Seit Oktober 2025 ist das Buch «Hirnpower. Das wirksame Stärkungsprogramm für Ihr Gehirn» der Neurowissenschaftlerin Barbara Studer erhältlich. Für wen hat das Buch was zu bieten?
Gleich vorweg: Das Buch ist ein «persönliches Handbuch» oder Arbeitsbuch für alle, die ihr Gehirn schützen und stärken wollen für ein «geistig aktives und freudiges Leben.»
Ein Arbeitsbuch tönt nach Arbeit und tatsächlich, das Buch begleitet Arbeitswillige in 12 Monatskapiteln über 12 Monate. Jeder Monat ist aufgeteilt in vier Wochenkapitel und die meisten Wochenkapitel sind unterteilt in 7 Tage. Wer also seine Gehirnfitness verbessern will, wird Tag für Tag während 12 Monaten mit Arbeit, Impulsen, Wissenswertem, Umsetzungsvorschlägen, Kurzvideos, Hirnfitness-Übungen und Hirnkompetenz-Wissensfragen bedient. Das ist für mich zu viel des Guten. Ich kann mich nicht ein Jahr lang jeden Tag coachen lassen. Dafür ist meine Freiheitsliebe zu gross. Deswegen nehme ich das Adjektiv persönlich im Ausdruck «persönliches Handbuch» ganz persönlich. Ich kann also mit dem Buch machen, was ich persönlich will. Das heisst, ich pflücke diejenigen Themen und Aufgaben heraus, die mir gerade unter den Nägeln oder unter der Kopfhaut brennen und kann dieselben Themen auch immer wieder mal wiederkäuen, wenn ich merke, dass disfunktionale Gewohnheiten nicht wegtrainiert und durch bessere, dem Gehirn zuträglichere Aktivitäten ersetzt werden konnten.
Wer sein Gehirn im Zusammensein mit andern bei Spiel, Spass und in der Beziehungspflege trainieren will, geht direkt zu Kapitel 12, zum 12. Monat. Wer sein Gehirn stärken will in der Natur, etwa beim Waldbaden oder beim Inhalieren von Blumendüften, ist im 8. Monat gut aufgehoben. Wer wissen will, ob seine Ernährungsgewohnheiten «hirngerecht» oder welche Getränke gehirnfreundlich sind, wird im 9. Kapitel beraten. Bewegungsmuffel stimulieren im Kapitel 3 ihr Gehirn beim Tanzen oder anderen erfreulichen Bewegungen. Auch innere Bewegungen, Emotionen und der achtsame Umgang mit Stress und spirituelles Unterwegssein tun dem Gehirn gut (Kap.6). Aber auch die Ruhe kann es bringen. «Ausgeruht denkt sich’s besser» lautet die Überschrift zum 4. Monat. Gutes Sehen und Hören sind wichtige Bestandteile der Demenzprävention, ebenso Berührung und erfüllte Sexualität, wie im Kapitel 10 nachzulesen ist. Das Gehirn soll sich ein Leben lang weiterentwickeln – mit Freude (Kap. 1), mit Neugier und Gedächtnistraining (Kap.2) und mit lebenslangem Lernen (7. Kap.). Mit achtsamem Medienkonsum (Kap. 11.) kann man besser denken und mit Musik und Kreativität (Kap. 5). wird das Gehirn wunderschön angeregt.
Das Buch «Hirnpower» kostet zwischen 40 und 50 Franken, aber es ist gut investiertes Geld. Neben den 208 farbigen A 4-Seiten mit gut lesbaren und verständlich geschriebenen Texten und informativen Abbildungen gelangen Interessierte mit QR-Codes zu 48 Kurz-Videos (je ca. 1 Min.) mit Alltagsimpulsen von Barbara Studer, die zeigen, wie sie ihr Gehirn trainiert und fit hält. Ebenfalls mit QR-Codes gelangt man in jedem Kapitel zu Selbsttests, in welchen das gelernte Wissen spielerisch überprüft werden kann. Zudem gibt es eine ganze Reihe von «Knobelaufgaben für den Denksport», bei denen bei mir meistens die Geduld fehlte, um sie allein zu lösen. Zu weit oder zu dritt macht das Knobeln m. E. mehr Spass und es kann ein spielerischer Wettkampfgeist aufkommen. Und wenn der Spass einem vergehen und die Geduld überstrapaziert werden sollte, sind am Schluss des Buches die erlösenden Lösungen nachschlagbar. Besser ist es aber bis zur Lösung weiterzuknobeln, auch wenn es mehrere Anläufe an mehreren Tagen und mit unterschiedlicher Zusammensetzung des Rätselteams brauchen sollte. Viel Vergnügen!
Screenshot aus einem der 48 Kurzvideos (Foto bs). Hier das ganze Video
Es hat auch Seiten, wo man Selbstreflexionen oder Umsetzungspläne ins Buch reinschreiben könnte. Mit scheint es aber besser, wenn diese Überlegungen und Umsetzungspläne separat festgehalten werden, denn es ist sehr gut möglich, dass sich im Laufe der Zeit Einsichten und Umsetzungsstrategien ändern oder mehrere Buchnutzer was reinschreiben möchten.
Ideal finde ich das Buch als Weihnachtsgeschenk unter den Weihnachtsbaum für die ganze Familie, von Jung bis Alt, von den eher theoretisch Orientierten bis zu den praktisch Experimentierenden, von Medienjunkies bis zu Waldbadenden. Gut ist auch, wenn nach Weihnachten das Buch für alle greifbar ist, so dass es gelegentlich zu einem Streit um das Buch kommen kann. Denn ein konstruktiver Streit stimuliert das Gehirn bestens.
Im Vorwort bietet sich Barbara Studer als persönlicher Hirncoach an und in den 48 Kurzvideos tritt sie ja persönlich mit Alltagsimpulsen auf. Wer aber neben dem Buch sich noch persönlich mit Barbara Studer und weiteren Interessierten treffen und austauschen möchte, findet unter der Website hirncoach.ch einen passenden Weg.
So ganz nebenbei lernen die Lesenden, Experimentierenden und Spielenden das Gehirn als unfassbar wertvolles Organ schätzen und ehren und damit steigt auch die Freude am Wunder des Lebens.
Titelbild: Barbara Studer mit einem Gehirnmodell in der Hand (Foto zVg.).
Dr. Barbara Studer ist promovierte Neurowissenschaftlerin, Unternehmerin und Musikerin. Sie hat in Freiburg, Taipeh und Bern studiert, doziert an verschiedenen Institutionen, gibt Referate und arbeitet eng mit Forschungsgruppen der Universitäten Bern und Zürich zusammen. Sie ist Mitgründerin und CEO der mehrfach ausgezeichneten Hirncoach AG, die wirksame Programme zur Stärkung der mentalen Fitness und Gesundheit für Menschen jeden Alters anbietet.
Vgl. auch das Interview mit Barbara Studer am 11. St. Galler Demenz-Kongress.
Barbara Studer: Hirnpower. Das wirksame Stärkungsprogramm für Ihr Gehirn. Zürich 2025. ISBN: 978-3-03875-622-4


Ich bin doch auch dafür, dass wir unserem besonderen Organ dem Hirn mehr Aufmerksamkeit schenken sollten, dessen Code ja zum Glück bisher von der Wissenschaft noch nicht ganz geknackt werden konnte. Das menschliche Gehirn ist so schöpferisch komplex, dass mir beim Gedanken, dass es dereinst in einer unbekannten Zukunft ein künstliches Doubel geben könnte, fast ein wenig gschmuech wird. Denn dann ist das Geheimnis des Lebens gelüftet und das Menschsein wird in eine neue Dimension eintreten.
Je älter ich werde frage ich mich, ob am Ende eines Menschenlebens es vielleicht leichter fällt sich dem Tod hinzugeben, wenn das Hirn nicht mehr so fit ist? Eigentlich ist der Abbau des menschlichen Körpers bis zu seinem Ende, wie bei allen Lebewesen, von der Natur so gewollt und diesen Kreislauf von werden und sterben sollten wir m.E. respektieren.
Ausgezeichneter Artikel. Macht richtig Lust, das Buch ganz persönlich zu benutzen. Zudem möchte ich gerne geistig fit sterben, wach und dabei.