigt, Ende 2026 aus der Unesco auszutreten, da sie im Widerspruch zur America-First-Aussenpolitik stehe. Wie weit eine America-First-Politik reicht und wie viele Nationen und Menschen darunter leiden müssen, zeigt sich bereits jetzt und wird sich verschärfen. Dagegen hilft, die Werte der Unesco-Empfehlung zu beherzigen und deren Ziele umzusetzen.

Titelbild: Unesco – Generalkonferenz vom 9. November 2023 in Paris, an welcher die Empfehlung zu Bildung für Frieden, Menschenrechte und nachhaltige Entwicklung verabschiedet wurde (Foto wikimedia commons, alle andern Fotos: bs)

Kurzfassung der Unesco-Empfehlung

Langfassung zweisprachig D/E

 

 

 

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