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Innerschweizer prägten Zürcher Medien und die Politik

Zürich war lange Zeit im Vergleich zu Basel, Bern und Genf eine deutlich kleinere Stadt. Gross beziehungsweise viel grösser wurde sie durch Zuwanderung, die andernorts in diesem Ausmass nicht stattfand. Diese Zuwanderung spielte insbesondere, in jüngerer Zeit, auch eine grosse Rolle auf dem Medienmarkt und in der Politik.

Dabei fällt auf, dass viele Innerschweizer in Zürich hohen Stellenwert in der Publizistik erreichten und auch Führungspositionen besetzten. Mit ein Grund ist dabei meines Erachtens die Einstellung, die ich gelegentlich als ‘barock’ bezeichne. Journalismus, auch oder sogar insbesondere jener der oberen Güteklasse, erfordert einen gewissen Mut zur vermeintlichen ‘Oberflächlichkeit’. Zögerndes Zuwarten ist in diesen Berufen nicht gefragt.

Der meines Erachtens grossartigste Zugewanderte aus der Innerschweiz unter den Spitzenjournalisten in Zürich ist der in Flüelen aufgewachsene Karl Lüönd. Er hat seine Sporen beim nicht mehr existierenden, liberalen ‘Luzerner Tagblatt’ abverdient. Dort starteten auch der spätere TV-Journalist Stephan Klapproth und der ehemalige ‘NZZ’-Spitzen-Lokaljournalist aus Küssnacht am Rigi, Adi Kälin, ihre Karrieren. Der ‘Tages-Anzeiger’-Chefredaktor, Peter Studer, war Luzerner, wie auch der ‘Bilanz-Chefredaktor, Andreas Z’Graggen. Der langjährige Chefredaktor der ‘Finanz und Wirtschaft’, Peter Bohnenblust, ist Zuger. Von dort wanderten auch der ‘NZZ-Chefredaktor, Hugo Bütler, und der ‘Tages-Anzeiger -Chefredaktor, Viktor Schlumpf zu. Und der Luzerner Anton Schaller, der ehemalige Chef der Rundschau und zuletzt Chefredaktor der Tageschau schliesst vorerst die Reihe dieser Journalistischen Persönlichkeiten. Schaller ist journalistisch immer noch aktiv und stellt seine Kompetenz, Ausgeglichenheit und Erfahrung in den Dienst der Internet-Plattform «seniorweb.ch».

Ich will es hier nicht unterlassen: Zwei ehemalige Zürcher Stadtpräsidenten sind ebenfalls Innerschweizer: Joseph Estermann wuchs in Kriens (LU) auf und Elmar Ledergerber in Engelberg (OW).


Der Luzerner Erich Heini (82) ist Ökonom, war Wirtschafts-Redaktor der NZZ und hat als deren Korrespondent in Brüssel gearbeitet. Anschliessend war er Pressechef der Nationalbank unter dem Präsidenten Fritz Leutwiler sowie Informationsbeauftragter von Stephan Schmidheiny. 

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2 Kommentare

  1. Jürg Johner, 24. Dezember 2025, At 10:57

    Ebenfalls keineswegs zu verabsäumen:
    Thomas Biland, ein weiterer Zuger: 1987-97 stellvertretender Chefredaktor des Zürcher ‚Tages-Anzeigers‘!

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